Kategorie: Allgemein

  • COVID-19: Lockdown hatte keinen Einfluss auf COVID-19-Mortalität?

    03.02.2022/EG
    Quelle: Johns Hopkins University, Baltimore

    Jonas Herby, Wirtschaftswissenschaftler am Zentrum für politische Studien in Kopenhagen, Lars Jonung, emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Lund, and Steve H. Hanke, Wirtschaftswissenschaftler sowie Mitbegründer und Mitdirektor des Instituts für angewandte Wirtschaftswissenschaften, globale Gesundheit und Unternehmensforschung, Johns Hopkins University Baltimore, untersuchten die Auswirkungen von Lockdown-Maßnahmen auf die Sterblichkeit durch COVID-19

    Ergebnis, Seite 40: „Insgesamt kann unsere Meta-Analyse nicht bestätigen, dass Lockdowns einen großen, signifikanten Effekt auf die Sterblichkeitsrate haben. Studien, die das Verhältnis zwischen der Strenge der Abriegelung (auf der Grundlage des OxCGRT* Konformitätsindex) untersuchten, ergaben, dass die durchschnittlichen Lockdown-Maßnahmen in Europa und den Vereinigten Staaten die COVID-19-Mortalität nur um 0,2 % verringerte, verglichen mit einer COVID-19-Politik, die ausschließlich auf Empfehlungen beruhte. Ausgangsbeschränkungen (Shelter-in-place Order, kurz SIPO) waren ebenfalls unwirksam. Sie verringerten die COVID-19-Sterblichkeit lediglich um 2,9 %.
    Studien, die sich mit spezifischen NPI** befassen (Lockdown vs. keine , Gesichtsmasken, Schließung von nicht lebensnotwendigen Geschäften, Grenzschließungen, Schulschließungen und Einschränkung von Versammlungen), finden ebenfalls keine breit angelegten spürbare Auswirkungen auf die COVID-19-Mortalität. Allerdings scheint die Schließung nicht lebensnotwendiger Einrichtungen eine gewisse Wirkung gehabt zu haben (Verringerung der COVID-19-Sterblichkeit um 10,6 %), was mit der Schließung von Bars zusammenhängen könnte. Auch Masken konnten bzw. können die COVID-19-Sterblichkeit verringern, aber es gibt nur eine Studie, die eine allgemeine Maskenpflicht untersucht. Die Auswirkungen von Grenzschließungen, Schließung von Schulen und Einschränkung von Versammlungen auf die COVID-19-Mortalität ergibt präzisionsgewichtete Schätzungen von -0,1 %, -4,4 % bzw. 1,6 %. Lockdowns (im Vergleich zu keinen Lockdowns) verringerten die COVID-19-Sterblichkeit nicht.“

    *Oxford Covid-19 Government Response Tracker (von der Universität Oxford entwickelte COVID-19 Verfolgungsantwort für Regierungen)

    ** Nicht-pharmazeutische Intervention

    Die Studie lesen Sie hier jhu.edu.

  • Politik in Ostfildern: „Wir bauen heute an der Stadt von morgen“

    31.01.2022/EG
    Quelle: Stadt Ostfildern

    Stadt Ostfildern droht Teilnehmer an öffentlichen Versammlungen mit körperlicher Gewalt oder Waffengebrauch

    Auszug der Begründung zur Allgemeinverfügung der Stadt Ostfildern vom 27. Januar 2022:
    „Um sicherzustellen, dass das Versammlungsverbot eingehalten wird, wird die Anwendung unmittelbaren Zwangs, also die Einwirkung auf Personen durch einfache körperliche Gewalt, Hilfsmittel der körperlichen Gewalt oder Waffengebrauch angedroht. Dies ist nach Abwägung der gegenüberstehenden Interessen verhältnismäßig.“

  • Buchtipp: Ausgeblutet

    28.01.2022/EG

    Dr. Sâra D. Aytaç: Ausgeblutet
    Als Ärztin im Schockraum unseres maroden Gesundheitssystem

    Sachbuch (Gesundheitssystem)

    „Dr. Sâra Aytaç, Oberärztin in der Unfallchirurgie, liefert einen schonungslosen Bericht aus ihrem Klinikalltag: Sie berichtet von den vergessenen Alten, deren adäquate Behandlung keinen Profit verspricht. Sie erzählt von lebensgefährlichen Kommunikationsproblemen im Schmelztiegel Krankenhaus, ebenso fatalen Personalengpässen, unqualifizierten Aushilfskräften und dem Ausverkauf des ärztlichen Ethos. Ihre schockierenden Geschichten aus Notfallaufnahme, Schockraum und OP zeigen: Wir brauchen endlich wieder ein menschliches, das heißt allein am Patientenwohl orientiertes Gesundheitssystem.“

    Autorin

    Dr. Sâra D. Aytaç ist Oberärztin für Unfallchirurgie und Orthopädie in einem großen kommunalen Krankenhaus. Geboren 1983 in Wolfenbüttel, verbrachte sie ihre Jugend in Berlin und Istanbul. Nach ihrem Medizinstudium in Heidelberg absolvierte sie ihre Facharztausbildung an einem Haus der Maximalversorgung, an dem sie zuletzt die stellvertretende Leitung der Sektion für Akuttraumatologie war. Um einen ganzheitlichen Blick zu bekommen tourte sie danach mehrere Monate als Honorarärztin durch diverse städtische, private und kirchliche Krankenhäuser und stellte fest: Das Leiden der Betroffenen und der ökonomische Irrsinn sind überall gleich.

    Lübbe Verlag, ISBN: 978-3-7517-1856-1, E-Buch, 12 Euro

  • Rente: Ruhestand oder Tort(o)urphase

    24.01.2022/EG
    Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin

    Rentenversicherungsbericht 2021 der Bundesregierung

    Im Jahr 2020 bezogen 14,3 Millionen Menschen Renten wegen Alters. Für sechs Millionen Menschen, 42,2 Prozent aller Altersrentner in Deutschland, blieb die monatliche Rente unter 900 Euro. Ergänzende Daten lesen Sie im Rentenversicherungsbericht 2021 auf Seite 99, Anhang „Übersicht 8“.

    Zum Thema

    Gemäß Mikrozensus (Daten zur Struktur sowie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bevölkerung in Deutschland) lag die Armutsrisikoschwelle im Jahr 2020 bei 1.126 Euro. portal-sozialpolitik.de

    Tafel 2019: „Besonders bei Senioren, die Rente oder Grundsicherung im Alter beziehen, ist der Anstieg mit 20 Prozent dramatisch. Niedrige Renten sind damit nach Langzeitarbeitslosigkeit der zweithäufigste Grund eine Tafel aufzusuchen.“ tafel.de

  • Römisch-Katholisches System schützt Schwache nicht?

    21.01.2022/EG
    Quelle: Westpfahl Spilker Wastl, München

    Das Gutachten „Sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker sowie hauptamtlich Bediensteter im Bereich der Erzdiözese München und Freising von 1945 – 2019“ im Auftrag der Erzdiözese München und Freising:

    Auszug, Seite 14: „Den verfehlten Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs haben verschiedene systemische Defizite begünstigt, wenn nicht erst sogar ermöglicht.
    Zu nennen ist hier zunächst der Klerikalismus, der zumindest einen adäquaten Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs verhindert hat. Eng verbunden damit ist die systemisch bedingte Angst und Hilflosigkeit im Umgang mit die Institution Kirche betreffenden Skandalen, die zu einem geradezu paranoiden Verhalten im Hinblick auf die eigentlich gebotene Transparenz im Interesse des aus subjektiver Sicht über allem stehenden – vermeintlichen – Schutzes der Institution führt…“

    Das Gutachten lesen Sie hier westpfahl-spilker.de.

    Zum Thema

    Unabhängige Ansprechpersonen für die Prüfung von Verdachtsfällen finden Sie hier ↗erzbistum-muenchen.de.

    Im Jahr 2019 unterstützte der Freistaat Bayern die evangelische Kirche in Höhe von 24,8 Millionen Euro und die katholische Kirche in Höhe von 74,3 Millionen Euro. humanistische-union.de

    Einen Beitrag im Deutschlandfunk hören und lesen Sie hier deutschlandfunk.de.