Schlagwort: Rente

  • Pflege: Ein organisch wachsendes Geschäftsfeld

    21.07.2021/EG
    Quelle: Investigate Europe, Berlin

    Quequers Capital*: „Der deutsche Markt für private Pflegeheime wird auf einen Wert von etwa 30 Milliarden Euro geschätzt, mit einer stabilen Wachstumsrate von über 3 % aufgrund einer alternden Bevölkerung und dem stetigen Trend hin zu Privatisierung der öffentlichen Anbieter.“

    Die 28 größten Pflegeheimbetreiber in Europa betreiben über 1.700 Einrichtungen mit rund 150.000 Betten. Darunter sind laut Recherche der Investigate Europe die in Deutschland aktiven Pflegeheimbetreiber
    Alloheim Senioren-Residenzen SE (Inhaber: Nordic Capital) mit rund 22.000 Betten,
    Victor’s Group (Inhaber: Hartmut Ostermann) mit rund 15.000 Betten,
    Deutsche Wohnen SE (Inhaber: Vonovia, BlackRock, u. w.) mit rund 10.000 Betten,
    Kursana GmbH (Inhaber: Dussmann Group / Familie Dussmann) mit rund 9.500 Betten,
    Azurit Deutschland GmbH (Inhaber: Azurit Group) mit rund 6.300 Betten,
    DOMICIL Senioren-Residenzen Hamburg SE (Inhaber: Dieter Scheck, Markus Scheck, u.w.) mit rund 6.300 Betten,
    Schönes Leben Gruppe B.V. & Co. KG (Inhaber: Waterland Privat Equity) mit rund 6.200 Betten,
    Emvia Living GmbH (Inhaber: Chequers Capital) mit rund 6.200 Betten und
    Vitanas GmbH & Co. KGaA (Inhaber: Oaktree Capital) mit rund 5.400 Betten.

    Weitere Informationen lesen Sie hier investigate-europe.eu.
    Ein Interview mit Erik Hamann, Geschäftsführer der Orpea Gruppe (Betreiber von Pflegeheimen), lesen Sie hier investigate-europe.eu.

    *Das Zitat lesen Sie hier ↗chequerscapital.com.

    Ist der Pflegemarkt ein Markt? Auszug aus einem Beitrag von Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, vom 16.08.2018:
    „In der Pflege sind auch private Betreiber tätig und sollen es auch unbedingt sein. Denn eine Vielfalt, ein Wettbewerb der Anbieter liegt im Interesse der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen.“ bundesgesundheitsministerium.de.

    Informationen aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zum Wirtschaftsfaktor „Pflege“ lesen Sie hier bmwi.de.

  • Buchtipp: Working Class

    07.05.2021/EG

    Julia Friedrichs: Working Class
    Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können

    Sachbuch (Arbeitswelt, Armut, Rente, Ungleichheit)

    „Die Generation nach den Babyboomern ist die erste nach dem Zweiten Weltkrieg, die ihre Eltern mehrheitlich nicht wirtschaftlich übertreffen wird. Obwohl die Wirtschaft ein Jahrzehnt lang wuchs, besitzt die Mehrheit in diesem Land kaum Kapital, kein Vermögen. Doch sich Wohlstand aus eigener Kraft zu erarbeiten ist schwieriger geworden, insbesondere für die, die heute unter 45 sind. Die Hälfte von ihnen fürchtet, im Alter arm zu sein. Was sind die Ursachen für diesen großen gesellschaftlichen Umbruch, wann fing es an?
    Julia Friedrichs spricht mit Wissenschaftlern, Experten und Politikern. Vor allem aber begleitet sie Menschen, die dachten, dass Arbeit sie durchs Leben trägt, die reinigen, unterrichten, Tag für Tag ins Büro gehen und merken, dass es doch nicht reicht. Sie sind die ungehörte Hälfte des Landes. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte.“

    Autor

    Julia Friedrichs, 1979 im westlichen Münsterland geboren, studierte Journalistik in Dortmund und Brüssel. Seitdem arbeitet sie als Autorin von Reportagen und Dokumentationen für die ARD, das ZDF und die Zeit. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, den Nachwuchspreis des Deutsch-Französischen Journalistenpreises, den Dr. Georg Schreiber-Medienpreis sowie 2019 den Grimme-Preis.

    Berlin Verlag, ISBN: 978-3-8270-8029-5, Buch, 304 Seiten, 19 Euro

    Änne Seidel, Moderatorin, im Gespräch mit Julia Friedrichs hören Sie hier deutschlandfunk.de.

  • Buchtipp: Die Rente

    02.04.2021/EG

    Klaus Müller: Die Rente

    Sachbuch (Alterssicherung, Rente, Politik, Wirtschaft)

    „Klaus Müller stellt zunächst die Entstehung des deutschen Rentensystems im Zuge der Bismarck’schen Politik von Zuckerbrot und Peitsche gegenüber der sozialistischen Arbeiterbewegung dar. Danach verfolgt er, wie es vor und nach dem Zweiten Weltkrieg weiterging, um sodann die gegenwärtige Situation unter die Lupe zu nehmen: Seit Jahren steigt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, während die der Beitragszahler*innen sinkt. Steht somit also der »Generationenvertrag« vor dem Aus? Scheitert die solidarische Umlagefinanzierung? Führt deshalb kein Weg vorbei am Ausbau der privaten Vorsorge für das Alter? Und sind langfristige Beitragserhöhungen ohne Alternative? Oder muss die Lebensarbeitszeit verlängert werden, um das deutsche Rentensystem zu retten? Klaus Müller weist nach, dass allen Unkenrufen zum Trotz diese Fragen verneint werden können. Er belegt, dass und wie das System der umlagefinanzierten Altersrente den künftigen Anforderungen standhalten kann. Es auszubauen und durch staatliche Zuschüsse zu stärken, das ist – wie Müller schlüssig nachweist – der einzig sichere Weg, die Altersrente als tragende Säule der Alterssicherung zukunftsfest zu machen.“

    Autor

    Klaus Müller, Prof. Dr. sc. oec., *1944, bis 1991 beschäftigt an der TU Karl-Marx-Stadt und der TU Chemnitz. Danach freiberuflicher Dozent für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Von 2000 bis 2009 Leiter des Studiengangs »Mittelständische Wirtschaft« an der Berufsakademie Glauchau. Etwa 400 Publikationen.

    PapyRossa Verlag, ISBN: 978-3-89438-760-0, Buch, 134 Seiten, 10 Euro

  • Mindestlohn: Wie wenig ist angemessen?

    27.02.2021/EG
    Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

    Malte Lübker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am WSI, und Thorsten Schulten, Politikwissenschaftler am WSI und an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, untersuchten die Entwicklung angemessener Mindestlöhne in der EU

    Auszug (Report Seite 15):
    „Nach den Berechnungen der Kommission müssten die Mindestlöhne mit einer Zuwachsrate von mehr als 40 % in Estland am stärksten steigen. Erhöhungen von deutlich mehr als 30 % wären in Malta, Lettland, Irland und Tschechien nötig. Lediglich Slowenien, Frankreich und Portugal hätten nur einen relativ geringen Anpassungsbedarf. Aus-gehend von den von der Kommission verwendeten Eurostat-Daten des Jahres 2019 müsste der Mindestlohn in Deutschland um 29,6 % steigen, um den Richtwert von 60 % des Medians zu erreichen. Dies entspräche einem Mindestlohn von 11,90 € – und zwar bezogen auf das Jahr 2019. In einem Gutachten für das Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) errechnen Weinkopf und Kalina (2020) auf Basis der OECD-Datenbasis einen ähnlichen Wert, den sie mit 12,07 € für das Jahr 2020 beziffern. Beide Berechnungen stützen damit die Forderung nach einer Erhöhung des Mindestlohns auf 12 € (z. B. DGB 2020).“

    Den Report lesen Sie hier boeckler.de.

    Zum Thema

    Die Entwicklung der Reallöhne, der Nominallöhne und der Verbraucherpreise in Deutschland lesen Sie hier destatis.de.

    Eine Studie zur Tarifbindung in Deutschland lesen Sie hier boeckler.de.

    „Der durchschnittliche Bruttobedarf von Empfängerinnen und Empfängern der Grundsicherung im Alter, die außerhalb von Einrichtungen leben, beträgt 796 Euro (Stand Dezember 2018). Um eine Nettorente oberhalb dieses Betrags zu erhalten, würden aktuell 27,2 Entgeltpunkte benötigt. Um dies bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden über 45 Jahre versicherungspflichtiger Beschäftigung hinweg zu erreichen, wäre aktuell rechnerisch ein Stundenlohn von 12,13 Euro und bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden rechnerisch ein Stundenlohn von 11,68 Euro erforderlich.“ bundestag.de (Auszug Seite 5)

    Die Entwicklung und Höhe des benötigten Jahreseinkommens zur Altersabsicherung (Tabelle Seite 4) auf Grundsicherungsniveau (Tabelle Seite 3) lesen Sie hier bundestag.de.

  • Rente: Das notwendige Brutto

    30.09.2020/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Bruttolohn in Höhe von 24.000 Euro jährlich ermöglicht nach 45 Jahren ein Grundsicherungsniveau?

    Das rentenversicherungspflichtige Jahresentgelt für 45 Beitragsjahre an nötigen Entgeltpunkten für eine Nettorente in Höhe des durchschnittlichen Bruttobedarfs in der Grundsicherung im Alter (außerhalb von Einrichtungen) des gleichen Jahres betrug 23.886 Euro im Jahr bzw. 12,44 Euro je Arbeitsstunde (Werte von 2019). Im Berechnungsjahr 2019 lag das Bruttomonatsentgelt von 10,13 Millionen Arbeitnehmern unterhalb des Schwellenwertes von monatlich 1.990 Euro. bundestag

    Zum Thema

    Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg der Anteil der über 64-Jährigen, die gemessen am Bundesmedian armutsgefährdet sind, in den vergangenen 15 Jahren um 4,7 Prozentpunkte auf 15,7 % im Jahr 2019. In keiner anderen Altersgruppe war der Anstieg seit dem Jahr 2005 so groß. destatis