Schlagwort: Arbeitswelt

  • ‘Wirtschaftsweise‘: Alternativlos sachverständig?

    05.11.2018/EG

    Der ‘Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung‘ übergibt am Mittwoch (07.) das Jahresgutachten 2018/2019 – Schwerpunkte des Jahresgutachtens sind Europa-, Finanz-, Sozial-, Gesundheits- sowie Wohnungspolitik

    Norbert Häring, Wirtschaftsjournalist: „Wirtschaftspolitik im Arbeitgeberinteresse wird von den Wirtschaftsweisen als alternativlos dargestellt. Die wissenschaftliche Redlichkeit bleibt dabei oft auf der Strecke. Umso erbitterter kämpft die Mehrheit im Sachverständigenrat darum, arbeitnehmernahe Störenfriede fernzuhalten oder wenigsten zu diskreditieren und auszugrenzen.“ ↗norberthaering.de (Beitrag enthält am Ende ein Dossier zu den „Tricks und Täuschungsmanövern“ der Sachverständigen)

    Hörfunk-Tipp zur ‘marktkonformen‘ Demokratie ↗br.de

    Gefangene im Glauben an ‘den Markt‘ – Wieso hat sich nach der Krise so wenig in der Wirtschaftswissenschaft verändert? ↗boeckler.de

    Thomas Vogel, Erziehungswissenschaftler, über Glück, Zufriedenheit und der ‘alternativlosen‘ Wirtschaftspolitik agora42.de

    Christian Bellak und Christian Reiner, Wirtschaftswissenschaftler, untersuchten die Verhandlungsmacht von Arbeit und Kapital awblog.at

  • Hohe Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern

    29.10.2018/EG aus der Europäischen Kommission, Brüssel

    In Deutschland liegt das geschlechterspezifische Lohngefälle bei 21,5 % – dritthöchster Wert in der EU

    Noch immer verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. So liegt der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn von Frauen in Europa bei 16,2 Prozent unter dem der Männer. In Deutschland beträgt die geschlechtsspezifische Lohnspreizung sogar 21,5 Prozent. Nur noch die Frauen in Tschechien (21,8 %) und Estland (25,3 %) nehmen größere Lohndifferenzen hin. ↗ec.europa.eu

  • „Arbeit muss teuer sein – und sich rar machen“

    29.10.2018/EG aus dem Blog ÖKONOMENSTIMME, Zürich

    Werner Vontobel, Autor und Wirtschaftskolumnist, über die Marktwirtschaft und die Vollbeschäftigung

    „Marktwirtschaft ist bekanntlich eine Veranstaltung, bei der es darum geht, mit möglichst wenig Aufwand, möglichst viel zu produzieren. Dieses Prinzip ist so erfolgreich, dass sich Deutschland schon bald nach dem 2. Weltkrieg über das „Wirtschaftswunder“ (der 1960erjahre) freuen konnte, mit Ferien am Mittelmeer für fast alle. (…). Dass der Markt weiterhin so funktioniert, wie es im Lehrbuch steht, zeigt sich auch daran, dass die Wirtschaftspolitik immer mehr zu einer Veranstaltung wird, bei der es darum geht, mit möglichst wenig Geld, für möglichst viel Beschäftigung zu sorgen. Dabei ist die Frage, welche Bedürfnisse mit dieser Arbeit befriedigt werden, nicht erlaubt.

    Deutschland gehört in dieser Disziplin zur Weltspitze und zu den Vorreitern …“ ↗oekonomenstimme.org

  • Arm trotz Arbeit

    19.10.2018/EG aus dem Blog O-Ton Arbeitsmarkt, Remagen

    Jeder zweite Aufstocker ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt / 34 bis 50 Prozent derer, die Anspruch auf SGB-II-Leistungen (Hartz IV) hätten, stellen keinen Antrag

    „Knapp 1,11 Millionen Erwerbstätige im Hartz-IV-Bezug zählte die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) im März 2018. Während einige das Indiz für ausufernde Erwerbsarmut werten, wehren sich andere Stellen, wie zum Beispiel das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln vehement gegen diese Lesart der Statistik. Wer hat also recht?
    (…)
    Die BA-Statistik über Aufstocker bildet das Ausmaß der Erwerbsarmut in Deutschland also nur äußerst lückenhaft ab. Außerdem gibt es mehrere Millionen Vollzeitbeschäftigte, die mit ihrem Einkommen knapp über der Hartz-IV-Bedarfsgrenze liegen, bei der eindimensionalen Fokussierung auf das Aufstocken mit Hartz IV aber folglich ausgeblendet werden, wie zum Beispiel auch Sozialwissenschaftler Stefan Sell, Hochschule Koblenz, kritisiert.“ o-ton-arbeitsmarkt.de

    O-Ton Arbeitsmarkt ist ein Kooperationsprojekt des Instituts für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM), des Evangelischen Fachverbands für Arbeit und Soziale Integration e.V. (EFAS), und der Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeit e.V. Das Kooperationsprojekt versteht sich als Alternative zur offiziellen Berichterstattung.

  • Die Doppelmoral der IG-Metall

    07.10.2018/EG aus dem Blog AKTUELLE SOZIALPOLITIK, Remagen

    Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, über eine ‘Arbeitnehmervertretung‘ zwischen Geben und Nehmen

    „Da begrenzt ein Gesetz die für Leiharbeiter zulässige Überlassungshöchstdauer auf 18 Monate und die Gewerkschaft schließt mit den Arbeitgebern einen Tarifvertrag, der diese Höchstdauer nicht etwa nach unten begrenzt, sondern sie erheblich verlängert? Warum macht die IG Metall so etwas mit?
    (…)
    Vor diesem Hintergrund ist dann so eine Meldung interessant: IG Metall-Betriebsräte-Befragung: Leiharbeit und Fremdvergaben verdrängen reguläre Arbeitsplätze, …
    (…)
    … die Freiheitsgrade bei der Vergabe von Werk- und Dienstverträgen sichern aus Sicht der Arbeitgeber die für sie nützliche und erforderliche Asymmetrie gegenüber den Betriebsräten und deren Gewerkschaft.“ aktuelle-sozialpolitik.de