Schlagwort: Waffen

  • Buchtipp: Soziologie des Krieges

    24.01.2020/EG

    Sebald Rudolf Steinmetz: Soziologie des Krieges

    Sachbuch (Gesellschaft, Krieg, Politik, Soziologie, Wirtschaft)

    Alle Menschen möchten in Frieden leben. Und doch werden ständig Kriege geführt. Wie ist das möglich?

    Der Krieg ist eine der Elementarerscheinungen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens, unabhängig von Raum und Zeit. Merkwürdigerweise ist er nie zu einem Thema der Soziologie geworden. „Kriegsverdrängung“ und „Kriegsvergessenheit“ sind geradezu ein Charakteristikum moderner Sozialtheorien. Sozialwissenschaftler haben, von Ausnahmen abgesehen, offensichtlich Schwierigkeiten, sich mit den gesellschaftlichen Voraussetzungen, Erscheinungsbildern und Folgen von Kriegen und vergleichbaren Katastrophen zu befassen. Soziologen leben mehrheitlich in stabilen Welten, und „deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ihre Theorien den Zusammenbruch ganzer Systeme, den Ausbruch extremer Gewalt, das Umschlagen sozialer Verhältnisse in ein ganz Anderes nicht vorsehen und es als Ausnahme definieren, wenn es trotzdem geschieht.“ (Harald Welzer). (mehr …)

  • Rüstungsexporte legen über 100 Prozent zu

    28.11.2019/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Bundesregierung genehmigt im ersten Halbjahr 2019 Rüstungsexporte im Wert von 5,33 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 2,57 Mrd. Euro)

    Laut „Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter im ersten Halbjahr 2019“ genehmigte die Bundesregierung für den Zeitraum 01. Januar bis 30. Juni 2019 Rüstungsexporte im Wert von 5.329.949.334 Euro.

    Für Exporte in Drittländer genehmigte die Bundesregierung Rüstungsgüter im Wert von 2.124.404.587 Euro (rund 40 %). Die Empfängerländer mit den höchsten Genehmigungsvolumina sind Ägypten (801,76 Mio. Euro), Republik Korea (277,70 Mio. Euro), Vereinigte Arabische Emirate (206,11 Mio. Euro) und Katar (164,57 Mio. Euro).

    Den Bericht lesen Sie hier bundestag.de.

  • TV-Tipp: „Die Akte BND – Waffengeschäfte deutscher Reeder“

    25.11.2019/EG
    Quelle: Gemeinschaftssender 3sat, Mainz

    Bundesnachrichtendienst (BND) ‚vermittelte‘ Waffentransporte mit Deutschen Reedereien in Konfliktregionen

    „Nach sieben Jahren Recherche zur Verschiffung von Waffen durch deutsche Reeder wird dem Fernsehteam um Autor Rainer Kahrs ein Konvolut geheimer Dokumente zugespielt.
    Diese beweisen: Der deutsche Geheimdienst BND ist in Waffentransporte in die Krisen- und Kriegsgebiete dieser Welt stark involviert. Die Operationen sind streng geheim, verlaufen im Stillen – vorbei an den zuständigen Bundesbehörden.“ youtube.de

  • Deutsche Rüstungsunternehmen bedienen primär den Exportmarkt

    17.10.2019/EG
    Quelle: ifo Insitut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München

    ifo Institut: Deutsche Rüstungsunternehmen produzieren eher für den Export als für die Bundeswehr

    „Die Ergebnisse zeigen, dass nationale Rüstungsausgaben und Rüstungsexporte positiv mit den Umsätzen der größten Rüstungsunternehmen des entsprechenden Landes korrelieren. Eine Korrelation zwischen den Umsätzen und Waffenimporten ist dagegen nicht auszumachen, da importierte und inländisch produzierte Waffen eher Komplemente als Substitute sind: Länder importieren also hauptsächlich diejenigen Rüstungsgüter, die sie nicht selbst produzieren. Länderspezifische Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass sich Rüstungsindustrien über die Länder hinweg strukturell dahingehend unterscheiden, ob sie eher wirtschaftlichen oder sicherheitspolitischen Interessen dienen.
    (…).
    Länder wie die Vereinigten Staaten und Russland nutzen die Rüstungsindustrie, um die eigenen Streitkräfte auszustatten und ihre Rolle als Großmacht zu sichern. In einem Land wie Deutschland, das (auch geografisch) fest in ein Netzwerk von Verbündeten eingebettet ist, hat die Rüstungsindustrie im Beobachtungszeitraum tendenziell wirtschaftliche Interessen bedient.“ ifo.de

    Zum Thema

    Politische und wirtschaftliche Erwägungen

    „Ende Juni aktualisierte die Bundesregierung ihre Rüstungsexportrichtlinien, wodurch neue Schlupflöcher geschaffen wurden. Denn darin wird als Ziel ausgegeben, die „europäische verteidigungsindustrielle Basis zu stärken“. Dies soll vor allem über drei deutsch-französische Großprojekte geschehen: eine waffenfähige Eurodrohne, ein Kampfpanzer und ein Kampfflugzeug. Das Gesamtvolumen wird auf bis zu 500 Milliarden Euro geschätzt.“ imi-online.de

  • Buchtipp: Krieg im 21. Jahrhundert

    04.10.2019/EG

    Jochen Hippler: Krieg im 21. Jahrhundert
    Militärische Gewalt, Aufstandsbekämpfung und humanitäre Intervention

    Sachbuch (Gesellschaft, Krieg, Medien, Politik, Wirtschaft)

    Krieg hat seinen Charakter in den vergangenen Jahrhunderten dramatisch geändert. Der Friedensforscher Jochen Hippler zeichnet die Wandelbarkeit von Krieg und Gewalt historisch nach und zeigt, dass in der „neuen“ asymmetrischen Kriegsführung des 21. Jahrhunderts Politik und Medien wesentliche Faktoren sind, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.

    Die neuen Kriegsformen finden immer weniger zwischen Ländern, sondern innerhalb von Gesellschaften statt. Gewalttätige Auseinandersetzungen im Kontext sogenannter „gescheiterter Staaten“ und Aufstandsbekämpfung übernehmen das Terrain. Sieg oder Niederlage entscheiden sich nicht mehr hauptsächlich auf dem Schlachtfeld, sondern im Kampf um Governance-Strukturen und gesellschaftliche Akzeptanz. Ein rein militärisch ausgefochtener Sieg kann meist nur mehr mittels ethnischer Säuberung oder Völkermord errungen werden.

    Im letzten Teil seines Buches untersucht Jochen Hippler die dunkle Seite der Politik in aktuellen innergesellschaftlichen Konflikten und Bürgerkriegen zwischen Afghanistan, dem Nahen Osten und Afrika. Dabei setzt er sich mit Gotteskriegern, „humanitären Interventen“, Aufständischen und Aufstandsbekämpfern, Terroristen und Befreiungskämpfern auseinander. (mehr …)