Schlagwort: Wirtschaft

  • Video-Tipp: „Oeconomia“

    08.11.2021/EG
    Quelle: Gemeinschaftssender „3sat“, Mainz

    Dokumentation von Carmen Losmann über den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, Verschuldung und Vermögenskonzentration

    Die Wirtschaft wächst, wenn die Geldmenge wächst. Die Geldmenge wächst, wenn … ↗youtube.de.

  • Buchtipp: Drecksarbeit

    05.11.2021/EG

    Jan Stremmel: Drecksarbeit
    Geschichten aus dem Maschinenraum unseres bequemen Lebens

    Sachbuch (Arbeitswelt, Globalisierung, Konsum, Ökonomie)

    „Im kenianischen Hinterland machen Arbeiterinnen auf einer Rosenfarm Überstunden, weil in Deutschland bald Valentinstag ist. Am Stadtrand von Kalkutta färben Bengalen ohne jede Schutzkleidung Unterhosen für europäische Discounter. Es sind diese Zusammenhänge zwischen unserem Leben im bequemen Europa und der harten Realität in Entwicklungsländern, die Jan Stremmel in zehn dringlichen wie mitreißenden Reportagen schildert. Er zeigt, dass unser Alltag nur möglich ist, weil wir unbequeme Arbeit dorthin ausgelagert haben, dass unser Konsum Teil des Problems ist – und damit auch Teil der Lösung.
    Innerhalb von fünf Jahren war Jan Stremmel in mehr als vierzig Ländern unterwegs. Fernab touristischer Hotspots oder traumhafter Strände besuchte er Orte, an denen die Auswirkungen unserer globalisierten Welt besonders deutlich sind –Textilfabriken in Asien, ausgetrocknete Seen in Kasachstan oder südamerikanische Kaffeeplantagen. Von seinen Eindrücken berichtet Stremmel in packenden, dicht erzählten Reportagen und deckt die Zusammenhänge zwischen unserem bequemen Europa und der harten Realität in den Entwicklungsländern auf. Seine Erzählungen bieten einen ehrlichen Einblick in das Leben als Reporter und lassen uns auch unseren täglichen Konsum überdenken.“

    Autor

    Jan Stremmel, geboren 1985, ist Journalist und Moderator. Stremmel schreibt und dreht u. a. investigative Reportagen über die Gesellschaft. Seine Arbeiten erhielten diverse Auszeichnungen.

    Knesebeck Verlag, ISBN: 978-3-95728-515-7, Buch, 22 Euro

  • Buchtipp: Immer-mehr und Nie-genug!

    29.10.2021/EG

    Bernhard Ungericht: Immer-mehr und Nie-genug!
    Eine kurze Geschichte der Maßlosigkeit

    Sachbuch (Gesellschaft, Ökonomie)

    „Das Prinzip Maßlosigkeit charakterisiert die Ökonomie und die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Nichts scheint je genug zu sein – alles muss immer mehr werden. Der entfesselte Wille zum „Immer-mehr“ und die von ihm hervorgebrachte Ökonomie der Maßlosigkeit haben eine erstaunliche Geschichte. Dieses Buch versucht, Antworten auf drei Fragen zu geben: Die erste Frage führt uns in die Vergangenheit: Wie hat sich die maßlose Ökonomie herausgebildet? Welche Entwicklungen und historischen Wendepunkte haben uns dorthin gebracht, wo wir heute stehen? Die zweite Frage blickt auf die Konsequenzen: Wie verändert die Ökonomie der Maßlosigkeit im Verlauf ihres historischen Siegeszuges allmählich den Menschen selbst, sein Denken und seine Beziehungen? Die dritte Frage richtet sich an die Zukunft: Wie geht es weiter? Wohin könnte uns dieser historische Irrweg noch führen? Was droht uns, und wie kann ein Pfadwechsel hin zu einer Ökonomie des rechten Maßes vielleicht doch noch gelingen?“

    Autor

    Bernhard Ungericht ist Wirtschaftspädagoge und Politikwissenschaftler, leitet den „Arbeitsbereich nachhaltige Wirtschaft. Ethik & Transformation“ der Universität Graz und ist verantwortlich für die Spezielle Betriebswirtschaftslehre „Wirtschaftsethik und Unternehmensverantwortung“.

    Metropolis Verlag, ISBN: 978-3-7316-1482-1, E-Buch, 21 Euro

  • Steuern: Senkung der Unternehmenssteuern bringen höhere Löhne und Wirtschaftswachstum?

    23.08.2021/EG
    Quellen: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München / Ökonomenstimme, Zürich

    Ifo-Studie: „Niedrigere Steuern für Unternehmen bringen höhere Löhne, mehr Beschäftigung und höheres Wachstum“

    Auszug, Zusammenfassung, Seite 3: „Eine Senkung der Körperschaftsteuer um 5 Prozentpunkte führt kurzfristig zu einem Rückgang des Steueraufkommens um 13,8 Mrd. Euro. Langfristig sind die jährlichen Steuerausfälle kleiner, weil Investitionen und Beschäftigung steigen. Eine Kombination aus Körperschaftsteuersenkung und beschleunigten Abschreibungen würde kurzfristig das Steueraufkommen sogar um 30 Mrd. Euro senken. Dafür würden Investitionen und Beschäftigung so stark zunehmen, dass die jährlichen Steuereinnahmen mittelfristig wieder auf das Ausgangsniveau ansteigen. Das Bruttoinlandsprodukt und der Konsum der privaten Haushalte wären aber um rund 3% höher als ohne Reform. Die Löhne würden um etwa 4% höher liegen.“
    Die Studie lesen Sie hier ↗ifo.de.

    Sebastian Gechert, Wirtschaftswissenschaftler am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf, und Philipp Heimberger, Wirtschaftswissenschaftler am Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw), stellten bei ihren Untersuchungen keine positiver Wachstumseffekt von Unternehmenssteuersenkungen fest:
    Zusammenfassung: „Die empirische Literatur über die Auswirkungen von Unternehmenssteuern auf das Wirtschaftswachstum kommt zu uneindeutigen Schlussfolgerungen: Unternehmenssteuersenkungen erhöhen, verringern oder beeinflussen das Wachstum nicht signifikant. Wir wenden Meta-Regressionsmethoden auf einen neuen Datensatz mit 441 Schätzungen aus 42 Primärstudien an. Es gibt Anzeichen für eine Publikationsselektivität zugunsten der Berichterstattung über wachstumsfördernde Auswirkungen von Körperschaftssteuersenkungen. Nach Korrektur dieser Verzerrung können wir die Hypothese eines Nulleffekts von Unternehmenssteuern auf das Wachstum nicht zurückweisen. Mehrere Faktoren beeinflussen die gemeldeten Schätzungen, darunter die Wahl der Forscher bei der Messung von Wachstum und Unternehmenssteuern sowie die Kontrolle anderer Haushaltskomponenten.“
    Die Studie lesen Sie hier ↗boeckler.de. Den Fachartikel zur Studie lesen Sie hier ↗oekonomenstimme.org.

    Das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim untersuchte für die Stiftung Familienunternehmen die steuerpolitischen Wahlprogramme der Bundestagsparteien.
    Die Studie lesen Sie hier ↗familienunternehmen.de.

  • Buchtipp: Es gibt kein Grundrecht auf unbegrenztes Eigentum

    13.08.2021/EG

    Dieter Drabiniok: Es gibt kein Grundrecht auf unbegrenztes Eigentum
    Anregung zur Einführung eines Existenzmaximums

    Sachbuch (Demokratie, Einkommen, Kapitalismus, Politik, Umwelt, Ungleichheit, Wirtschaft)

    „Klimawandel, Corona-Verschuldung und wachsende soziale Ungleichheit bedrohen schon jetzt den sozialen Frieden, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – und darüber hinaus die Lebensgrundlagen künftiger Generationen. Eine wirksame politische Reaktion ist dringend nötig. Das Konzept einer Obergrenze für das Lebenseinkommen ist neu und ungewöhnlich, weil es ein demokratisch zu beschließendes Existenzmaximum mit der natürlich begrenzten Lebenszeit der Bürgerinnen und Bürger verknüpft.
    Damit unterscheidet es sich von anderen Vorschlägen wie gedeckelten Monats- oder Jahresgehältern von Topverdienern, begrenzten Managerboni oder höheren Erbschafts- oder Vermögenssteuern. Das Konzept setzt bei der Ursache des Wachstumszwanges an: dem überschüssigen Geld der Vermögenden, dem »freien Kapital«, das sich durch Kapitalanlagen und Investitionen stetig vermehren soll. Ziel des Konzeptes ist es, dieses »freie Kapital« zu reduzieren und dadurch die Wachstumsdynamik und deren negative Folgen zu bremsen. Das Konzept ist verfassungskonform, verstößt nicht gegen das Recht auf Eigentum und akzeptiert soziale Ungleichheit bis zu dieser Obergrenze.“

    Autor

    Dieter Drabiniok, geboren 1954 in Bottrop (NRW). Nach Hauptschulabschluss und Abschluss einer Maurerlehre engagierte er sich ab 1977 gegen Umweltzerstörung und Wachstumswirtschaft. Er ist Gründungsmitglied der Partei Die Grünen und zog für sie 1983 in den Deutschen Bundestag ein und war ihr verkehrspolitischer Sprecher. Ab 1986 bereitete er die Gründung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) e. V. vor, für den er nach der Bundestagszeit bis 1990 als Vorstandsreferent arbeitete. Parteipolitisch ist er nicht mehr aktiv. Er ist Mitglied der Gewerkschaften IG Metall und ver.di. Sein politisches Lebensmotto lautet: Resignation ist keine Alternative.

    Oekom Verlag, ISBN: 978-3-96238-319-0, Buch, 63 Seiten, 9 Euro