Schlagwort: Gesellschaft

  • Elternzeit steigert Lebenszufriedenheit der Kinder

    29.10.2019/EG
    Quelle: Ökonomenstimme, ein Blog der Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich

    Katharina Heisig und Larissa Zierow, beide Forscherinnen am ifo Institut München, untersuchten den Einfluss von Elternzeitreformen auf die kindliche Entwicklung

    „In unserem Paper (Heisig und Zierow, 2019) untersuchen wir mithilfe der Daten des sozioökonomischen Panels (SOEP) die Auswirkungen der von sechs auf zwölf Monate verlängerten Elternzeit auf die langfristige Lebenszufriedenheit von Kindern. Wir verwenden dafür die in der DDR geborenen Geburtskohorten 1980-1989. (…). Unsere Ergebnisse zeigen auf Grundlage von über 1100 Individuen, dass die von sechs auf zwölf Monate verlängerte Elternzeit zu einer höheren Lebenszufriedenheit der Kinder im Erwachsenenalter führt. Der Effekt ist robust und liegt bei einem Anstieg von ca. 8 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt vor der Elternzeitreform.“ ↗oekonomenstimme.org

  • Ehrenämter machen staatliche Lücken sichtbar

    28.10.2019/EG
    Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    Luise Burkhardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIW, und Jürgen Schupp, Wissenschaftler am DIW, untersuchten die Entwicklung von ehrenamtlichen Engagements in Deutschland

    „Vergleicht man den Anteil ehrenamtlich Engagierter hinsichtlich der Einwohnerzahl des Wohnorts, so zeigen sich markante Unterschiede zwischen Stadt und Land. Während der Anteil ehrenamtlich Engagierter in kleineren Kommunen zwischen 1990 und 2017 von 32 auf 37 Prozent zulegte, engagierten sich in diesem Zeitraum lediglich 24 bis 26 Prozent der Großstädter.“ diw.de

    Zum Thema

    Das Ehrenamt. Empirie und Theorie des bürgerschaftlichen Engagements. bpb.de

    Nach Angaben des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat engagieren sich in Deutschland rund 31 Millionen Menschen in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl. bund.de

    Über 60.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich in über 940 Tafel-Einrichtungen in Deutschland.
    Tafel Deutschland meldet einen um 20 Prozent gestiegenen Anstieg bei Rentnerinnen und Rentner. tafel.de

    Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, über die die Tafeln als immer selbstverständlicher werdender Teil der Überlebensökonomie und der Kritik daran aktuelle-sozialpolitik.de.

    Eine sozialpolitische Chronik (1969 bis 2006) von Johannes Steffen portal-sozialpolitik.de.

    Die Regierungsverantwortung im Rückblick:

    • seit März 2018: CDU/CSU/SPD (Koalitionsverhandlungen dauerten 171 Tage)
    • 2013 bis 2017: CDU/CSU/SPD
    • 2009 bis 2013: CDU/CSU/FDP
    • 2005 bis 2009: CDU/CSU/SPD
    • 2002 bis 2005: SPD/DIE GRÜNEN
    • 1998 bis 2002: SPD/DIE GRÜNEN
    • 1982 bis 1998: CDU/CSU/FDP
    • 1969 bis 1982: SPD/FDP
    • 1966 bis 1969: CDU/CSU/SPD
    • 1963 bis 1966: CDU/CSU/FDP
    • 1949 bis 1963: CDU/CSU mit wechselnden Koalitionspartnern (FDP/DP/GB/BHE/FVP)
  • Parteien nutzen zunehmend persönliche Profile für ihre ‚Botschaften‘

    23.10.2019/EG
    Quelle: Landesanstalt für Medien NRW, Düsseldorf

    Simon Hegelich, Politikwissenschaftler, und Juan Carlos Medina Serrano, Datenwissenschaftler, beide an der Hochschule für Politik der Technischen Universität München, untersuchten die Microtargeting-Aktivitäten* der Parteien in Deutschland bei der Wahl des Europäischen Parlaments 2019: CDU und SPD besonders engagiert

    „Die CDU und die SPD sind offenbar in das Microtargeting eingestiegen. Beide Parteien haben über 15.000 Anzeigen auf Facebook geschaltet. Diese Anzeigen sind häufig inhaltlich identisch, werden aber auf unterschiedliche Zielgruppen angewandt. Das sieht man auch an den geringen Durchschnitts-Kosten pro Anzeige. SPD und CDU geben nur 19 und 17 Euro pro geschalteter Anzeige aus. Daraus lässt sich schließen, dass diese Parteien angefangen haben, mit unterschiedlichen Targetings zu experimentieren.
    (…).
    Bei Microtargeting geht es darum, basierend auf Datenanalysen zielgerichtete Werbung an die Wähler zu übermitteln. Zunächst ist das ein ganz normales Vorgehen in Wahlkämpfen. Eine Politikerin, die vor der Landwirtschaftskammer eine Rede hält, wird vermutlich andere Themen ansprechen, als wenn sie sich auf einer Gewerkschaftsveranstaltung äußert. Durch gezielte Werbung in Sozialen Netzwerken verändert sich dieses Vorgehen jedoch erheblich und wirft sehr grundlegende ethische Fragen auf: Die Kommunikation in den Sozialen Netzwerken ist fragmentiert, d. h. es besteht die Möglichkeit, dass unterschiedliche Teilöffentlichkeiten ganz verschiedene Informationen aufnehmen. Damit besteht die Gefahr, dass Politiker oder Parteien widersprüchliche Positionen verbreiten und damit ihr wahres politisches Programm verschleiern. Die zweite Gefahr ist wesentlich schwieriger zu fassen: …“ ↗blm.de

    *Microtargeting nutzt eine auf Datenanalysen basierende und an Zielpersonen (Wähler) adressierte Werbung

  • Buchtipp: Soziale Gelbsucht

    18.10.2019/EG

    Guillaume Paoli: Soziale Gelbsucht

    Sachbuch (Demokratie)

    Die radikale Analyse eines radikalen Ereignisses: Sind die Gelbwesten der Beginn einer neuen Revolution?
    Einzigartig ist die Bewegung der Gilets jaunes in vielerlei Hinsicht: Einfache Menschen aus den Peripherien haben sich selbstständig vernetzt und lehnen jede Art von Repräsentation ab. Mit ihren Aktionsmethoden sprengen sie den Rahmen des institutionalisierten Protests. Ihre Forderungen sind nicht gerade revolutionär – sie wollen einfach bessere Lebensbedingungen, mehr Gerechtigkeit, mehr Achtung. Dennoch haben sie das Land in die tiefste soziale Krise seiner jüngeren Geschichte gestürzt. Die Neuigkeit des Ereignisses, das mit Sicherheit langfristige Folgen zeitigen wird, zeigt sich auch dadurch, dass es sich mit konventionellen Referenzen nicht interpretieren lässt. Stehen die Gilets jaunes links oder rechts, sind sie progressiv oder konservativ? (mehr …)

  • Klimapaket kontra Klimaziele

    17.10.2019/EG
    Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    Stefan Bach, Claudia Kemfert und Nicole Wagner, alle Forscher am DIW, untersuchten die Wirkungen von CO2-Bepreisung und Rückvergütung des Klimapakets / CO2-Bepreisung belastet die armen Haushalte deutlich stärker als die reichen Haushalte

    „Am 20. September hat die Bundesregierung ein Klimapaket beschlossen, mit dem die Klimaziele 2030 in den Sektoren Verkehr und Gebäude erreicht werden sollen. Doch bereits jetzt ist absehbar, dass der vorgeschlagene CO2-Preispfad und der anschließende Emissionshandel mit festgelegter Preisobergrenze als alleinige Instrumente nicht ausreichen. Insbesondere im Verkehrssektor werden die Maßnahmen die Emissionen nicht annähernd genügend mindern, zeigen die Berechnungen des DIW Berlin zur Lenkungswirkung. Trotz Senkung der EEG-Umlage und erhöhter Entfernungspauschale werden die öffentlichen Haushalte durch die die CO2-Bepreisung per Saldo bis zu zwölf Milliarden Euro im Jahr mehr einnehmen. Die privaten Haushalte mit niedrigen Einkommen werden dabei deutlich stärker belastet als die hohen Einkommen.“ diw.de

    Zum Thema

    In der Sendung „Die Anstalt“ vom 01.10.2019 erklären die Physiker Isaac Newton (Max Uthoff) und Angela Merkel (Claus von Wagner) warum Deutschland von dem Pfad zum Ziel 100% erneuerbare Energien mittlerweile so weit abgekommen ist ↗zdf.de.