Schlagwort: Gesellschaft

  • Medien: Die ‘vierte Gewalt‘ oder das ‘vierte Rad‘?

    05.02.2019/EG

    Michael Meyen, Kommunikationswissenschaftler an der LMU München, über eine um Aufmerksamkeit konkurrierende Branche

    „Allein das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung beschäftigt mehr als 400 Menschen, die Apparate der Ministerien und so weiter noch gar nicht mitgezählt (Meyen 2018: 122). Diese Menschen machen nichts anderes, als die Welt darüber zu informieren, was die Kanzlerin und ihre Minister so tun. Nachrichten produzieren, Dossiers, zitierfähige Sätze. Sich in jeder Hinsicht darum kümmern, dass Politik und Politiker gut dastehen. Dafür auch in den Redaktionen anrufen, mit dem winken, was die Macht im Guten und im Schlechten zu bieten hat.“ medienblog.hypotheses.org

    Zum Thema ‚vierte Gewalt‘

    Bundeszentrale für politische Bildung: „In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen.“ ↗bpb.de

    Klassische (Drei-)Teilung der staatlichen Gewalt:

      • Gesetzgebende Gewalt (Legislative = Bundestag/Bundesrat)
      • Ausführende Gewalt (Exekutive = Regierung/Verwaltung/Polizei/Militär)
    • Richterliche Gewalt (Judikative = Gerichte) gegeben
  • Einkommen: Immer mehr Menschen haben eine zweite Arbeitsstelle

    04.02.2019/EG
    Quelle: Aktuelle Sozialpolitik, Remagen

    Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, über die seit 15 Jahren steigende Zahl von Berufstätigen mit Nebenjobs

    „Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten ist in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich gestiegen. Rund 3,4 Millionen Menschen in Deutschland üben aktuell mehr als einen Job aus, das sind 150.000 mehr als noch Mitte 2017.

    Die häufigste Kombination: eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einem Minijob. So machen es rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland.

    In knapp 330.000 Fällen wurden dagegen mindestens zwei sozialversicherungspflichtige Jobs kombiniert.

    Rund 270.000 Menschen haben mindestens zwei Minijobs. aktuelle-sozialpolitik.de

    Zum Thema

    Seit 2003, dem Jahr, in dem die damalige rot-grüne Bundesregierung die 1999 erst eingeführte Steuer- und Sozialversicherungspflicht bei Nebenbeschäftigungen wieder abgeschafft hatte, ist ein ungebrochener Run auf die Minijobs im Nebenjob (meist in Ergänzung zu einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung) zu beobachten. Im Juni 2003 lag die Zahl der im Nebenjob geringfügig entlohnten Beschäftigten noch unter einer Million, 2009 waren es bereits zwei Millionen. Zuletzt (Ende März 2018) wurde mit knapp 2,76 Millionen ein neuer Quartalshöchststand erreicht. Damit gingen 8,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einer geringfügig entlohnten Nebentätigkeit nach.

    Was auch immer die Motive der Multijobber/innen sein mögen – vielfach ist der Lohn aus dem Hauptjob nicht hoch genug, um über die Runden zu kommen oder um den gewünschten Lebensstandard zu halten bzw. zu erreichen, doch wird Mehrarbeit auch gerne mal aus steuerlichen Gründen im Nebenjob geleistet, weil sie im Hauptjob mit höheren Abgaben belastet wäre – , Fakt ist, dass die zunehmende Zahl an geringfügig entlohnten Nebenjobs dafür sorgt, dass die zurecht umstrittene Beschäftigungsform Minijob sich insgesamt wieder im Aufwärtstrend befindet. Die Arbeitgeber wird es freuen, können sie doch weiterhin auf einen großen Pool an flexibel einsetzbaren Billiglöhnern zurückgreifen.“ ↗miese-jobs.de

  • Flüchtlingsdebatte: Daten 2018

    04.02.2019/EG
    Quelle: Mediendienst Integration, Berlin

    Zahl der Flüchtlinge weltweit steigt / Zahl der Asylanträge in Deutschland sinkt / Fluchtweg Mittelmeer bezahlten 1.306 Menschen mit ihrem Leben (dokumentierte Todesfälle)

    In Deutschland wurden 2018 weniger Asylanträge gestellt als im Vorjahr. Aber weltweit ist die Zahl der Flüchtlinge und der Menschen, die in „flüchtlingsähnlichen Bedingungen“ in einem fremden Land leben, erneut gestiegen und liegt derzeit bei mehr als 23 Millionen Menschen. mediendienst-integration.de

  • Buchtipp: Soziologie der Gesundheit

    01.02.2019/EG

    Thomas Hehlmann, Henning Schmidt-Semisch, Friedrich Schorb: Soziologie der Gesundheit

    Lehrbuch/Sachbuch (Demokratie, Gesellschaft, Gesundheit, Ungleichheit)

    Haben Sie sich auch schon gefragt, warum Gesundheit heute eine so große Rolle spielt? Welche Ängste, Wünsche, Interessen und Machtverhältnisse hinter dem Bedeutungsgewinn von Gesundheit stehen?
    Thomas Hehlmann, Henning Schmidt-Semisch und Friedrich Schorb regen zum Nachdenken an: Sie skizzieren wie Gesundheit zur Wissenschaft wurde und wie soziale und gesundheitliche Ungleichheit zusammenhängen. Sie fragen, welche Folgen es hat, wenn immer mehr Phänomene zu Krankheiten erklärt werden und wenn die Frage „gesund oder ungesund“ zur moralischen Leitfrage wird. (mehr …)

  • Privatisierung der Bildung am Beispiel Ethik-Institut an der TUM

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    31.01.2019/EG
    Quelle: Studis Online, Hamburg

    ‘facebook‘ finanziert Technischer Universität München (TUM) ein Institut, das ethische Fragen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) erforscht

    Der US-amerikanische Social-Media-Konzern ‘facebook‘ unterstützt mit 6,5 Millionen Euro die TUM zur Erforschung ethischer Implikationen der KI.

    Christian Kreiß, Wirtschaftswissenschaftler an der Hochschule Aalen: „Das neue Ethik-Institut beginnt mit einem Ethikbruch. Bei der Besetzung von Instituten an staatlichen Hochschulen sollten nach Art. 33 II Grundgesetz diejenigen Bewerber zum Zug kommen, die am besten geeignet sind. Wer das ist, ermittelt man normalerweise durch öffentliche Stellenausschreibungen, Bewerbungsverfahren und anschließende Auswahl durch ein unabhängiges Expertengremium, etwa eine Berufungskommission.
    Im Fall des neu gegründeten TUM-Instituts hat man ein solches Auswahlverfahren offenbar umgangen und im wohlwollenden Einvernehmen mit dem Geldgeber Facebook lieber gleich einen Institutsleiter eingesetzt, von dem man weiß, dass er der Großindustrie sehr gewogen ist. Dadurch hatten leider andere ausgewiesene Ethikexperten, die beispielsweise der Denkrichtung der „integrativen Wirtschaftsethik“ angehören, keine Chance. Andererseits muss man zugeben, dass deren Vertreter ziemlich kritische Köpfe sind. Die wollte man dem spendablen US-Konzern möglicherweise lieber ersparen.
    Was wir erleben, ist also durchaus kein gelungener Start, aber ganz in der Tradition von Facebook, Ethikregeln ständig zu brechen.“ ↗studis-online.de