Schlagwort: Gesellschaft

  • Kapital: Vor der Verwertung ist nichts sicher

    21.04.2018/EG aus dem Deutschlandfunk, Berlin

    Mathias Greffrath, Schriftsteller und Journalist, über die fortschreitende Akkumulation des Kapitals

    „Der Zwang zur Akkumulation und die Konkurrenz zwingen das Kapital zur Eroberung immer neuer Märkte, Rohstoffquellen und billiger Arbeitskräfte. Mal als Imperialismus, mal ohne militärische Gewalt als Globalisierung, in der schützende Zölle, Gewerbeordnungen und nationale Gesetzgebungen aufgelöst werden. Kleine Gewerbe unterliegen im Konzentrationsprozess, die industrielle Landwirtschaft zerstört die bäuerlichen Kulturen und ihre Werte, die Frauenerwerbstätigkeit macht aus häuslichen Verrichtungen immer neue Gewerbezweige, Freizeit wird zum profitablen Geschäft mit immer neuer Moden, Ablenkungen, Spielen. So werden Städte und Regionen zu Transit-Räumen, belebt oder entwohnt nach der Logik des Kapitals, Familien zum Ort, wo „Humankapital“ aufgezogen, Bedürfnisse erzeugt und Kaufkraft generiert wird.“ ↗deutschlandfunkkultur.de

  • Buchtipp: Einkommen für alle

    20.04.2018/EG

    Götz W. Werner: Einkommen für alle
    Bedingungsloses Grundeinkommen – die Zeit ist reif

    Sachbuch (Arbeitswelt, Einkommen, Gesellschaft)

    Götz W. Werner, der Gründer von dm, ist der bekannteste Vertreter des bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland. Sein 2007 erschienenes Buch »Einkommen für alle« ist ein Klassiker der Literatur zum Thema. In den letzten zehn Jahren hat die Idee viele weitere Anhänger gefunden, Politiker aus allen Parteien und viele engagierte Bürger setzen sich dafür ein.

    In dieser überarbeiteten, aktualisierten und erweiterten Neuausgabe begründet Werner, warum die Zeit für die Einführung des Grundeinkommens reif ist – und zudem den künftigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt nicht anders begegnet werden kann. Dem Rationalisierungs-Tsunami »Industrie 4.0« wird vermutlich jede dritte Stelle zum Opfer fallen. Auch viele geistige Arbeiten werden Computer künftig schneller und präziser erledigen als wir. Aber das Tempo dieses Wandels lässt die Lebensrisiken und Sorgen vieler Menschen leider schneller wachsen als ihren persönlichen Wohlstand. Denn wer nicht weiß, ob er künftig noch gebraucht wird, der wird nicht motiviert, sondern gelähmt.

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen schüfe vor allem Freiheit. Wer weiß, dass eine bescheidene, aber menschenwürdige Existenz jederzeit gesichert ist, der kann sich frei entscheiden, wie er seine Fähigkeiten und Neigungen in die Gesellschaft einbringen will. Denn unsere hochgradig arbeitsteilige Gesellschaft hängt komplett von der Bereitschaft aller ab, für andere etwas zu leisten. (mehr …)

  • Sozialwesen in Deutschland: Niedrige Löhne in einem rasant wachsenden Wirtschaftszweig

    18.04.2018/EG aus dem Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    DIW-Studie Sozialwesen: Beschäftigte leisten hohe Arbeitsintensität bei niedrigem Lohnniveau / Nur in Estland, Griechenland, Kroatien, Rumänien und Großbritannien liegen die Löhne – im europäischen Vergleich – so weit unter dem nationalen Durchschnitt wie in Deutschland

    „Die Wirtschaftsleistung im Sozialwesen, zu dem insbesondere die ambulante und stationäre Altenpflege sowie die Kinder- und Jugendhilfe gehören, ist zwischen 1991 und 2015 überdurchschnittlich gestiegen: um 140 Prozent. In der gesamten Wirtschaft waren es 40 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten hat sich in diesem Bereich seitdem fast verdoppelt, während sie in der gesamten Volkswirtschaft lediglich um elf Prozent stieg. Die Löhne im Sozialwesen erreichen indes nur etwa 60 Prozent des durchschnittlichen Lohnniveaus in Deutschland – und das, obwohl die Nachfrage nach qualifizierten Kräften vor allem im Bereich der Pflege wächst. Seit 2012 spiegelt sich dies nun auch in stärker steigenden Löhnen wider. (…)

    Grundsätzlich bedarf es einer Diskussion darüber, was die Leistungen des Sozialwesens der Gesellschaft heute und in der Zukunft wert sein sollen. Denn die Entscheidungen über die Preise hängen in erheblichem Maße von der Politik ab.“

    Karl Brenke, Studienautor: „Man hat hier einen typisch hausgemachten Fachkräftemangel, und es wird schwierig sein, diesen bei den gegenwärtigen Ausgaben für das Sozialwesen zu bekämpfen.“ diw.de

  • Abbau staatlicher Substanz fördert Ungleichheit

    17.04.2018/EG

    Führende Wirtschaftswissenschaftler stellen ‘Bericht zur weltweiten Ungleichheit 2018‘ vor: Nichts tun kann zu politischen, wirtschaftlichen und sozialen Katastrophen führen / Öffentliches Kapital (Staatliche Substanz) nimmt ab – privates Kapital nimmt zu

    „Hauptursache der ökonomischen Ungleichheit ist die ungleiche Verteilung von Kapital, das sich entweder in privater oder in öffentlicher Hand befinden kann. Wir zeigen, dass seit 1980 in fast allen Ländern – reiche Industrieländer genauso wie Schwellenländer – riesige Mengen an öffentlichem Vermögen in private Hände transferiert wurden. Während das Volksvermögen also stark gestiegen ist, liegt das öffentliche Vermögen in den reichen Ländern heute nahe Null oder im negativen Bereich. Dadurch verringert sich der Spielraum der Regierungen, der Ungleichheit entgegenzuwirken; in jedem Fall hat es wichtige Implikationen im Hinblick auf die Vermögensungleichheit zwischen Individuen.“ wid.world

  • Buchtipp: Reich und Arm

    13.04.2018/EG

    Joseph Stiglitz: Reich und Arm
    Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft

    Sachbuch (Gesellschaft, Ungleichheit)

    Ungleichheit, so zeigt Nobelpreisträger Joseph Stiglitz eindrucksvoll, ist kein unausweichliches Schicksal, sondern Folge falscher politischer Entscheidungen. Es liegt somit an uns allen, gegen die Spaltung unserer Gesellschaft zu kämpfen. Mit „Reich und Arm” beweist Stiglitz erneut, dass er nicht nur ein brillanter Ökonom, sondern auch ein scharfsinniger politischer Denker ist, der unermüdlich für eine gerechtere Verteilung des Wohlstands kämpft.

    Dass die Ungleichheit in unserer Gesellschaft ständig wächst, ist das Ergebnis einer seit Jahren fehlgeleiteten Politik – das weist Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz in diesem Buch anhand vieler Beispiele nach. Er zeigt, wo falsche Entscheidungen getroffen wurden und welche Risiken die wachsende Ungleichheit birgt. Und er sagt, was wir, jene 99 Prozent der Bevölkerung, denen die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Reich und Arm schadet, gegen diese Entwicklung tun können. Das vorliegende Buch versammelt die einflussreichsten Texte von Joseph Stiglitz aus den letzten Jahren. Wer über die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft mitdiskutieren will, wird an Reich und Arm nicht vorbeikommen. (mehr …)