Schlagwort: Ungleichheit

  • Globalisierung: Jeder fünfte Euro aus der EU wird in Steueroasen investiert!

    22.01.2017/EG aus der Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, Luxemburg

    Eurostat veröffentlicht Bestände der weltweiten Direktinvestition 2016: ‘Investitionen‘ in Steueroasen steigen auf 1,3 Billionen Euro – plus 20,8 % gegenüber 2015

    Eurostat listet in der aktuellen Meldung die Bestände von Direktinvestitionen aus der Europäischen Union im Jahr 2016 in sogenannten Offshore-Finanzzentren in Höhe von 1,28 Euro (2015: 1,06 Billionen Euro) auf. Der gesamte Direktinvestitionsbestand der EU in der übrigen Welt summierte sich Ende 2016 auf 7,6 Billionen Euro (2015: 6,89 Billionen Euro). Davon wurden 20,2 Prozent (1,28 Billionen Euro) in Steueroasen ‚investiert‘. ec.europa.eu

  • Bitcoin: Digitale Währung mit demokratiefeindlichem Charakter?

    17.12.2017/EG aus dem Medium BLÄTTER FÜR DEUTSCHE UND INTERNATIONALE POLITIK, Berlin

    Daniel Leisegang, Redakteur, über den gesellschaftlichen Preis der Kryptowährung

    „Es fehlt ein demokratisch reguliertes Korrektiv, das die Übermacht einiger weniger Akteure beschneidet. Bleibt eine solche Regulierung aus, wird die Spekulationsblase unweigerlich weiter anwachsen, die Vermögensungleichheit weiter zunehmen und werden die Miner noch mächtiger werden. (…) Die Bitcoin-Währung führt indes allzu deutlich vor Augen, dass dies nicht nur ein gefährlicher, sondern auch ein zutiefst demokratiefeindlicher Irrweg ist.“ blaetter.de

  • EU: Handelsbilanzen der Ungleichen

    15.12.08.2017/EG aus dem statistischen Amt der Europäischen Union ’Eurostat‘, Luxemburg

    Handelsbilanz der EU-Staaten Januar bis Oktober 2017:

    17 von 28 EU-Staaten (60,7 %) melden Defizite / Deutschlands Exportanteil (1.064,6 Mrd. Euro) an allen Ausfuhren der EU28 (4.327,9 Mrd. Euro) liegt bei 24,6 %
    12 von 19 Euro-Staaten (63,1 %) melden Defizite / Deutschlands Exportanteil (1.064,6 Mrd. Euro) an allen Ausfuhren der EU19 (3.341,8 Mrd. Euro) liegt bei 31,9 %

    Das statistischen Amt der Europäischen Union ‘Eurostat‘ meldet die Handelsbilanzsalden der 28 EU-Mitgliedstaaten für die Monate Januar bis Oktober 2017:

    Handelsbilanzsaldo (weltweite Ausfuhren abzüglich weltweite Einfuhren) insgesamt

    • Deutschland: 206,7 Mrd. Euro Exportüberschuss (- 2,1 Prozent gegenüber Jan. bis Okt. 2016)
    • EU27 (ohne Deutschland): 58,1 Mrd. Euro Überschuss (Niederlande) bis 149,3 Mrd. Euro Defizit (Vereinigtes Königreich)

    Handelsbilanzsaldo innerhalb der EU28

    • Deutschland: 58,7 Mrd. Euro Exportüberschuss (- 9,8 Prozent gegenüber Jan. bis Okt. 2016)
    • EU27 (ohne Deutschland): 163,8 Mrd. Euro Überschuss (Niederlande) bis 89,5 Mrd. Euro Defizit (Vereinigtes Königreich)

    Handelsbilanzsaldo der EU28 mit der restlichen Welt

    • Deutschland: 148,1 Mrd. Euro Exportüberschuss (+ 1,4 Prozent gegenüber Jan. bis Okt. 2016)
    • EU27 (ohne Deutschland): 28,3 Mrd. Euro Überschuss (Italien) bis 105,8 Mrd. Euro Defizit (Niederlande)

    Die komplette Mitteilung lesen Sie hier europa.eu.

    Zum Thema

    „Der Welthandel ist ein Nullsummenspiel, bei dem die Überschüsse des einen die Defizite des anderen sind.“makronom.de

    „Ungesunder Überschuss“↗boeckler.de

    „Das süße Gift der Exportüberschüsse“ makronom.de

    IMK-Report zur Rolle der Nominallöhne für die Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse boeckler.de

  • Buchtipp: Selbstjustiz

    15.12.2017/EG

    Tanguy Viel: Selbstjustiz

    Roman (Sozialkrimi)

    Ein Mann ertrinkt auf hoher See – war es Unfall oder Mord? Der Verdächtige vertraut dem Richter ganz ungeschützt seine Lebensbeichte an. Ein fein ziselierter Roman über Schicksal und Moral.

    Martial Kermeur ist des Mordes angeklagt. An einem einzigen Tag, Auge in Auge mit dem Richter, erzählt er die Geschichte seines Lebens in einer kleinen bretonischen Stadt am Meer, von der gescheiterten Ehe mit France und von seinem Sohn Erwan, den er allein aufgezogen hat. Er ist ein einfacher und bescheidener Mann, der das alte Gutshaus verwaltet, bis es einer Großbaustelle weichen muss. Seinem Sohn will er ein Vorbild sein und ihm nicht das Gefühl vererben, auf der Seite der Verlierer zu stehen. Und doch scheitert Kermeur an den eigenen Hoffnungen. Er wird von dem Immobilienspekulanten Antoine Lazenec schmählich betrogen, dem es über Jahre hinweg gelungen ist, buchstäblich die ganze Stadt mit einer gläsernen Chimäre hinters Licht zu führen und so Gemeinde wie Kleinanleger finanziell zugrunde zu richten.

    Minimalistisch und elegant ist dieses neue Sprachkunstwerk, dieser Roman über einen Mann, der ehrenwert leben will und zum Mörder wird. (mehr …)

  • Steuerdebatte: Steueroasen und deren Nutzer werden durch Lücken in Rechtssystemen bereichert

    13.12.2017/EG aus dem Blog ÖKONOMENSTIMME, Zürich

    Dominika Langenmayr, Wirtschaftswissenschaftlerin, über ein mangelhaftes Rechtssystem zur Besteuerung von Gewinnen

    „Es ist schwierig, die Steuervermeidung von internationalen Konzernen im gegenwärtigen Steuersystem anzugehen. Jeder neuen Gegenmaßnahme, jeder Verschärfung bestehender Regeln steht eine ganze Industrie gegenüber, die nach Lücken in den Gesetzen sucht. Diese Lücken entstehen, da die Regeln zielgerichtet sein sollen. Eine pauschale Regel ist entweder zu ungenau oder belastet auch rein nationale Unternehmen, die keine Steueroasen nutzen. Steuerliche Regeln, die nur multinationale Unternehmen betreffen, sind darüber hinaus nicht mit europäischem Recht vereinbar.“ ↗oekonomenstimme.org

    Zum Thema

    Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland belief sich zum Ende des zweiten Quartals 2017 auf 5,7 Billionen Euro. Davon 15 Prozent sind 855 Milliarden Euro! ↗bundesbank.de

    „EU und die USA verlieren jährlich rund 60 Milliarden Euro durch die künstliche Verlagerung von Gewinnen.“ Die steuerlichen Verluste als Anteil am laufenden Körperschaftsteuerertrag berechnen die Wirtschaftswissenschaftler Thomas Tørsløv, Ludvig Wier und Gabriel Zucman, für Deutschland auf insgesamt 32 Prozent. gabriel-zucman.eu.

    Die Bundesminister der Finanzen seit 1982:

    • Gerhard Stoltenberg (CDU) 1982 bis 1989
    • Theo Waigel (CSU) 1989 bis 1998
    • Oskar Lafontaine (SPD) Oktober 1998 bis März 1999
    • Hans Eichel (SPD) 1999 bis 2005
    • Peer Steinbrück (SPD) 2005 bis 2009
    • Wolfgang Schäuble (CDU) 2009 bis 2017
    • Peter Altmaier (CDU) kommissarisch seit 24.10.2017