Schlagwort: Ungleichheit

  • Marktdominante Unternehmen hemmen Lohnentwicklung

    12.11.2018/EG
    Quelle: Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

    Studie zur Unternehmenskonzentration und Lohnquote in Deutschland

    „Für den Zeitraum zwischen den Jahren 2008 und 2016 wird anhand von Regressionsanalysen gezeigt, dass in Dienstleistungsbranchen eine Zunahme der Unternehmenskonzentration mit einem Rückgang der Lohnquote korreliert: Eine zehnprozentige Erhöhung der Unternehmenskonzentration ist mit einem Rückgang der Lohnquote um etwa ein halbes Prozent verbunden. Die Analyse zeigt weiterhin, dass die Zunahme der Unternehmenskonzentration in den Dienstleistungsbranchen mit einer höheren Produktivität einhergeht und somit in Einklang mit der These von Superstar-Firmen steht. Ferner legen die Ergebnisse nahe, dass die branchenweite Lohnquote umso stärker abnimmt, je digitalisierter eine Branche ist.“ bertelsmann-stiftung.de

    Ergänzende Informationen über die Bertelsmann-Stiftung lobbypedia.de

    Zum Thema

    „Stagnieren die Löhne aufgrund von Unternehmensmacht?“ Ein Beitrag von Christian Bellak und Christian Reiner, beide Wirtschaftswissenschaftler, im awblog der Arbeiterkammer, Wien. awblog.at

  • Buchtipp: Steuern – Der große Bluff

    09.11.2018/EG

    Norbert Walter-Borjans: Steuern – Der große Bluff

    Sachbuch (Kriminalität, Steuern, Ungleichheit, Vermögen, Politik)

    Steuern sind für die allermeisten ein Buch mit sieben Siegeln. Dieser mangelnde Durchblick der Vielen ist allerdings die Grundlage für enorme Profite der Wenigen – zulasten der Allgemeinheit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Daher darf das Thema Steuern nicht denen überlassen bleiben, die vorgeben, unser aller Interessen zu vertreten, die aber vor allem ihre eigenen Privilegien sichern und ausbauen wollen – so das Plädoyer von Norbert Walter-Borjans.

    Wer dieses kenntnisreiche und lebendig geschriebene Buch des ehemaligen NRW-Finanzministers gelesen hat, wird verstehen

    • warum Steuertricks und Steuerhinterziehung unsere Zukunft gefährden;
    • warum eine gerechtere Steuerpolitik dennoch immer wieder im Sande  verläuft;
    • welchen Anteil daran die Legenden der Steuervermeidungslobby haben;
    • wie wichtig es ist, dass sich alle angemessen an der Finanzierung unseres Gemeinwesens beteiligen.

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  • Arme bleiben notleidend und Reiche bleiben vermögend

    05.11.2018/EG
    Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Düsseldorf

    WSI-Verteilungsbericht 2018 belegt Verfestigung von Armut und Reichtum

    „Der diesjährige Verteilungsbericht des WSI zeigt, dass Armut und Reichtum zunehmend dauerhafter werden. (…) Die Analysen belegen: Vor allem Armut hat in sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verfestigt, aber auch Reichtum wird immer dauerhafter. Besonders ausgeprägt sind diese Prozesse in Ostdeutschland. Die Verfestigung von Armut und Reichtum hat gravierende gesellschaftspolitische Folgen. Wer dauerhaft in Armut lebt, läuft Gefahr, massiv in seiner sozialen Teilhabe eingeschränkt zu sein. Verfestigter Reichtum wiederum droht zu einem geschlossenen Zirkel zu werden, der sich zunehmend von der Mitte der Gesellschaft entfernt.“ ↗boeckler.de

    Das WSI ist ein Institut der Hans-Böckler-Stiftung. Die Hans-Böckler-Stiftung ist das „Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk“ des DGB.

  • Einkommensungleichheit steigt

    31.10.2018/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

    Ungleichheit ist zwischen 2000 und 2015 gemäß Sozio-ökonomischen Panel (SOEP inkl. Immobilienbesitz) um 15,3 % und gemäß SOEP/OECD (exkl. Immobilienbesitz) um 11,0 % gestiegen

    Nach Angaben der Bundesregierung haben im Jahr 2014 rund 3,5 Millionen unbeschränkt Steuerpflichtige ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 65.000 Euro bezogen. bundestag.de

    Zum Thema

    Im Jahr 2017 waren 15,5 Mio. Menschen bzw. 19,0 % der Bevölkerung Deutschlands von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht ↗destatis.de

    Erhebliche materielle Entbehrung liegt nach der EU-Definition für EU-SILC dann vor, wenn aufgrund der Selbsteinschätzung des Haushalts mindestens vier der folgenden neun Kriterien erfüllt sind:

    • Finanzielles Problem, die Miete, Hypotheken oder Rechnungen für Versorgungsleistungen rechtzeitig zu be­zahlen.
    • Finanzielles Problem, die Wohnung angemessen heizen zu können.
    • Finanzielles Problem, unerwartete Ausgaben in einer bestimmten Höhe aus eigenen finanziellen Mitteln bestreiten zu können.
    • Finanzielles Problem, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahlzeit einnehmen zu können.
    • Finanzielles Problem, jährlich eine Woche Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen.
    • Fehlen eines Pkw im Haushalt aus finanziellen Gründen.
    • Fehlen einer Waschmaschine im Haushalt aus finanziellen Gründen.
    • Fehlen eines Farbfernsehgeräts im Haushalt aus finanziellen Gründen.
    • Fehlen eines Telefons im Haushalt aus finanziellen Gründen.

    Parteien, die im vorgenannten Zeitraum die Regierungsgeschäfte verantworteten:

    • Seit März 2018: CDU/CSU/SPD
    • 2013 bis 2018: CDU/CSU/SPD
    • 2009 bis 2013: CDU/CSU/FDP
    • 2005 bis 2009: CDU/CSU/SPD
    • 2002 bis 2005: SPD/DIE GRÜNEN
    • 1998 bis 2002: SPD/DIE GRÜNEN
  • „Hohe Wirtschaftskraft garantiert keine Bildungsgerechtigkeit“

    30.10.2018/EG aus dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), Florenz/New York/Köln

    UNICEF-Studie belegt ungleiche Bildungschancen von Kindern in Industrieländern / Deutschland rangiert im unteren Mittelfeld

    Die Studie zeigt, dass sozial bedingte Leistungsunterschiede zwischen Kindern während der gesamten Bildungsphase unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. In den Niederlanden besteht die größte Chancengleichheit für Grundschulkinder (…). Am Ende der Pflichtschulzeit weisen Irland, Spanien und Lettland die geringsten Ungleichheiten auf. Der familiäre Hintergrund ist in allen Ländern ein entscheidender Faktor für den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen. Der Berufsstand der Eltern hat starken Einfluss auf die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen der Kinder.

    Die UNICEF-Studie nennt Grundprinzipien für mehr Bildungsgerechtigkeit, an denen sich die Politik orientieren sollte:

    • Frühkindliche Förderung für jedes Kind gewährleisten
    • Mindestmaß an Kernkompetenzen für jedes Kind sichern
    • Soziale und ökonomische Ungleichheiten reduzieren
    • Geschlechterunterschiede bei der Bildung verringern
    • Bessere (länderübergreifende und vergleichbare) Daten erheben
    • Fokus auf Chancengleichheit setzen

    Die Studie „An Unfair Start“ lesen Sie hier ↗unicef.de.