Schlagwort: Wirtschaft

  • Korruptionsbekämpfung: Unternehmen bleiben in Deutschland auffällig verschont

    29.06.2018/EG aus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris

    OECD fordert von der Bundesregierung konsequentere Rechtsdurchsetzung gegen Unternehmen

    Seit 1999 wurden 328 Einzelpersonen und 18 Unternehmen in Fällen von Auslandskorruption strafrechtlich verfolgt und mit Haft- oder Geldstrafen belegt. Wie jedoch ein neuer Bericht der OECD-Arbeitsgruppe für Korruptionsbekämpfung darlegt, bestehen angesichts des geringen Anteils von nur einem Viertel der abgeurteilten Fälle von Auslandskorruption Bedenken, dass gegen Unternehmen nicht entschieden genug vorgegangen wird.

    Den Korruptionsbericht der OECD lesen Sie hier ↗oecd.org.

  • Buchtipp: Lobbykratie

    29.06.2018/EG

    Uwe Ritzer, Markus Balser: Lobbykratie
    Wie die Wirtschaft sich Einfluss, Mehrheiten, Gesetze kauft

    Sachbuch (Demokratie, Gesellschaft, Lobbyismus, Politik, Wirtschaft)

    Die investigativen Wirtschaftsjournalisten Markus Balser und Uwe Ritzer legen in ihrem intensiv recherchierten Sachbuch offen, wie Lobbyisten immer verdeckter Politik machen. Wie sie raffiniert Einfluss auf Schulen, Universitäten, wissenschaftliche Institute und Gesetze nehmen. Wie sie massiv beeinflussen, was wir der Umwelt oder unserer Gesundheit zumuten, was wir essen oder in der Zeitung lesen, kurz: wie wir leben.
    Die Recherchen der beiden Journalisten zeigen auf, wie das Land in eine demokratische Schieflage geraten ist, in der ökologische und soziale Belange immer häufiger den Kürzeren ziehen.
    „Wer nicht mit am Tisch sitzt“, so heißt eine Lobbyistenregel aus den USA, „befindet sich auf der Speisekarte.“
    Lobbyismus benachteiligt diejenigen, die über geringere finanzielle Ressourcen verfügen. Und er schafft denen Vorteile, die viel einsetzen können. Die wachsende Lobbymacht starker Wirtschaftsakteure droht die Schwachen an den Rand zu drängen. Die Folge: ein Land, das den Starken gibt und den Armen nimmt. (mehr …)

  • Rüstungsexport 2017: 61 % in Drittländer

    28.06.2018/EG

    Bundesregierung genehmigte 2017 Rüstungsexporte im Wert von 6,25 Mrd. Euro per Einzelgenehmigung

    39 Prozent der Genehmigungen im Wert von 2,45 Milliarden Euro entfielen auf Lieferungen in Mitgliedsländer der EU und NATO bzw. der NATO gleichgestellte Länder. Den größeren Anteil der Genehmigungen, im Wert von 3,80 Milliarden Euro bzw. 61 Prozent, betreffen Lieferungen in Drittländer wie z. B. Ägypten, Algerien und Pakistan.

    Den kompletten Rüstungsexportbericht 2017 lesen Sie hier ↗bundestag.de.

  • Unlautere Finanzflüsse fördern soziale Ungleichheit

    28.06.2018/EG aus dem Medium JOURNAL21, Zürich

    Schweizer Regierung bleibt wirksame Maßnahmen gegen illegale Geldflüsse weiter schuldig / Schweizer Banken verwalteten 2017 ausländische Vermögen in Höhe von rund 2,6 Billion Euro

    Das Risiko, dass Konzerne ihre Schweizer Firmensitze für Gewinnverschiebungen von Süd nach Nord und entsprechende Steuervermeidung auf Kosten des Fiskus in Entwicklungsländern nützen, ist groß. Gemäß Schätzungen des Internationalen Währungsfonds gehen den Ländern des Südens dadurch jährlich bis zu 200 Milliarden Dollar an potentiellem Steuersubstrat verloren. ↗journal21.ch

  • Hörfunk-Tipp: ‘Marktkonforme‘ Demokratie

    25.06.2018/EG aus dem Bayerischen Rundfunk (BR), München

    ARD radiofeature von Barbara Eisenmann, Reporterin, über den Neoliberalismus und die Krise

    „Wie kann es sein, dass die Schere zwischen arm und reich sich immer weiter öffnet, dass neoliberales Denken die globalen Wirtschaftskrisen seit 2007 gestärkt überlebt hat? Und dass Angela Merkel unsere Demokratie ‘marktkonform‘ gestalten will? Wirtschaftswissenschaftler und ihre informellen Netzwerke gewinnen immer größeren Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Die Lehre von den selbstregulierenden liberalen Märkten ist seit Jahrzehnten die vorherrschende ökonomische Theorie. Und ihre Vertreter pflegen enge Beziehungen zu Politik und Finanzwelt. Ökonomen wie Jörg Asmussen, Axel Weber und Ottmar Issing arbeiten mal für das Bundeskanzleramt und die Ministerien, mal für die Europäische Zentralbank und die Deutsche Bundesbank, aber auch für die private Finanzwelt. Wessen Interessen vertreten sie und welche Macht haben ihre Netzwerke?“ ↗br.de