Schlagwort: Arbeitswelt

  • Einkommen durch Kapital ist ertragreicher als mit Arbeit

    12.02.2020/EG
    Quelle: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München

    Charlotte Bartels, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, über die steigende Polarisierung der Markteinkommen

    „Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts sind Kapitaleinkommen seit den 1950er Jahren mit dem Faktor 12,5 gewachsen, während Arbeitseinkommen nur mit dem Faktor 7 gestiegen sind. Während Arbeitseinkommen für die breite Bevölkerung die Haupteinkommensquelle darstellt, beziehen nur die obersten 1% einen substanziellen Anteil ihres Einkommens aus Kapital, d.h. aus Unternehmensgewinnen, Dividenden, Zinsen oder Vermietung und Verpachtung. Wenn Kapitaleinkommen also schneller wachsen als Arbeitseinkommen, führt das in der Regel zu einem Anstieg der Einkommensungleichheit.“
    (…).
    „Erklärtes Ziel der sozialen Marktwirtschaft ist es, alle an Wachstum und Wohlstand teilhaben zu lassen. Die aufgezeigten Entwicklungen zeichnen jedoch das Bild, dass dieser essentielle Verteilungsmechanismus mehr und mehr zur Konzentration von Einkommen am oberen Ende der Einkommensverteilung beigetragen hat. Vermutlich wird die Einkommenskonzentration in Deutschland sogar noch unterschätzt, …“ ifo.de (Seite 9 ff)

  • Globalisierung: Arbeit und Einkommen sind weltweit im Missverhältnis

    12.02.2020/EG
    Quelle: International Labour Office (ILO), Genf

    ILO-Bericht „World Employment and Social Outlook – Trends 2020“: Unzureichend bezahlte Arbeit betrifft fast eine halbe Milliarde Menschen

    Das Missverhältnis zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage geht über die Arbeitslosigkeit hinaus und verstärkt sie. Zusätzlich zur weltweiten Zahl der Arbeitslosen (188 Millionen) haben 165 Millionen keine ausreichende Erwerbsarbeit und 120 Millionen geben die aktive Arbeitssuche auf oder haben keinen weiteren Zugang zum Arbeitsmarkt. Insgesamt sind weltweit mehr als 470 Millionen Menschen betroffen.
    ILO-Schätzungen zeigen, dass die Einkommensungleichheit auf globaler Ebene höher ist als bisher angenommen, insbesondere in den Entwicklungsländern.
    Den ILO-Bericht lesen Sie hier ilo.org.

    Zum Thema

    Globalisierungsgewinner und Globalisierungsverlierer

    Zaras Mutterkonzern Inditex stellt sich als äusserst transparent dar – und behauptet, die Interessen der Menschen, die seine Kleider herstellen, hätten für ihn oberste Priorität. Stimmt das? Unsere Erkenntnis: Selbst bei Zaras «Join Life»-Linie, die besonders nachhaltig sein soll, ist der Preisdruck auf die Produzenten so immens, dass schlussendlich jene am teuersten für den Gewinn von Inditex bezahlen, die diesen erst möglich machen: die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken. publiceye.ch

    Die weltweite Rohstoffindustrie ist in einige der schlimmsten Arbeits-, Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen verwickelt. Die Rechte von Gemeinden, Bauern und Ureinwohnern werden in dem Drang nach immer mehr Abbau mit Füßen getreten. Die Studie „Facing Finance Dirty Profits 6“ zeigt, wie die Rohstoffunternehmen seit 2012 mit den Menschenrechts- und Umweltverletzungen umgehen, die in den Berichten über die schmutzigen Profite aufgezeigt werden, und wie ausgewählte europäische Banken im Laufe der Zeit auf diese Verletzungen bei der Bereitstellung von Finanzmitteln reagiert haben. ↗misereor.org

  • SGB-II-Verwaltung kostet 6,8 Mrd. Euro

    04.02.2020/EG
    Quelle: Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ), Bremen

    BIAJ: „Verwaltungskosten“ für Hartz IV stiegen 2019 auf 6,77 Milliarden Euro

    Die „Verwaltungskosten für die Durchführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende“, nach Sozialgesetzbuch II (Hartz IV), summierten sich 2019 auf insgesamt 6,77 Milliarden Euro. biaj.de

  • TV-Tipp: Abschied von der Mittelschicht

    03.02.2020/EG
    Quelle: Gemeinschaftssender ARTE, Strasbourg

    Reportage über das wachsende Prekariat in Europa

    „Rund ein Drittel aller Beschäftigten in Europa lebt in Unsicherheit. Obwohl sie Arbeit haben, teilweise sogar mehrere Jobs gleichzeitig, kommen sie nur knapp über die Runden. Sie bilden das sogenannte „Prekariat“. Die wachsende Angst vor der Armut führt zu einem Gefühl des sozialen Ausschlusses und auch zu Zweifeln an der Demokratie. Populistische Parteien profitieren.“
    Guy Standing, Wirtschaftswissenschaftler an der SOAS University of London: „In allen Ländern, in denen sie den Arbeitsmarkt flexibler gestaltet haben, sind mehr Menschen ins Prekariat abgerutscht.“ ↗arte.tv

  • Standortqualität im Sinne von ‘Familienunternehmen‘

    16.01.2019/EG
    Quelle: Stiftung Familienunternehmen, München

    Studie „Länderindex Familienunternehmen – Standortfaktoren in Emerging Markets“ macht unternehmerische Investitionsentscheidungen von standortunabhängigen Unternehmen sichtbar / Ergebnis: Russland, Türkei und China erringen die ersten drei Plätze im Standortranking

    Nach Angaben der Autoren finden große Familienunternehmen in den Emerging Markets (Schwellenländer) ein Umfeld vor, „das diesem Sektor etwa in Bezug auf Steuern, Regulierung, Energie- oder Arbeitskosten interessante Entwicklungsmöglichkeiten bietet“.
    Die vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, Mannheim, erstellte Studie umfasst die Themengebiete „Steuern“, „Arbeitskosten, Produktivität, Humankapital“, „Regulierung“, „Finanzierung“, „Infrastruktur“, „Institutionen“ und „Energie“.
    Die Studie lesen Sie hier ↗familienunternehmen.de.

    Zum Thema

    Die gemeinnützige „Stiftung Familienunternehmen“ ist nach eigenen Angaben eine wirtschaftlich und politisch unabhängige Initiative von Familienunternehmen. Die Satzung lesen Sie hier familienunternehmen.de.

    Ein Forscherteam vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) hat sich im Jahr 2016 mit 61 unternehmensnahe Stiftungen, die im Bereich Wissenschaft tätig sind, befasst. Ergebnis: „Sie attestieren der Mehrzahl der Stiftungen „eine elitäre Ausrichtung“ und Intransparenz und stellen fest, dass sich die Arbeit der Stiftungen häufig mit den Interessen der verbundenen Unternehmen überschneidet. Schon länger haben auch wir Stiftungen als Lobbyakteure im Blick – so etwa die Stiftung Familienunternehmen und ihre Lobbyarbeit für Hochvermögende im Zuge der Erbschaftssteuer oder die …“ lobbycontrol.de

    Ergänzende Informationen über die „Stiftung Familienunternehmen“ lesen Sie hier lobbypedia.de.