Schlagwort: Kapitalismus

  • Wohnkosten belasten immer mehr

    30.06.2023/EG
    Quelle: Deutscher Mieterbund, Berlin

    Jeder dritte Mieterhaushalt ist finanziell überlastet

    Öko-Institut-Studie „Wohn- und Energiekostenbelastungen von Mietenden“, Seite 20: „Laut diesen Berechnungen haben rund 3,1 Millionen mietende Haushalte eine Belastung durch Wohnkosten von über 40% ihres verfügbaren Einkommens und gelten damit als besonders belastet. Dies deckt sich mit den Erstergebnissen den Mikrozensus 2022 (Destatis 2023a). Die meisten dieser Haushalte sind in den ersten drei Einkommensdezilen zu finden. Weitere 4,3 Millionen mietende Haushalte müssen 30-40% ihres Einkommens für Wohnkosten aufwenden. Die restlichen 14,1 Millionen mietenden Haushalte geben weniger als 30% ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Insgesamt gelten Haushalte in Großstädten oder mit neueren Mietverträgen als stärker belastet als solche in Kleinstädten oder mit älteren Mietverträgen (Destatis 2023a).“

    Die Studie „Wohn- und Energiekostenbelastung von Mietenden“ lesen Sie hier ↗mieterbund.de.

    Zum Thema

    Eine Studie der Arbeiterkammer Wien zur Mietkostenbelastung privater Haushalte in Wien, Hamburg und Berlin lesen Sie hier ↗awblog.at.

  • Buchtipp: „Die Wohnungsfrage – eine Gerechtigkeitsfrage“

    30.06.2023/EG

    Julian Degan, Bernhard Emunds, Lukas Johrendt, Torsten Meireis, Clemens Wustmans (Hg.): Die Wohnungsfrage – eine Gerechtigkeitsfrage

    Sachbuch (Kapitalismus, Politik, Wohnen)

    „Wohnraum, zumal in der Stadt, ist knapp – und teuer. Seit geraumer Zeit führt der globale Trend der Urbanisierung auch in deutschen Groß- und Mittelstädten, die sich im globalen Vergleich lange durch moderate Mieten auszeichneten, im Verbund mit einer Reihe weiterer Faktoren zu einer massiven Erhöhung der Wohnkosten. Der Band geht der Frage nach den normativen Dimensionen dieser Entwicklung in interdisziplinärer Perspektive nach. Dazu beschäftigt er sich mit der historischen Entwicklung der Wohnungspolitik und mit Spezifika des Gutes Wohnen aus ökonomischer und juristischer Perspektive. Außerdem geht es um Verteilungsfragen sowie um den Zusammenhang des Wohnens mit ökologischen und kulturellen Entwicklungen. Schließlich werden normative Grundlinien der Wohnraumdebatte rekonstruiert, um so zu klären, inwiefern die Wohnungsfrage als Gerechtigkeitsfrage zu verstehen ist.“

    Autoren

    Duncan Barahona, Iris Behr, Fabian Beran, Julian Degan, Birte Frommer, Susanne Heeg, Ralph Henger, Andrej Holm, Gustav Horn, Lukas Johrendt, Sebastian Kohl, Dirk Löhr, Torsten Meireis, Sascha Münch, Jonas J. Schoenefeld, Jana Schollmeier, Clemens Wustmans.

    Metropolis Verlag, ISBN: 978-3-7316-1527-9, Buch, 35 Euro

  • Geldvermögen privater Haushalte

    21.04.2023/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland erreicht Ende 2022 rund 7,3 Billionen Euro

    Wie die Deutsche Bundesbank mitteilt, summierte sich das Geldvermögen¹ der privaten Haushalte² in Deutschland, zum Jahresende 2022, auf 7.254 Milliarden Euro (- 4,9 % ggü. 2021). ↗bundesbank.de

    ¹Bargeld, Einlagen, Schuldverschreibungen, Aktien, Anteilsrechte, Anteile an Investmentfonds, Ansprüche aus Nichtlebensversicherungen, Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen, Finanzderivate, Mitarbeiteraktienoptionen, Kredite und sonstige Forderungen.
    ²Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

    Zum Thema

    Das Sachvermögen (Immobilien, Ausrüstung, Nutztiere, Nutzpflanzungen, geistiges Eigentum) der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck wird von der Deutschen Bundesbank, zum Jahresende 2021, mit 10,8 Billionen Euro (+ 19,2 % ggü. 2019) angegeben. ↗bundesbank.de (Seite 14)

    Zitat aus dem Monatsbericht Juli 2022 der Deutschen Bundesbank, Seite 22: „Während die obersten 10 % der Vermögensverteilung über den betrachteten Zeitraum mehr als 50 % des gesamten Nettovermögens der Haushalte in Deutschland hielten, entfiel auf die untere Hälfte der Vermögensverteilung mit durchschnittlich 0,6 % ein äußerst geringer Anteil.“ ↗bundesbank.de

    Andreas von Westphalen, Deutschlandfunk, im Gespräch mit Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschaftler, über die Sakralisierung des Kapitals und deren Folgen ↗deutschlandfunk.de.

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  • Wohnen: Ein Grundbedürfnis wird für immer mehr unbezahlbar

    04.04.2023/EG
    Quelle: Statistische Bundesamt, Wiesbaden

    Statistische Bundesamt: 3,1 Millionen Haushalte hatten eine Mietbelastung von 40 % und mehr

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben im Jahr 2022 rund 20 Millionen Hauptmieterhaushalte in Deutschland durchschnittlich 27,8 % ihres Einkommens für Mietzahlungen ausgegeben. Rund 1,5 Millionen Haushalte mussten für das Grundbedürfnis „Wohnen“ mindestens die Hälfte ihres (Haushalts-)Einkommens ausgeben.

    Die Mitteilung lesen Sie hier ↗destatis.de.

    Zum Thema

    Deutscher Mieterbund: „Der Druck auf den Mietwohnungsmarkt steigt derzeit enorm, um knapp 6 Prozent sind die Angebotsmieten im 3. Quartal 2022 gestiegen, in manchen Regionen sogar um mehr als 10 Prozent. Dieser Trend wird sich auch in diesem Jahr weiter fortsetzen, denn die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist ungebrochen.“

    Die Mitteilung lesen Sie hier ↗mieterbund.de.

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  • Buchtipp: „Der Allesfresser“

    17.03.2023/EG

    Nancy Fraser: Der Allesfresser
    Wie der Kapitalismus seine eigenen Grundlagen verschlingt

    Sachbuch (Kapitalismus)

    „Kapitalismus ist nicht nur ein Wirtschaftssystem, sondern eine Gesellschaftsform. Als solche ist er darauf angewiesen, sich auch nichtökonomische Ressourcen einzuverleiben und so langfristig seine eigenen Grundlagen zu zerstören. Wie der Ouroboros, die Schlange, die ihren eigenen Schwanz verspeist, verschlingt er natürliche Rohstoffe und unbezahlte Betreuungsarbeit. Er enteignet rassifizierte Gruppen und unterminiert die Macht demokratischer Institutionen, auf deren Funktionieren er eigentlich angewiesen ist. Damit erweist er sich als Motor hinter den diversen Krisenphänomenen, mit denen wir heute konfrontiert sind…“

    Autorin

    Nancy Fraser, geboren 1947 in Baltimore, ist Henry A. and Louise Loeb Professorin für Politik und Philosophie an der New School for Social Research in New York.

    Suhrkamp Verlag, ISBN: 978-3-518-77614-8, E-Buch, 20 Euro

    Philosophin Nancy Fraser im Gespräch mit Simone Rosa Miller, Philosophin und Journalistin, hören Sie hier ↗deutschlandfunkkultur.de.