Schlagwort: Politik

  • Einkommen: Immer mehr Menschen haben eine zweite Arbeitsstelle

    04.02.2019/EG
    Quelle: Aktuelle Sozialpolitik, Remagen

    Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, über die seit 15 Jahren steigende Zahl von Berufstätigen mit Nebenjobs

    „Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten ist in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich gestiegen. Rund 3,4 Millionen Menschen in Deutschland üben aktuell mehr als einen Job aus, das sind 150.000 mehr als noch Mitte 2017.

    Die häufigste Kombination: eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einem Minijob. So machen es rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland.

    In knapp 330.000 Fällen wurden dagegen mindestens zwei sozialversicherungspflichtige Jobs kombiniert.

    Rund 270.000 Menschen haben mindestens zwei Minijobs. aktuelle-sozialpolitik.de

    Zum Thema

    Seit 2003, dem Jahr, in dem die damalige rot-grüne Bundesregierung die 1999 erst eingeführte Steuer- und Sozialversicherungspflicht bei Nebenbeschäftigungen wieder abgeschafft hatte, ist ein ungebrochener Run auf die Minijobs im Nebenjob (meist in Ergänzung zu einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung) zu beobachten. Im Juni 2003 lag die Zahl der im Nebenjob geringfügig entlohnten Beschäftigten noch unter einer Million, 2009 waren es bereits zwei Millionen. Zuletzt (Ende März 2018) wurde mit knapp 2,76 Millionen ein neuer Quartalshöchststand erreicht. Damit gingen 8,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einer geringfügig entlohnten Nebentätigkeit nach.

    Was auch immer die Motive der Multijobber/innen sein mögen – vielfach ist der Lohn aus dem Hauptjob nicht hoch genug, um über die Runden zu kommen oder um den gewünschten Lebensstandard zu halten bzw. zu erreichen, doch wird Mehrarbeit auch gerne mal aus steuerlichen Gründen im Nebenjob geleistet, weil sie im Hauptjob mit höheren Abgaben belastet wäre – , Fakt ist, dass die zunehmende Zahl an geringfügig entlohnten Nebenjobs dafür sorgt, dass die zurecht umstrittene Beschäftigungsform Minijob sich insgesamt wieder im Aufwärtstrend befindet. Die Arbeitgeber wird es freuen, können sie doch weiterhin auf einen großen Pool an flexibel einsetzbaren Billiglöhnern zurückgreifen.“ ↗miese-jobs.de

  • Flüchtlingsdebatte: Daten 2018

    04.02.2019/EG
    Quelle: Mediendienst Integration, Berlin

    Zahl der Flüchtlinge weltweit steigt / Zahl der Asylanträge in Deutschland sinkt / Fluchtweg Mittelmeer bezahlten 1.306 Menschen mit ihrem Leben (dokumentierte Todesfälle)

    In Deutschland wurden 2018 weniger Asylanträge gestellt als im Vorjahr. Aber weltweit ist die Zahl der Flüchtlinge und der Menschen, die in „flüchtlingsähnlichen Bedingungen“ in einem fremden Land leben, erneut gestiegen und liegt derzeit bei mehr als 23 Millionen Menschen. mediendienst-integration.de

  • Privatisierung der Bildung am Beispiel Ethik-Institut an der TUM

    Bearbeiten

    31.01.2019/EG
    Quelle: Studis Online, Hamburg

    ‘facebook‘ finanziert Technischer Universität München (TUM) ein Institut, das ethische Fragen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) erforscht

    Der US-amerikanische Social-Media-Konzern ‘facebook‘ unterstützt mit 6,5 Millionen Euro die TUM zur Erforschung ethischer Implikationen der KI.

    Christian Kreiß, Wirtschaftswissenschaftler an der Hochschule Aalen: „Das neue Ethik-Institut beginnt mit einem Ethikbruch. Bei der Besetzung von Instituten an staatlichen Hochschulen sollten nach Art. 33 II Grundgesetz diejenigen Bewerber zum Zug kommen, die am besten geeignet sind. Wer das ist, ermittelt man normalerweise durch öffentliche Stellenausschreibungen, Bewerbungsverfahren und anschließende Auswahl durch ein unabhängiges Expertengremium, etwa eine Berufungskommission.
    Im Fall des neu gegründeten TUM-Instituts hat man ein solches Auswahlverfahren offenbar umgangen und im wohlwollenden Einvernehmen mit dem Geldgeber Facebook lieber gleich einen Institutsleiter eingesetzt, von dem man weiß, dass er der Großindustrie sehr gewogen ist. Dadurch hatten leider andere ausgewiesene Ethikexperten, die beispielsweise der Denkrichtung der „integrativen Wirtschaftsethik“ angehören, keine Chance. Andererseits muss man zugeben, dass deren Vertreter ziemlich kritische Köpfe sind. Die wollte man dem spendablen US-Konzern möglicherweise lieber ersparen.
    Was wir erleben, ist also durchaus kein gelungener Start, aber ganz in der Tradition von Facebook, Ethikregeln ständig zu brechen.“ ↗studis-online.de

  • Pflegekosten: Privatrisiko oder solidarische Haftpflicht?

    31.01.2019/EG
    Quelle: Verband der Ersatzkassen (vdek), Berlin

    Zuzahlung für stationären Aufenthalt liegt aktuell bei rund 1.800 Euro / vdek fordert „mehr gesamtgesellschaftliche Verantwortung“

    Um eine schleichende Privatisierung des Pflegerisikos zu vermeiden, fordert der vdek mehr gesamtgesellschaftliche Verantwortung. vdek.com.

    Zum Thema

    „Umdenken bei der Finanzierung der Pflege notwendig“ gkv-spitzenverband.de.

    Ausgaben für Hilfsmittel wie Rollstühlen, Krankenbetten, Atemgeräten, Stehhilfen, Kommunikationshilfen usw., sind im Zeitraum 2015 bis 2017 um 12,1 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro angewachsen. ↗barmer.de (Seite 32)

  • TV-Tipp: Rente

    25.01.2019/EG
    Quelle: 3sat, Mainz

    Wirtschaftsmagazin ‘makro‘ sendet heute Abend, ab 21:00 Uhr, einen Beitrag zur aktuellen Rentendebatte / Michael Klundt, Politikwissenschaftler: „Die Widersprüche liegen zwischen Arm und Reich“

    „Innerhalb von 20 Jahren gab es mehr als ein Dutzend Rentenreformen in Deutschland. Durch das ab Januar geltende neue Gesetz wird das Rentenniveau nicht weiter absinken. Das ist der Abschied von der Generationengerechtigkeit, kritisiert nicht nur der Arbeitgeberverband. Denn anders als es das Bild von flaschensammelnden Rentnern vermittelt, ist das Armutsrisiko bei älteren Menschen geringer als bei jüngeren. Das liegt zum Beispiel an der wachsenden Lohnungleichheit zwischen Jung und Alt. Prekäre Jobs, befristete Verträge: Jüngere Menschen haben es heute schwerer als ihre Eltern, ein gutes Einkommen zu erzielen.“ 3sat.de

    Zum Thema

    Die Regierungsverantwortung im Rückblick:

    • seit 2017/2018: CDU/CSU und SPD
    • 2013 bis 2017: CDU/CSU und SPD
    • 2009 bis 2013: CDU/CSU und FDP
    • 2005 bis 2009: CDU/CSU und SPD
    • 1998 bis 2005: SPD und Bündnis90/Die Grünen
    • 1982 bis 1998: CDU/CSU und FDP
    • 1974 bis 1982: SPD und FDP

    Aus den Wahlprogrammen der Parteien, die in der Regierungsverantwortung waren bzw. sind: (mehr …)