Schlagwort: Ungleichheit

  • Buchtipp: Neben uns die Sintflut

    25.08.2017/EG

    Stephan Lessenich: Neben uns die Sintflut
    Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis

    Sachbuch (Lehre, Wirtschaftswissenschaft)

    Uns im Westen geht es gut, weil es den meisten Menschen anderswo schlecht geht. Wir lagern systematisch Armut und Ungerechtigkeit aus, im kleinen wie im großen Maßstab. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Der renommierte Soziologe Stephan Lessenich bietet eine brillante, politisch brisante Analyse der Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft. Er veranschaulicht das soziale Versagen unserer Weltordnung, denn es profitieren eben nicht alle irgendwie von freien Märkten. Die Wahrheit ist: Wenn einer gewinnt, verlieren andere. Jeder von uns ist ein verantwortlicher Akteur in diesem Nullsummenspiel, dessen Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen. (mehr …)

  • EU: Handelsbilanzen der Ungleichen

    18.08.2017/EG aus dem statistischen Amt der Europäischen Union ’Eurostat‘, Brüssel

    EU28 Handelsbilanz Halbjahr 2017: 16 von 28 EU-Staaten melden Defizite / Deutschlands Exportanteil (639,7 Mrd. Euro) an allen Ausfuhren der EU28 (2.606,6 Mrd. Euro) liegt bei 24,5 %

    Das statistischen Amt der Europäischen Union ‘Eurostat‘ meldet die Handelsbilanzsalden der 28 EU-Mitgliedstaaten für die Monate Januar bis Juni 2017:

    Handelsbilanzsaldo (weltweite Ausfuhren abzüglich weltweite Einfuhren) insgesamt

    • Deutschland: 124,4 Mrd. Euro Exportüberschuss (- 5,0 Prozent gegenüber Jan. bis Juni 2016)
    • EU27 (ohne Deutschland): 34,8 Mrd. Euro Überschuss (Niederlande) bis 83,7 Mrd. Euro Defizit (Vereinigtes Königreich)

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  • Wie wirkt Neoliberalismus?

    18.08.2017/EG aus dem Medium Blätter für deutsche und internationale Politik, Berlin

    Wendy Brown, Politikwissenschaftlerin, über neoliberale Wirkmechanismen auf demokratische Strukturen in den USA

    „… den Blick auf den Neoliberalismus lenken. Dabei handelt es sich einerseits um eine Politik aus Freihandel, sinkenden Steuern, Deregulierung, einer Entfesselung des Kapitals, einer Schwächung der organisierten Arbeitnehmer, dem Abbau des Wohlfahrtsstaats und der Privatisierung öffentlicher Güter. Andererseits ist der Neoliberalismus aber auch eine Form der Rationalität: Nicht nur wirtschaftliche Unternehmungen, sondern jedes organisierte menschliche Handeln wird dem Markt und der Vernunft des Marktes unterworfen und in seinem Wert wie in der Durchführung ökonomisiert. Menschen werden so zu selbstverantwortlichen Unternehmern ihrer eigenen Leben, zu in sich selbst investierendem Humankapital. Politische, persönliche und soziale Beziehungen werden von der neoliberalen Vernunft in Begriffe des Marktes gefasst. Lernen, Sport, Essen und Beziehungen verwandeln sich in Objekte spekulativer Investitionen: Sie werden gelistet, bewertet und als Teil eines ausgewogenen Portfolios eingeordnet. Selbst die Demokratie wird von der neoliberalen Vernunft auf diese Weise entwertet und transformiert.“ blaetter.de

  • „Armut in die Museen verbannen“

    06.08.2017/EG aus dem Medium OXI, Berlin

    Götz W. Werner, Anthroposoph und Gründer des Drogeriekonzerns dm, über das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE)

    „Träumen wir uns einmal in das Jahr 2050: Die Wirtschaft hat die Menschen von der Arbeit endgültig befreit. Armut wurde in die Museen verbannt. Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit sind die höchsten Werte, die von Politikern aller Parteien geachtet und verteidigt werden. Erziehungs- und Pflegearbeit haben gesellschaftlich die höchste Wertschätzung. Die Menschheit ist zusammengerückt und kümmert sich mit vereinten Kräften um die Regeneration der Natur.“ oxiblog.de

  • Chile vor der Wahl

    06.08.2017/EG aus dem Medium ‘amerika21‘, Berlin

    Sergio Martín-Carillo, Ökonom, über das Wirtschaftsmodell Chile / Laut OECD hat Chile den höchsten Wert der Ungleichverteilung

    „Am 19. November dieses Jahres finden in Chile die Präsidentschaftswahlen für den Zeitraum 2018-2022 statt. Gleichzeitig werden auch die Abgeordneten und Senatoren neu gewählt, ebenso wie die Regionalräte. (…) In Chile herrscht als Ergebnis eines Modells der Akkumulation eine tiefe Ungleichheit. Dies ist das Erbe aus der Zeit, als Chile als weltweites Labor für Experimente des Neoliberalismus genutzt wurde, denn nichts anderes bedeutete die Diktatur unter Pinochet für das Land. (…) Die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer ist durch die Vertiefung des Modells der Arbeitszeitflexibilisierung ebenfalls sehr begrenzt.“ amerika21.de