Kategorie: Allgemein

  • ‚Mietpreisbremse‘ würde bei einer technischen Abnahme durchfallen

    13.05.2019/EG
    Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Essen

    RWI-Studie: „Schon nach gut einem Jahr hat die Mietpreisbremse keinen Effekt mehr auf die Entwicklung der Mieten.“

    Die wichtigsten Ergebnisse:

    • „Durch die Mietpreisbremse liegen die Mieten von Wohnungen, die unter die Regulierung fallen, um durchschnittlich 2,5 Prozent niedriger als es ohne die Gesetzesänderung der Fall gewesen wäre.
    • Beispiel: Umgerechnet auf eine Dreizimmerwohnung in Berlin mit 60 Quadratmetern führt die Mietpreisbremse zu einer monatlichen Ersparnis von rund 12,50 Euro.
    • Am stärksten wirkt sich die Mietpreisbremse auf günstige Wohnungen aus: In der Beispielrechnung läge die monatliche Ersparnis bei Wohnungen im niedrigsten Preissegment bei durchschnittlich 14 Euro und bei Wohnungen mit geringer Qualität bei 21 Euro.
    • Die Mietpreisbremse wirkt lediglich kurzfristig: Ein Jahr bis anderthalb Jahre nach Inkrafttreten hat sie keinen dämpfenden Effekt mehr auf die Mietpreissteigerungen.“

    Die RWI-Studie lesen Sie hier ↗rwi-essen.de.

    Das RWI versteht sich als modernes Zentrum für wissenschaftliche Forschung und evidenzbasierte Politikberatung.

    Zum Thema

    Andrej Holm, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität Berlin, und Claus Schreer, Mitarbeiter des Institutes für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (ISW) und Pazifist, untersuchten die Ursachen und Alternativen zum Wohnungsmangel und zur Mietpreisexplosion: „Miet- und Steuergesetzgebung sichern optimale Profitbedingungen“

    Die ISW-Studie lesen Sie hier isw-muenchen.de.

    Das Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (ISW), München, versteht sich als Wirtschaftsforschungs-Institut, das alternativ zum neoliberalen Mainstream Analysen, Argumente und Fakten für die wissenschaftliche und soziale Auseinandersetzung anbietet.

    Mieterverein München reicht erste Musterfeststellungsklage im Mietrecht beim Oberlandesgericht München ein. mieterverein-muenchen.de

  • Video-Tipp: „Die Party der Banker geht weiter“

    13.05.2019/EG
    Quelle: Gemeinschaftssender 3sat, Mainz

    Dokumentation zur aktuellen Situation der Finanzbranche

    „2008 mussten weltweit Banken gerettet werden – durch das Geld der Steuerzahler. Das sollte sich nie mehr wiederholen. Sind die Banken heute unter Kontrolle? Was hat die Branche aus der Finanzkrise gelernt? (…) Die Autoren stoßen immer wieder auf deutliche Indizien, dass die Finanzkrise keineswegs vorbei ist. Im Gegenteil: 2018 gibt es erstaunliche Parallelen zu der Zeit kurz vor dem Mega-Crash.“ ↗3sat.de

  • USA: FED-Direktorin kritisiert Ungleichheit

    11.05.2019/EG
    Quelle: Federal Reserve System (FED), Washington, DC (USA)

    Lael Brainard, Direktorin der US-Notenbank, über die Ungleichheit in den USA und den damit verbundenen Verwerfungen / Die reichsten 10 Prozent halten mehr vom Nationalvermögen als die restlichen 90 Prozent

    „Jüngste Untersuchungen zeigen, dass Haushalte mit geringerem Vermögen einen größeren Teil der Einkommensgewinne ausgeben als Haushalte mit höherem Vermögen. Eine Wirtschaft, die einen zunehmenden Anteil der Einkommensgewinne an Haushalte mit hohem Vermögen liefert, könnte daher zu einem geringeren Wachstum der Konsumnachfrage führen als eine Wirtschaft, in der die Gewinne gleichmäßiger verteilt sind. Tatsächlich verlief die Erholung der Konsumausgaben nach der Großen Rezession langsamer, als es die Erholung des Gesamteinkommens der Haushalte und des Nettovermögens zuvor nahegelegt hätte, und die zunehmende Ungleichheit ist eine plausible Erklärung.“ federalreserve.gov

    Zum Thema

    Martin Gilens und Benjamin I. Page, beide Politikwissenschaftler, untersuchten den Einfluss von Eliten, Interessengruppen und Durchschnittsbürgern auf die US-amerikanische Politik:

    „Die multivariate Analyse zeigt, dass wirtschaftliche Eliten und organisierte Gruppen, die Geschäftsinteressen vertreten, erhebliche unabhängige Auswirkungen auf die Politik der US-Regierung haben, während durchschnittliche Bürger und massenbasierte Interessengruppen wenig oder keinen unabhängigen Einfluss haben. Die Ergebnisse liefern eine wesentliche Unterstützung für Theorien der wirtschaftlich-elitären Herrschaft und für Theorien des voreingenommenen Pluralismus, nicht aber für Theorien der mehrheitlichen Wahldemokratie oder des mehrheitlichen Pluralismus.“ ↗princeton.edu

    Buchtipp: Martin Gilens: Wohlstand und Einfluss auf wirtschaftliche Ungleichheit und politische Macht in Amerika princeton.edu

  • Buchtipp: Das falsche Leben

    10.05.2019/EG

    Marc Augé: Die Zukunft der Erdbewohner
    Ein Manifest

    Sachbuch (Gesellschaft, Umwelt, Zukunft)

    Wie würde sich uns die Welt mit ihren Problemen und Möglichkeiten präsentieren, wenn wir aus dem Weltall auf sie blickten? Marc Augé zeigt in seinem visionären Manifest, dass die Erdlinge angesichts der ökologischen, demografischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen nur eine Zukunft haben, wenn sie sich als wirklich globale Gemeinschaft sehen und auch endlich dementsprechend handeln. Während wir mit den unablässigen technologischen Umwälzungen und der vollständigen globalen Vernetzung kaum mehr Schritt halten können, hat sich die Weltbevölkerung in drei Klassen aufgeteilt: wenige Mächtige, eine Masse von satten Konsumenten und das große Heer derer, die von Arbeit und Gütern ausgeschlossen sind. Nur wenn wir uns sowohl auf der kleinsten persönlichen Ebene wie im weltgesellschaftlichen Maßstab gegenseitig als Erdlinge erkennen, kann eine neue übergreifende Solidarität erwachsen – im Zentrum steht dabei eine Ressource, die unendlich oft teilbar ist, ohne weniger zu werden: das weltweite Wissen. (mehr …)

  • Marktwirtschaft: Akteure sind dem Profit verpflichtet!

    09.05.2019/EG
    Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), Hamburg

    Henning Vöpel, Wirtschaftswissenschaftler der Hamburg School of Business Administration (HSBA) und HWWI-Geschäftsführer, über den Einfluss und die Wirkung von Partikularinteressen auf die Soziale Marktwirtschaft

    „Die Angriffe auf die Soziale Marktwirtschaft mehren sich – von allen Seiten. Das ist gefährlich, denn sie bleibt die größte Bastion der Demokratie. Kommt die Marktwirtschaft ins Rutschen, wackelt die Demokratie. Im letzten Jahr hat Xavier Sala-i-Martín* in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum bereits die Befürchtung geäußert, Demokratie und Marktwirtschaft könnten historisch ihre beste Zeit schon hinter sich haben. Die Äußerungen von Kevin Kühnert sind mitnichten der erste Angriff auf die Marktwirtschaft. Die ersten kamen sogar von jenen, die immer vorgaben, sie schützen zu wollen.“ ↗hwwi.org

    * Xavier Sala-i-Martín: Wirtschaftswissenschaftler an der Columbia University, New York, und Chefberater des Global Competitiveness Report des Weltwirtschaftsforums