Schlagwort: Ungleichheit

  • Hörfunk-Tipp: „Der soziale Kitt bröckelt“

    02.07.2018/EG aus dem Deutschlandfunk, Berlin

    Oliver Nachtwey, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler, über aufbegehrende Gesellschaften und den Folgen für die demokratischen Strukturen

    „In den liberalen Gesellschaften erleben wir gerade wie die Idee des Wohlfahrtsstaates unter Bedingungen von Digitalisierung, Migration, demographischem Wandel, Globalisierung Veränderung der Arbeitswelt in die Krise kommt. Das begünstigt autoritäre Einstellungen. (…) Die Unzufriedenheit mit der liberalen Demokratie wachse auf gefährliche Weise und die die Gesellschaften werden seit dreißig Jahren zunehmend ungleicher.“ deutschlandfunk.de

  • Korruptionsbekämpfung: Unternehmen bleiben in Deutschland auffällig verschont

    29.06.2018/EG aus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris

    OECD fordert von der Bundesregierung konsequentere Rechtsdurchsetzung gegen Unternehmen

    Seit 1999 wurden 328 Einzelpersonen und 18 Unternehmen in Fällen von Auslandskorruption strafrechtlich verfolgt und mit Haft- oder Geldstrafen belegt. Wie jedoch ein neuer Bericht der OECD-Arbeitsgruppe für Korruptionsbekämpfung darlegt, bestehen angesichts des geringen Anteils von nur einem Viertel der abgeurteilten Fälle von Auslandskorruption Bedenken, dass gegen Unternehmen nicht entschieden genug vorgegangen wird.

    Den Korruptionsbericht der OECD lesen Sie hier ↗oecd.org.

  • Hörfunk-Tipp: ‘Marktkonforme‘ Demokratie

    25.06.2018/EG aus dem Bayerischen Rundfunk (BR), München

    ARD radiofeature von Barbara Eisenmann, Reporterin, über den Neoliberalismus und die Krise

    „Wie kann es sein, dass die Schere zwischen arm und reich sich immer weiter öffnet, dass neoliberales Denken die globalen Wirtschaftskrisen seit 2007 gestärkt überlebt hat? Und dass Angela Merkel unsere Demokratie ‘marktkonform‘ gestalten will? Wirtschaftswissenschaftler und ihre informellen Netzwerke gewinnen immer größeren Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Die Lehre von den selbstregulierenden liberalen Märkten ist seit Jahrzehnten die vorherrschende ökonomische Theorie. Und ihre Vertreter pflegen enge Beziehungen zu Politik und Finanzwelt. Ökonomen wie Jörg Asmussen, Axel Weber und Ottmar Issing arbeiten mal für das Bundeskanzleramt und die Ministerien, mal für die Europäische Zentralbank und die Deutsche Bundesbank, aber auch für die private Finanzwelt. Wessen Interessen vertreten sie und welche Macht haben ihre Netzwerke?“ ↗br.de

  • Buchtipp: Neben uns die Sintflut

    22.06.2018/EG

    Stephan Lessenich: Neben uns die Sintflut
    Wie wir auf Kosten anderer leben

    Sachbuch (Gesellschaft, Politik, Ungleichheit)

    Im Grunde wissen wir es alle: Uns im Westen geht es gut, weil es den meisten Menschen anderswo schlecht geht. Doch nur zu gerne verdrängen wir unseren Anteil an dem sozialen Versagen unserer Weltordnung. Der renommierte Soziologe Stephan Lessenich bietet eine sehr konkrete und politisch brisante Analyse der Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft. Anders, als wir noch immer glauben möchten, profitieren nicht alle irgendwie von freien Märkten. Die Wahrheit ist: Wenn einer gewinnt, verlieren andere. Und jeder von uns ist ein verantwortlicher Akteur in diesem Nullsummenspiel, dessen Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen. (mehr …)

  • 2014 erzielten 18.999 Steuerpflichtige ein Einkommen von über 1 Mio. Euro

    21.06.2018/EG aus dem Statistischen Bundesamt (Destatis), Wiesbaden

    Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2014: 8,4 % mehr Einkommensmillionäre als 2013 / Gini-Koeffizient* beträgt bei der festgesetzten Einkommensteuer 0,739

    Im Jahr 2014 hatten 18.999 von allen in Deutschland erfassten lohn- und einkommensteuerpflichtigen Einkünfte von mindestens einer Million Euro – das waren knapp 1.600 Steuerpflichtige mehr als 2013.
    Die komplette Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2014 lesen Sie hier ↗destatis.de

    *Der Gini-Koeffizient nimmt einen Wert von 0 bei einer gleichmäßigen Verteilung und 1 bei maximaler Ungleichverteilung an.