Schlagwort: Ungleichheit

  • Hohe Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern

    29.10.2018/EG aus der Europäischen Kommission, Brüssel

    In Deutschland liegt das geschlechterspezifische Lohngefälle bei 21,5 % – dritthöchster Wert in der EU

    Noch immer verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. So liegt der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn von Frauen in Europa bei 16,2 Prozent unter dem der Männer. In Deutschland beträgt die geschlechtsspezifische Lohnspreizung sogar 21,5 Prozent. Nur noch die Frauen in Tschechien (21,8 %) und Estland (25,3 %) nehmen größere Lohndifferenzen hin. ↗ec.europa.eu

  • „Arbeit muss teuer sein – und sich rar machen“

    29.10.2018/EG aus dem Blog ÖKONOMENSTIMME, Zürich

    Werner Vontobel, Autor und Wirtschaftskolumnist, über die Marktwirtschaft und die Vollbeschäftigung

    „Marktwirtschaft ist bekanntlich eine Veranstaltung, bei der es darum geht, mit möglichst wenig Aufwand, möglichst viel zu produzieren. Dieses Prinzip ist so erfolgreich, dass sich Deutschland schon bald nach dem 2. Weltkrieg über das „Wirtschaftswunder“ (der 1960erjahre) freuen konnte, mit Ferien am Mittelmeer für fast alle. (…). Dass der Markt weiterhin so funktioniert, wie es im Lehrbuch steht, zeigt sich auch daran, dass die Wirtschaftspolitik immer mehr zu einer Veranstaltung wird, bei der es darum geht, mit möglichst wenig Geld, für möglichst viel Beschäftigung zu sorgen. Dabei ist die Frage, welche Bedürfnisse mit dieser Arbeit befriedigt werden, nicht erlaubt.

    Deutschland gehört in dieser Disziplin zur Weltspitze und zu den Vorreitern …“ ↗oekonomenstimme.org

  • Buchtipp: Nach dem Krieg sind alle gleich

    26.10.2018/EG

    Walter Scheidel: Nach dem Krieg sind alle gleich
    Eine Geschichte der Ungleichheit

    Sachbuch (Geschichte, Krieg, Seuchen, Staatszusammenbrüche, Revolution, Ungleichheit)

    Ungleichheit wird immer mehr zu einem Problem – weltweit! Führende Wirtschaftswissenschaftler fordern Reformen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern. Wie aber lässt sich soziale Gerechtigkeit erreichen?
    Der renommierte Stanford-Historiker und Altertumswissenschaftler Walter Scheidel untersucht die Ursachen für soziale Gegensätze über drei Jahrtausende und kommt zu dem eindeutigen Schluss: Eine friedliche Senkung der Ungleichheit gab es in der Geschichte bisher nicht! Einzig Kriege und Katastrophen führten zu einem sozialen Ausgleich.

    Walter Scheidel fordert damit natürlich nicht den Krieg als neues Mittel der Einkommenspolitik – aber er mahnt ein ernsthaftes Angehen der Probleme an und provoziert diejenigen, die hohe Erwartungen in neue Einkommens- und Bildungsprogramme nähren. (mehr …)

  • Dramatische Verschärfung der Einkommensungleichheit durch Wohnkosten

    22.10.2018/EG aus dem Blog VOX, London

    Christian Dustmann, Bernd Fitzenberger und Markus Zimmermann (alle Wirtschaftswissenschaftler), über den Anstieg der Einkommensungleichheit durch Verschiebungen bei Wohnkosten

    Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung:

    • „Die Veränderungen bei den Wohnausgaben haben die Zunahme der Einkommensungleichheit dramatisch verschärft (bezogen auf das real verfügbare Einkommen). Genauer gesagt, während das Verhältnis von 50/10 des Netto-Haushaltseinkommens vor Abzug der Wohnausgaben zwischen 1993 und 2013 um 22 Prozentpunkte (pp) gestiegen ist, hat sich das gleiche Verhältnis bei Betrachtung des Einkommens nach Abzug der Wohnausgaben fast verdreifacht (62 pp). Das Verhältnis 90/50 zeigt auch einen stärkeren Anstieg bei der Berücksichtigung der Wohnausgaben, jedoch weniger als das Verhältnis 50/10.
    • Zu den Faktoren, die zu diesen Trends beitragen, gehören ein Rückgang der relativen Kosten für Wohneigentum im Vergleich zur Vermietung, Veränderungen in der Haushaltsstruktur und die Mobilität von Wohnungen in Richtung Großstädte.
    • Am unteren Ende der Einkommensverteilung führen steigende Wohnausgaben und sinkende Realeinkommen zu einem überproportionalen Rückgang von Konsum und Ersparnissen.
    • Jüngere Kohorten geben mehr für Wohnen aus und sparen weniger als ältere Kohorten im gleichen Alter. Dies hat schwerwiegende Folgen für den Vermögensaufbau, insbesondere am unteren Ende der Einkommensverteilung.

    Zwischen 1993 und 2008 sank das reale Äquivalenznetto-Haushaltseinkommen in Deutschland am unteren Ende der Verteilung stark (um 11% auf das 10. Perzentil), stieg leicht an der Spitze (um etwa 3%) und sank leicht am Median (um etwa 2%), während es zwischen 2008 und 2013 entlang aller Perzentile anstieg (Abbildung 2). Die kumulierte Veränderung des realen Einkommens zwischen 1993 und 2013 betrug -10% für das 10. Perzentil, +2% für den Median und +7% für das 90. Perzentil.“ voxeu.org

    Quelle:

    VOX wird vom Centre for Economic Policy Research (CEPR), einem Netzwerk von über 700 Forschern, die hauptsächlich an Universitäten in ganz Europa ansässig sind und über das Zentrum in der Forschung und deren Verbreitung zusammenarbeiten, betrieben. Die CEPR-Forschungsstipendiaten und -Partner haben ihren Sitz in über 237 verschiedenen Institutionen in 28 Ländern (90% in der EU).

    Nachtrag am 24.10.2018 zum Thema

    Aufklärender Beitrag von Christine Prayon, Max Uthoff und Claus von Wagner in der ZDF-Sendung ‘Die Anstalt‘ vom 23.10.2018 zur Vermarktung der Sozialwohnungen. ↗zdf.de

  • Buchtipp: Constitutional Democracy in Crisis?

    19.10.2018/EG

    Mark A. Graber, Sanford Levinson and Mark Tushnet: Constitutional Democracy in Crisis?

    Sachbuch (Demokratie, Gesellschaft, Globalisierung, Migration, Religion, Ungleichheit)

    44 führende Wissenschaftler beschäftigten sich mit den Krisen der konstitutionellen Demokratien

    Sind die Kräfte, die die Verfassungsdemokratie weltweit schwächen, allgemein oder landesspezifisch? Warum haben einige große Demokratien diese Probleme scheinbar nicht erlebt? Wie können wir als Wissenschaftler und Bürger klar über die Vorstellungen von „Verfassungskrise“ oder „Verfassungsdegeneration“ denken? Welche Auswirkungen haben Kräfte wie Globalisierung, Einwanderung, Einkommensungleichheit, Populismus, Nationalismus, religiöser Sektierertum? (mehr …)