Schlagwort: Kapitalismus

  • Buchtipp: Ökonomisierung

    18.02.2022/EG

    Rüdiger Graf (Hsg.): Ökonomisierung
    Debatten und Praktiken in der Zeitgeschichte

    Sachbuch (Gesellschaft, Ökonomie, Politik)

    „Ökonomisierung ist ein Kampfbegriff, um den in der jüngsten Zeitgeschichte Debatten über die Bedeutung des Ökonomischen in politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen kreisten. Positiv bezeichnet Ökonomisierung etwa die notwendige Anpassung an zunehmend globalisierte wirtschaftliche Austauschprozesse, negativ aber die Unterwerfung von Politik und Gesellschaft unter Effizienz- und Rentabilitätskriterien. Unklar bleibt oft, was eigentlich das »Ökonomische« ist, das in andere Systemzusammenhänge übertragen wird. Erschöpft sich diese Expansion nicht oft in der Übernahme ökonomischen Vokabulars?
    Untersucht wird in diesem Band, was vor allem seit den 1970er Jahren in verschiedenen Feldern als Ökonomisierung verstanden wurde. Wer wollte das Recht, die Verwaltung oder die Medizin ökonomisieren, und welche Vorstellungen des Ökonomischen lagen dem jeweils zugrunde? Welche Entwicklungen wurden demgegenüber als Ökonomisierung kritisiert und abgelehnt?“

    Herausgeber
    Rüdiger Graf, geb. 1975, ist Abteilungsleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

    Beiträge von
    Hannah Ahlheim, Ralf Ahrens, Marcus Böick, Christian Kleinschmidt, Roman Köster, Nicole Kramer, Martin Lengwiler, Alina Marktanner, Benjamin Möckel, Klaus Nathaus, Christopher Neumaier, Louis Pahlow, Laura Rischbieter, Désirée Schauz und Ute Volkmann.

    Wallstein Verlag, ISBN: 978-3-8353-3414-4, Buch, 43 Euro

  • Krankenhäuser: BMG hält Konzentrationsprozess für den richtigen Weg – trotz offensichtlicher Versorgungsdefizite

    11.12.2021/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Bericht über den durch die Förderung nach dem Krankenhausstrukturfonds bewirkten Strukturwandel

    Bewertung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter Minister Jens Spahn (CDU), Seite 4:
    „Der Abschlussbericht der begleitenden Auswertung des RWI macht deutlich, dass der mit dem KHSF* verfolgte gesetzgeberische Zweck, die Versorgungsstrukturen anhand von Konzentrationseffekten und des Abbaus von Vorhalteaufwand zu verbessern, grundsätzlich erreicht wurde. Die geförderten Vorhaben haben einen messbaren Beitrag zur Verbesserung der Krankenhausstrukturen geleistet…“
    Den Bericht lesen Sie hier bundestag.de.
    *Krankenhausstrukturfonds

    Thomas Gerlinger, Gesundheitswissenschaftler an der Universität Bielefeld, zu „Krankenhäuser in Deutschland. Strukturen – Probleme – Reformen“, Auszug, Seite 11:
    „Zu den wichtigsten strukturellen Veränderungen zählt die fortschreitende Privatisierung der Krankenhäuser…“ bpb.de

  • Pflege: Der 60-Milliarden-Euro-Markt

    30.11.2021/EG
    Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Essen

    Pflegeheim Rating Report 2022: Hauptgrund für das Wachstum des Pflegemarkts ist und bleibt die Alterung der Gesellschaft

    „Hauptgrund für das Wachstum des Pflegemarkts ist und bleibt die Alterung der Gesellschaft. So ist bei konstanten Pflegequoten bis zum Jahr 2030 in Deutschland mit 4,9 Millionen Pflegebedürftigen zu rechnen, bis 2040 mit 5,6 Millionen. Das wäre gegenüber 2019 ein Anstieg um 20 bzw. 35 Prozent…“

    RWI-Forscher Ingo Kolodziej: „Um die Personalknappheit zu überwinden, gilt es, Pflegeberufe attraktiver zu machen, sowohl durch höhere Löhne für qualifiziertes Personal als auch durch bessere Arbeitsbedingungen“. ↗rwi-essen.de

    Zum Thema

    Pflege-Report 2021 des Wissenschaftlichen Institutes der AOK, Seite 155:
    „Durch die Alterung der Gesellschaft und den zunehmenden Trend hin zu mehr professioneller Pflege wird der Pflegemarkt weiterhin stark wachsen. Durch die steigende Nachfrage ergibt sich ein deutlicher Mehrbedarf an Personal und Kapital, …“ springer.com

  • Video-Tipp: „Oeconomia“

    08.11.2021/EG
    Quelle: Gemeinschaftssender „3sat“, Mainz

    Dokumentation von Carmen Losmann über den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, Verschuldung und Vermögenskonzentration

    Die Wirtschaft wächst, wenn die Geldmenge wächst. Die Geldmenge wächst, wenn … youtube.de.

  • Buchtipp: Reicher Pöbel

    22.10.2021/EG

    Björn Vedder: Reicher Pöbel
    Über die Monster des Kapitalismus

    Sachbuch (Kapitalismus)

    „Die Superreichen stehen unter heftigem Beschuss: Sie plündern die Welt und mästen sich an fremder Arbeit, verspielen unsere Zukunft und zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die »Fuck-You-Politik der Oberschicht« (Michael Naumann) hat einen »Krieg der Klassen« (Warren Buffet) provoziert, der größtenteils noch in den Medien, vielleicht aber bald schon in den Parlamenten und auf den Straßen geführt wird.
    Mit den geschulten Augen des Kulturphilosophen zeigt Björn Vedder: Die Kritik am »reichen Pöbel«, wie sie derzeit in Debatten, Filmen, Büchern und Fernsehserien Konjunktur hat, ist halbherzig und heuchlerisch. Sie dämonisiert eine kleine gesellschaftliche Gruppe, ohne das dahinterstehende Wirtschaftssystem und unsere eigene Rolle darin infrage zu stellen. Wie gefährlich diese fehlgeleitete Kritik für die politische Kultur und die unter Druck geratene Mittelschicht werden kann, zeigen die jüngsten Wahlerfolge von Populisten, etwa von Donald Trump oder der AfD.
    Denn während es sich die vermeintlichen Gesellschaftskritiker beim Reichen-Bashing gemütlich machen, entsteht eine brandgefährliche politische Allianz: Der arme und der reiche Pöbel schicken sich gemeinsam an, der von ihnen umklammerten Mitte der Gesellschaft den Garaus zu machen.“

    Autor

    Dr. Björn Vedder wendet sich als Philosoph den Phänomenen der Gegenwart und den drängenden Fragen unserer Gesellschaft zu. Dabei reicht sein Arbeitsgebiet weit über die Philosophie hinaus – etwa in die zeitgenössische Kunst, Literatur und Populärkultur. Zu seinen letzten Veröffentlichungen gehören »Neue Freunde« (transcript, 2017) und »Reicher Pöbel« (Büchner, 2018). Er lebt mit seiner Familie als Publizist und Kurator in Herrsching am Ammersee.

    Büchner Verlag, ISBN: 978-3-96317-671-5, E-Buch, 14 Euro