Schlagwort: Globalisierung

  • Kapitalismus zersetzt die Gesellschaft

    18.06.2019/EG
    Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

    Wolfgang Merkel, Politikwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor am WZB, über den aus dem Gleichgewicht geratenen Kapitalismus

    Wolfgang Merkel in einem Essay auf ZEIT- Online drei Ursachen identifiziert:

    • Die sozioökonomische Ungleichheit hat sich verstärkt
    • Der Staat ist verwundbarer geworden
    • Finanzkapitalismus und Globalisierung begünstigen die Entparlamentarisierung

    wzb.eu

  • Weltweiter Handel mit Nahrungsmittel führt über die Schweiz

    04.06.2019/EG
    Quelle: Public Eye, Zürich

    Die Schweiz entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zum führenden Handelsplatz für Agrarrohstoffe

    „Es wird viele überraschen, dass mindestens 50% des globalen Getreidehandels von in der Schweiz ansässigen Akteuren abgewickelt werden und dass 40% des weltweit gehandelten Zuckers von Computern in der Schweiz versandt werden. Ebenso hat die Schweiz einen Anteil von mindestens 30% am weltweit gehandelten Kakao, mindestens 30% am Kaffee und mindestens 25% an der Baumwolle. Es besteht kein Zweifel daran, dass sich das Land zu einem der wichtigsten Handelsplätze für landwirtschaftliche Rohstoffe entwickelt hat.“ publiceye.ch

    Die 1968 gegründete Nichtregierungsorganisation Public Eye „setzt sich für eine gerechte Globalisierung und eine nachhaltige Entwicklung ein. Sie verlangt, dass Menschenrechte vor wirtschaftlichen Interessen und Rechtsansprüchen stets Vorrang haben.“

    Zum Thema

    Für die UN-Sonderorganisation „Weltbank“ sind die Entwicklungsländer ein 12 Billionen Dollar Markt. worldbank.org (siehe Video)

    Josef E. Stiglitz, Wirtschaftswissenschaftler an der Columbia University New York, von 1997 bis 2000 Chefökonom der „Weltbank“, im ZEIT-Interview, April 2016: „Wir sind in der Ära, in der wir immer klarer spüren: Die alte Geschichte, dass Handel automatisch für alle gut ist, stimmt einfach nicht.zeit.de

    Schuldenreport 2019: 122 von 154 untersuchten Ländern sind kritisch verschuldet. In knapp drei Viertel dieser Länder hat sich die Situation zwischen 2014 und 2017 deutlich verschlechtert. Hauptauslöser der derzeitigen Schuldenkrise ist der globale Trend aus niedrigen Zinsen im Globalen Norden und einem hohen Finanzierungsbedarf für Infrastruktur in vielen ärmeren Ländern. Länderspezifische Faktoren wie die Abhängigkeit vom Rohstoffexport, politische Fragilität sowie die Folgen von Naturkatastrophen verstärken die Überschuldungsgefahr. erlassjahr.de.

  • Globalisierung: Akzeptanz schwindet

    28.05.2019/EG
    Quelle: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, München

    ifo-Umfrage* unter 1.281 Wirtschaftsexperten in 119 Ländern: Globalisierung erreicht Grenzen der Akzeptanz in den USA und Teilen Europas

    „Unter den Europäern halten die Experten aus Frankreich ihre heimische Bevölkerung für besonders kritisch gegenüber der Globalisierung (85,2 Prozent), gefolgt von Tschechien (70,6), Österreich (69 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (67,5 Prozent). In Deutschland stimmten 63,6 Prozent der Experten der Aussage zu, in Ungarn 57,1, in der Schweiz 53,8 Prozent, in Bulgarien 53,9 Prozent, in Italien 53,1 Prozent und in Griechenland 52,1 Prozent, in Spanien 48,8 Prozent, in Russland 47,2 Prozent. Auch Australien ist so kritisch gegenüber der Globalisierung wie die Europäer mit 56,3 Prozent.“ ifo.de

    *“Der genaue Wortlaut der Frage war: „Inwieweit stimmen Sie mit folgender Aussage überein: Die Globalisierung hat in der breiten Bevölkerung meines Landes die Grenzen ihrer Akzeptanz erreicht.“ Die sechs Antwortkategorien waren: völlig uneins / etwas uneins / weder zustimmen noch uneins / etwas zustimmen / völlig zustimmen / nicht wissen. Für den Ländervergleich auf der Weltkarte wurden die Anteile für „völlig einverstanden“ und „etwas einverstanden“ addiert und von der Summe der beiden Meinungsanteile „etwas uneins“ und „völlig uneins“ abgezogen. Diese Methodik ermöglicht einen allgemeinen Überblick darüber, ob die Einstellung zur Globalisierung im Land negativ oder positiv ist. Wir haben nur Länder einbezogen, aus denen wir mehr als 3 Antworten erhalten haben.“

    Das ifo Institut ist eine auf die Politikberatung ausgerichtete Wirtschaftsforschungseinrichtung. (mehr …)

  • Prekäre Arbeitswelt: Digitale Wanderarbeiter trainieren Algorithmen

    16.05.2019/EG
    Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

    Florian Alexander Schmidt, Kommunikationswissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden, erforschte die Arbeitswelt digitaler Wanderarbeiter am Beispiel Online-Arbeit beim Trainieren autonomer Fahrzeuge

    „Seit 2017 gibt es einen starken Anstieg in der Nachfrage nach hochpräzisen Trainingsdaten für die KI-Modelle der Automobilindustrie. Ohne große Mengen dieser Daten ist das ehrgeizige Ziel des autonomen Fahrens nicht zu erreichen. Damit aus selbstlernenden Algorithmen selbstlenkende Fahrzeuge werden können, braucht es allerdings zunächst viel Handarbeit, die von Crowds auf der ganzen Welt geleistet wird. Sie bringen den lernenden Maschinen das Hören, das Sehen und das umsichtige Fahren bei.
    (…)
    Ein wesentlicher Faktor für die schlechte Bezahlung, die bei ein bis zwei Euro die Stunde für qualifizierte Vollzeitarbeitskräfte liegt, ist der Umstand, dass es sich um einen extrem volatilen globalen Arbeitsmarkt handelt, bei dem der Wert der Arbeit permanent aus zwei Richtungen bedroht ist: durch das ständige Wettrennen mit der Automatisierung und dadurch, dass die Arbeit dynamisch zu jenen Menschen auf der Welt fließt, welche die niedrigsten Löhne zu akzeptieren bereit sind – sei es, weil es sich um Hobbyisten handelt oder weil ihre wirtschaftliche Not besonders groß ist.
    Zum Zeitpunkt der Recherche kam Venezuela hier eine Schlüsselrolle zu – einem Land mit gut ausgebildeter und gut vernetzter, jedoch von Hyper-inflation völlig ausgezehrter Bevölkerung. Für viele Menschen aus Venezuela ist Crowdarbeit zur Devisen bringenden Lebensader geworden. Sie selbst sind heute Teil eines Heers von digitalen Wanderarbeiterinnen, die wie Erntehelfer zwischen den neuen Plattformen hin und her ziehen.“ ↗boeckler.de

  • Video-Tipp: „Die Erdzerstörer“

    29.02.2019/EG
    Quelle: Kultursender ARTE, Strasbourg/Kehl am Rhein

    In Zusammenarbeit mit den Wissenschaftshistorikern Christophe Bonneuil und Jean-Baptiste Fressoz blicken die Autoren auf die letzten 200 Jahre des Industriekapitalismus

    Die Sendung erzählt vom Abbau der fossilen Brennstoffe, der Erfindung des Automobils, der Kernkraft, dem Massenkonsum, vom Imperialismus, von Kriegen, vom Wachstum der Städte, von industrieller Landwirtschaft sowie von der Globalisierung.

    Die Autoren zeigen auch, wer für all das verantwortlich ist. Denn die Schuld an der Umweltkrise trägt nicht die Menschheit an sich – historisch gesehen trifft sie nur eine kleine Minderheit, als erstes Nordamerikaner und Europäer. Die reichsten 20 Prozent der Erdenbürger sind die schlimmsten CO2-Sünder, und ein Fünftel der Weltbevölkerung pflegt heute die verschwenderische Lebensweise, die sich bereits ab dem frühen 19. Jahrhundert im Bürgertum von Industrieländern und Kolonialmächten entwickelte. ↗arte.tv