Schlagwort: Buchtipp

  • Buchtipp: „Die (Un)Sichtbarkeit der Gewalt“

    12.05.2023/EG

    Jörg Requate, Dirk Schumann, Petra Terhoeven (Hrsg.): Die (Un)Sichtbarkeit der Gewalt
    Medialisierungsdynamiken seit dem späten 19. Jahrhundert

    Sachbuch (Gewalt, Medien)

    „Hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung von Gewalt haben die (Massen-)Medien in der Regel eine Schlüsselrolle gespielt. Gewalt wurde von ihnen sehr unterschiedlich thematisiert und bewertet: Manche Formen von Gewalt, etwa solche in Familien, in der Kirche, im Sport oder in Erziehungseinrichtungen, wurden erst spät aufgegriffen und skandalisiert, andere, etwa der Rechtsterrorismus, nur eingeschränkt erfasst. Die Beiträge des Bandes gehen den medialen Dynamiken der Gewaltdarstellung anhand von Fallbeispielen aus Deutschland und anderen Ländern nach.“

    Herausgeber

    Jörg Requate ist Professor für die Geschichte Westeuropas in Kassel. Er beschäftigt sich mit der deutschen, französischen und europäischen Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert, insbesondere mit der Geschichte von Medien und Öffentlichkeit, der politischen Gewalt sowie der Justiz.

    Dirk Schumann ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte in Göttingen. Er beschäftigt sich mit der deutschen und US-amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere der Geschichte der Weimarer Republik, der politischen Gewalt und von Kindheit und Jugend.

    Petra Terhoeven ist Professorin für Europäische Kultur- und Zeitgeschichte in Göttingen; längere Forschungsaufenthalte u. a. am DHI Rom und am St. Antony’s College Oxford. Sie arbeitet zur deutschen und westeuropäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere zur Geschichte politischer Gewalt.

    Wallstein Verlag, ISBN: 978-3-8353-8411-8, E-Buch, 32 Euro

  • Buchtipp: „Die Macht der Daten“

    05.05.2023/EG

    Rainer Mühlhoff: Die Macht der Daten
    Warum künstliche Intelligenz eine Frage der Ethik ist

    Sachbuch (KI)

    „Im Internet generieren wir täglich Daten, die wir oft für harmlos halten – unsere Likes, unseren Standort oder unseren Browser-Verlauf. Doch Firmen, die diese Daten besitzen, können mittels KI-Algorithmen intime Informationen daraus ableiten: Leiden wir an psychischen Krankheiten? Missbrauchen wir Substanzen? Sind wir reich oder arm? Solche Algorithmen werden dazu verwendet, Menschen automatisiert unterschiedlich zu behandeln: wenn es um den Preis für eine Versicherung geht, die Auswahl von Bewerber:innen bei Einstellungsverfahren, Entscheidungen über Kreditvergabe oder Einreisemöglichkeiten. Die Kombination von Big Data und KI bringt derzeit eine neue Technologie der Bevölkerungsverwaltung hervor. Sie führt zu einer neuen Form der Macht in unseren Gesellschaften, zu der wir alle durch unsere Daten beitragen und die wir deshalb kritisch und ethisch diskutieren müssen.“

    Autor

    Prof. Dr. Rainer Mühlhoff ist Philosoph und Mathematiker. Er lehrt Ethik der Künstlichen Intelligenz an der Universität Osnabrück und forscht zur zeitgenössischen kritischen Philosophie in der digitalen Gesellschaft.

    Vandenhoeck & Ruprecht Verlag, ISBN: 978-3-7370-1552-3, Open Access

  • Buchtipp: „Machiavelli und der populistische Schmerzensschrei“

    21.04.2023/EG

    John McCormick: Machiavelli und der populistische Schmerzensschrei
    Studien zur politischen Theorie

    Sachbuch (Demokratie, Politik)

    „Wie die bahnbrechenden Aufsätze in diesem Band zeigen, ist Machiavelli überraschend relevant für die Analyse der gegenwärtigen Krise der Demokratie, die durch Populismus und Plutokratie gekennzeichnet ist.
    Mit seiner Hilfe, so McCormick, lassen sich unsere demokratischen Verfassungen neu gestalten, so dass die Bürgerinnen und Bürger die Korruption von Oligarchen vereiteln und sich direkter sowie umfassender am politischen Geschehen beteiligen können.“

    Autor

    John McCormick ist Professor für Politikwissenschaft an der University of Chicago. Er gilt als einer der bedeutendsten Machiavelli-Forscher der Gegenwart.

    Suhrkamp Verlag, ISBN: 978-3-518-29986-9, Buch, 22 Euro

  • Buchtipp: „Unsozialstaat Deutschland“

    14.04.2023/EG

    Cansin Köktürk: Unsozialstaat Deutschland
    Warum wir radikal humanistisch werden müssen

    Sachbuch (Armut, Politik)

    „Die Armutsquote in Deutschland hat ein Rekordhoch erreicht. Die verheerenden Auswirkungen erlebt Cansin Köktürk bei ihrer täglichen Arbeit als Sozialarbeiterin hautnah: In Kitas, in Schulen, in der ambulanten Jugendhilfe, in Notunterkünften und in den Städten, die am stärksten davon betroffen sind. Sie fordert eine Vermögenssteuer, ein bedingungsloses Grundeinkommen und…“

    Autorin

    Cansin Köktürk studierte nach dem Abitur Soziale Arbeit, weil sie soziale Ungleichheiten und gesellschaftliche Probleme seit ihrem 16. Lebensjahr bewusst beschäftigt haben. Sie wollte wissen, wieso Menschen in Armut leben müssen und wieso Menschen aus ihrer Heimat fliehen und vor allem wieso Menschen erst und überhaupt durch die Soziale Arbeit aufgefangen werden müssen.

    Quadriga Verlag, ISBN: 978-3-7517-4292-4, E-Buch, 17 Euro

  • Buchtipp: „Brauchbare Menschen“

    07.04.2023/EG

    Magdalena Schrefel: Brauchbare Menschen

    Erzählungen (Beruf, Einkommen, Werte)

    „Die neue Kollegin einer Sexarbeiterin ist aus Silikon. Ein Schlachtergehilfe hantiert in der »Fleischfabrik« mit hochmodernen Tötungsmaschinen. Und die Auszubildenden einer Flughafen-Security sollen verinnerlichen, dass erst regelkonformes Verhalten sie zu Menschen macht…“

    Autorin

    Magdalena Schrefel, geboren 1984, studierte Europäische Ethnologie in Wien und Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Erzählungen.

    Suhrkamp Verlag, ISBN: 978-3-518-77310-9, E-Buch, 16 Euro

    Ergänzende Informationen zum Buch hören Sie hier ↗deutschlandfunkkultur.de