Schlagwort: Wirtschaft

  • Sozialstaat stärkt Standortqualität

    16.03.2018/EG aus dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Wien

    Wirtschaftswissenschaftler des WIFO untersuchten dein Einfluss sozialstaatlicher Regulierungen auf die standortgebundenen Ressourcen – in Österreich

    „Mit der Globalisierung der Produktion, die neben der Finanzsphäre auch realwirtschaftlich über den Waren- und Dienstleistungsaustausch hinausgeht, stellen für die Standortqualität sowohl die qualitativen, innovativen und ökologischen Potentiale einer Volkswirtschaft als auch die sozialen Beziehungen (z. B. die Arbeitsbeziehungen) und die Lebensqualität Kriterien dar, welche die Entscheidungen über Investitionen, Produktionsstandorte, Forschungs- und Managementzentralen von Unternehmen beeinflussen.“

    Im Ergebnis weisen die Wirtschaftswissenschaftler in ihrer Studie darauf hin, dass investive Sozialausgaben und Umverteilung (Teilhabe der Bevölkerung an ökonomischen und sozialen Ressourcen) die Standortqualität langfristig fördern. ↗wifo.ac.at

  • Entwicklungsländer verschulden sich immer höher

    15.03.2018/EG aus dem Bischöflichen Hilfswerk MISEREOR, Aachen

    Schuldenreport 2018: Seit Beginn der Finanzkrise 2008 hat sich die Gesamtverschuldung aller untersuchten 141 Niedrig- und Mitteleinkommensländer auf 6,9 Billionen US-Dollar fast verdoppelt – Privatkapitalinvestitionen verstärken die Verschuldung

    Von den 141 untersuchten Ländern sind 119 Länder kritisch verschuldet. Bei 87 Ländern hat sich die Verschuldungssituation weiter verschlechtert und 13 Länder stellten ihre Rückzahlungen teilweise oder ganz ein.

    Eine kritische bis sehr kritische Verschuldungssituation und einen Trend zur Verschlechterung weisen folgende Länder auf:

    • Europa / GUS: Albanien, Armenien, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Montenegro, Türkei, Ukraine, Weißrussland
    • Subsahara-Afrika: Angola, Äthiopien, Burundi, Eritrea, Gambia, Ghana, Kap Verde, Mauretanien, Mosambik, Republik Kongo
    • Lateinamerika / Karibik: Argentinien, Barbados, Belize, Brasilien, Kolumbien, Nicaragua, Panama, Surinam, Uruguay
    • Asien / Pazifik: Bhutan, Laos, Mauritius, Mongolei, Papua-Neuguinea, Pakistan, Sri Lanka
    • Nordafrika / Nahost: Ägypten, Jemen, Jordanien, Libanon, Tunesien

    13 Länder sind aktuell ganz oder teilweise im Zahlungsverzug:

    Sieben von ihnen haben ihre Zahlungen bereits vor 2015 eingestellt: Eritrea, Kuba, Nordkorea, Simbabwe, Somalia, Sudan und Syrien.

    Sechs Länder zahlen seit 2015 nicht mehr vollständig: Angola, der Südsudan, der Tschad und Venezuela sind vor allem infolge des Ölpreisverfalls zahlungsunfähig. Die mosambikanische Regierung versteckte Schulden vor der Öffentlichkeit. Seit der Aufdeckung des Skandals werden diese Kredite nicht mehr bedient. Der Jemen ist aufgrund des Bürgerkriegs in Zahlungsschwierigkeiten.

    Fünf Länder haben zwischen 2015 und 2017 ihre Zahlungen zwischenzeitlich eingestellt, bedienen mittlerweile ihre Schulden aber wieder: Belize, El Salvador, Gambia und die Republik Kongo konnten durch Kredite des Internationalen Währungsfonds oder interne Umschichtungen ihre ausgefallenen Zahlungen an die ausländischen Gläubiger nachholen. Hinzu kommt Grenada, das sich mittlerweile mit seinen Gläubigern auf eine Umschuldung einigen konnte.“

    Den kompletten Schuldenreport 2018 und das Engagement der Bundesregierung lesen Sie hier ↗misereor.de.

  • CO2: Deutschland ist kein Vorbild

    14.03.2018/EG aus dem Beratungsunternehmen McKinsey&Company, Düsseldorf

    Deutschland ist – im internationalen Vergleich – aufgrund hoher Strompreise, großer Abhängigkeit vom Kohlestrom und schlechter CO2-Bilanz nur Mittelmaß

    „Beim Thema Energiewende hat Deutschland im internationalen Vergleich seine Vorreiterrolle verloren. Trotz stabiler politischer Rahmenbedingungen und hoher Wirtschaftskraft wird das zentrale Klimaziel – die Reduktion des CO2-Austoßes bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40% – klar verfehlt. Gleichzeitig liegen die Strompreise für Haushalte und Industrie in Deutschland um rund 50% über dem Durchschnitt von 114 untersuchten Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt der neue globale Energiewende-Index (Energy Transition Index, ETI), der am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum (WEF on Latin America) in São Paulo (Brasilien) vorgestellt wurde. Die Unternehmensberatung McKinsey & Company hat dafür in Zusammenarbeit mit dem WEF den Status der Energiewende in 114 Ländern anhand von 40 Indikatoren ermittelt.“ ↗mckinsey.de

    Zum Thema

    „Rund 40 Prozent der Bruttostromerzeugung stammen immer noch aus Braun- und Steinkohle.“ ↗umweltbundesamt.de

  • Deutsche Entwicklungshilfe und Waffenlieferungen

    13.03.2018/EG

    Deutschland leistet Entwicklungshilfe – mit Steuergeldern – und genehmigt Waffenlieferungen von Rüstungskonzernen für dieselben Länder

    Deutschland leistete im Jahr 2016 Entwicklungshilfe (inkl. Kredite) und genehmigte Rüstungsexporte u. a. für folgende Länder:

    • Ägypten: 163,2 Mio. Euro Entwicklungshilfe / 400 Mio. Euro Rüstungsgüter
    • Algerien: 7,9 Mio. Euro Entwicklungshilfe / 1,4 Mrd. Euro Rüstungsgüter
    • Irak: 330,5 Mio. Euro Entwicklungshilfe / 10,9 Mio. Euro Rüstungsgüter
    • Indien: 559,1 Mio. Euro Entwicklungshilfe / 104,7 Mio. Euro Rüstungsgüter
    • Pakistan: 122,1 Mio. Euro Entwicklungshilfe / 23,6 Mio. Euro Rüstungsgüter

    Ergänzende Daten aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bzw. dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie lesen Sie hier ↗bundestag.de und hier ↗bmwi.de.

    Bei der Vergabe öffentlicher Entwicklungsleistungen (ODA – Official Development Assistance) bewertet die Bundesregierung beispielsweise die entwicklungspolitische Notwendigkeit der Zusammenarbeit (ökonomische, soziale, ökologische und politische Situation im Kooperationsland, Armuts- und Klimarelevanz) sowie die besonderen deutschen Interessen, wie der Schutz globaler öffentlicher Güter, Umsetzung der Agenda 2030, Fluchtursachenbekämpfung, Beschäftigungsförderung und Krisenprävention.

  • Deutsche Post: Höhere Dividende für Aktionäre – Lohndruck für Mitarbeiter

    13.03.2018/EG

    Deutsche Post AG 2017: Umsatz 60,4 Mrd. Euro (+ 5,4 %) – operatives Ergebnis 3,7 Mrd. Euro (+ 7,2 %) / Zusteller in Deutschland erwarten ‚Anpassung‘ der Arbeitsbedingungen

    Die rund 519.000 Mitarbeiter (Kopfzahl am Jahresende 2017, davon rund 180.000 Vollzeitbeschäftigte in Deutschland) des weltweit* führenden Post- und Logistikkonzerns Deutsche Post DHL Group steigerten im Geschäftsjahr 2017 den Umsatz um 5,4 Prozent auf 60,4 Milliarden Euro und das operative Ergebnis (EBIT) um 7,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro.

    Die Deutsche Post AG ist zu 20,7 Prozent im Besitz der KfW Bankengruppe (die ‘Kreditanstalt für Wiederaufbau‘ ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts) und zu 79,3 Prozent im Streubesitz (15,8 % Investoren aus USA, 13,8 % Investoren aus Großbritannien), so die Anteile der Aktien.

    Auszug aus dem Konzernlagebericht zu „Nichtfinanzielle Kennzahlen“, Mitarbeiter: „Wir fördern das Potential unserer Mitarbeiter und bieten ihnen ein wertschätzendes Arbeitsumfeld mit wettbewerbsfähiger Vergütung. (…)“ ↗dpdhl.com

    Nach einem Bericht in der „Welt“ (Springer-Konzern) plant die Konzernführung zum 01. Mai 2018 („Tag der Arbeit“) die Eingliederung der deutschen Brief- und Paketzusteller in ein neues Tochterunternehmen. Die Gewerkschaften DPVKOM und ‘ver.di‘ befürchten mit dem Umbau einen weiteren Lohndruck auf die Mitarbeiter. ↗welt.de

    Die Deutsche Post – vom Staatsbetrieb zur Aktiengesellschaft ↗deutschlandfunk.de.

    *Präsenz in über 200 Ländern