Schlagwort: Ungleichheit

  • Buchtipp: Frei, fair und lebendig

    12.07.2019/EG

    David Bollier, Silke Helfrich: Frei, fair und lebendig
    Die Macht der Commons

    Sachbuch (Gemeingüter, Gesellschaft, Kapitalismus, Ungleichheit)

    Dieses Buch soll Mut machen. Es vereint ein beziehungsreiches Denken mit einer neuen Art zu handeln. Das Ziel: eine freie, faire und lebendige Gesellschaft. Doch das Gewohnte hat sich tief eingegraben in unseren Köpfen, in unserem Alltag, in Markt und Staat.
    Silke Helfrich und David Bollier legen überkommene Denkmuster frei und entwerfen ein Programm für ein gelingendes Miteinander, ein anderes Politikverständnis und ein sorgendes Wirtschaften. Im Mittelpunkt stehen dabei Commons-Praktiken. Sie zeigen, wie wir in Verschiedenheit gemeinsame Ziele verfolgen. Ganz praktisch können so Häuser und Fahrzeuge in ähnlicher Weise wie die Wikipedia entstehen. Das Buch stiftet zudem an, wie ein „Commoner“ zu denken. (mehr …)

  • Energiewende: Bericht bestätigt ‘Tempo‘ der Regierungsarbeit

    10.07.2019/EG
    Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Berlin

    Zweiter Fortschrittsbericht zur Energiewende 2019 (Seite 16): „Die Unzufriedenheit mit der Energiewende-Politik der Bundesregierung sei deutlich auf 61 Prozent gestiegen. Als wichtigste Gründe werden vor allem genannt: zu langsame Umsetzung (58 Prozent) und mangelnde soziale Gerechtigkeit (52 Prozent).“

    Im Jahr 2017 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch 36 Prozent. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch soll laut Koalitionsvertrag bis 2030 bei etwa 65 Prozent liegen.
    Ausgewählte ‘Fortschritte‘ aus dem Bericht:

    • Primärverbrauch: Einsparziel verfehlt
    • Energieverbrauch in Gebäuden: Einsparziel fraglich
    • Energieverbrauch im Verkehr: Einsparziel verfehlt
    • Treibhausgasemissionen: Einsparziel fraglich

    Den kompletten Bericht lesen Sie hier bmwi.de.

  • Wirtschaftspolitik erschafft Lebensbedingungen

    08.07.2019/EG
    Quelle: Ökonomen-Blog VOX, London

    William H. Dow, Anna Godøy, Chris Lowenstein, Michael Reich, alle Wirtschaftswissenschaftler an der University of California, Berkeley, untersuchten den Zusammenhang von „Todesfällen aus Verzweiflung“ (Konsum legaler und illegaler Drogen sowie Suizide) und Wirtschaftspolitik in den USA

    Die Wissenschaftler William H. Dow, Anna Godøy, Chris Lowenstein und Michael Reich haben die Ursachen sowie die Wirksamkeit politischer Reaktionen auf den jüngsten Anstieg der Sterblichkeit aufgrund von Alkohol, Drogen und Selbstmord unter US-Bürgern ohne Hochschulabschluss untersucht. Ergebnis: Mindestlohn und Lohnsteuergutschrift – die beiden wichtigsten politischen Hebel zur Einkommenssteigerung für Niedriglohnarbeiter in den USA – sind wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der vorgenannten Verwerfungen. Beide Instrumente (Mindestlohn und Lohnsteuergutschrift) reduzierten die Selbstmordrate bei Erwachsenen ohne Hochschulabschluss deutlich, bei den Frauen noch stärker.
    In den USA stieg im Zeitraum 1999 bis 2017 die altersbereinigte Rate der Todesfälle durch Drogenüberdosierung um 256 Prozent, die Selbstmordrate um 33 Prozent. voxeu.org

    Zum Thema

    Dimensionen prekärer Beschäftigung und Gesundheit im mittleren Lebensalter“ in Deutschland

    Kennzeichen prekärer Erwerbssituationen: geringe Entlohnung, mangelnde Möglichkeiten der Selbstverwirklichung in der Erwerbstätigkeit, soziale Isolation sowie der Mangel an Planungssicherheit und Anerkennung. (…). Während eine formalrechtlich prekäre Erwerbssituation in keinem statistischen Zusammenhang zur körperlichen oder mentalen Gesundheit steht, geht eine materiell-prekäre Lebenssituation mit einer durchschnittlich schlechteren körperlichen Gesundheit einher. Noch stärkeren Einfluss auf die Gesundheit haben arbeitsplatzbezogene prekäre Kennzeichen der Erwerbstätigkeit. ↗boeckler.de

    Armut – Morbidität – Mortalität: Situation in Deutschland“

    Zwischen dem sozialen Status und Morbidität besteht nachweislich eine enge Korrelation. Verbunden sind damit Beeinträchtigungen im Alltag, eine verminderte gesundheitsbezogene Lebensqualität und möglicherweise sogar eine vorzeitige Mortalität. Kumuliert man die zuvor aufgezählten Erkrankungen, Beschwerden und Risikofaktoren, ergibt sich bei Menschen mit einem niedrigen SES im Vergleich zu denen mit einem höheren SES ein erhöhtes Sterberisiko, eine verringerte Lebenserwartung sowie weniger Lebensjahre bei guter Gesundheit.“ (Seite 15)
    Lösungsansätze: Bekämpfung sozialer Ungleichheit und Armut sowie eine zielgruppenspezifische Gesundheitsförderung und Prävention. (Seite 16) ↗nav-virchowbund.de

  • Mietkosten: Ältere Mieterhaushalte stark belastet

    03.07.2019/EG
    Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    Bei zwei Drittel aller älteren Mieterhaushalte liegt die Wohnkostenbelastung über 30 Prozent

    „Die Zahl der älteren Menschen nimmt in Deutschland zu. Dabei steigen die Wohnkosten seit einigen Jahren schneller als die Alterseinkommen. Damit nimmt auch die Wohnkostenbelastung im Alter zu, allerdings nicht für alle Gruppen gleichförmig. Eine doppelte Polarisierung nach Wohnform und Einkommenshöhe setzt ein. Zunächst ist der Anteil der Mieterhaushalte unter den Älteren gesunken. Aber die Schere der Kostenbelastung zwischen MieterInnen und EigentümerInnen einerseits und über die Einkommensverteilung andererseits geht auseinander. Diese Effekte verstärken sich gegenseitig, da in den höheren Einkommensquintilen der Anteil der (vollentschuldeten) EigentümerInnen zugenommen hat. Sozialpolitisch brisant ist die Situation von immer mehr älteren Mieterhaushalten, von denen fast zwei Drittel mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aufwenden müssen.“ diw.de

  • Wirtschaftswachstum wirkt tief

    25.06.2019/EG
    Quelle: Blätter für deutsche und internationale Politik, Berlin

    Ulrich Roos, Akademischer Rat an der Universität Augsburg, plädiert für eine intervenierende Sozialwissenschaft

    „Viele Ökonomen scheinen zudem aus dem Blick verloren zu haben, dass Märkte nicht voraussetzungslos unter Bedingungen von Pareto-Gleichgewichten operieren, sondern politischen Machtmechanismen, dem Streben nach Kartellbildung oder der Beeinflussung politischer Entscheidungen zugunsten von bestimmten Marktteilnehmern unterworfen sind. Daher ist es notwendig, Märkte immer wieder auf ihre gesellschaftlich intendierten und nicht-intendierten Handlungsfolgen zu überprüfen und gegebenenfalls politisch zu regulieren. (…).
    Die Saat der Demokratiekrise besteht wohl nicht allein in der ökonomischen Ungleichheit, sondern in einer damit korrelierenden Krise der politischen Bildung. Wer die Vorgänge einer komplexen Welt nicht versteht und sich zugleich ökonomisch von den staatlichen Institutionen nicht vertreten fühlt, neigt kaum zur Verteidigung der repräsentativen Demokratie.“ blaetter.de

    Zum Thema

    Werner Vontobel, Autor und Wirtschaftsjournalist:
    50 Jahre nach dem „Wirtschaftswunder“ und nachdem sich die Produktivität noch einmal verdreifacht hat, führt Deutschland unter dem Stichwort Hartz-IV eine Hungerlohndebatte. Da ist etwas gründlich schiefgelaufen. ↗oekonomenstimme.org

    Amin Schäfer, Politikwissenschaftler an der Universität Münster: Vortrag an der Uni Witten/Herdecke „Politische Gleichheit – das uneingelöste Versprechen der Demokratie
    youtube.de