Kategorie: Allgemein

  • Buchtipp: Die Politik der Rackets

    26.08.2022/EG

    Kai Lindemann: Die Politik der Rackets
    Zur Praxis der herrschenden Klassen

    Sachbuch (Vermögen, Politik)

    „In kritischen Kommentaren der jüngsten Zeit findet die Racket-Metapher wieder häufiger Verwendung. Ursprünglich ein Begriff der Frankfurter Schule ist er ebenso schillernd wie kontrovers. Bis heute steht er als Symbol für deren unausformulierte, politische Theorie.
    Im Neoliberalismus wirkt der Racket-Begriff auf unheimliche Art plausibel. Oligarchien, extremer Reichtum, demobilisierte Klassen, Steuerflucht, Plünderung öffentlicher Güter und Haushalte, Korruptionsskandale und informelle Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft sind einige der Phänomene, die Fragen nach der gegenwärtigen Verfasstheit politischer Herrschaft hervorbringen. Zugleich kann der Racket-Begriff Defizite füllen, die sich zwischen Ansätzen der Klassenpolitik, Analysen sozialer Ungleichheit, Elitentheorien und der Korruptionsforschung ergeben.
    Rackets und Neoliberalismus ist die Demokratiefeindlichkeit gemein. In seinem Buch erweitert Kai Lindemann daher den fragmentarischen Racket-Begriff der Frankfurter Schule klassentheoretisch und reformuliert ihn staatstheoretisch. Er plädiert zur Überwindung der Racket-Gesellschaft für eine radikale Demokratisierung aller gesellschaftlichen Bereiche. Hierfür braucht es solidarische Gemeinwesen und starke Kollektive der Klassenpolitik, die das Kapitalverhältnis humanistisch und konsequent in seine Schranken weisen.“

    Autor

    Kai Lindemann, geb. 1968 in Bremen, ist Politikwissenschaftler und Gewerkschaftssekretär beim DGB Bundesvorstand in Berlin. Er hat in Frankfurt am Main studiert und über politische Korruption promoviert. Seit vielen Jahren publiziert er u.a. zum Racket-Begriff der Frankfurter Schule.

    Verlag Westfälisches Dampfboot, ISBN: 978-3-89691-067-7, Buch, 16 Euro

  • Buchtipp: Die verborgenen Codes der Erben

    19.08.2022/EG

    Hannelore Bublitz: Die verborgenen Codes der Erben
    Über die soziale Magie und das Spiel der Eliten

    Sachbuch (Erbschaft, Ungleichheit, Vermögen, Politik)

    Gesellschaftliche Eliten funktionieren wie quasi-religiöse Zirkel: Glaubenssätze, Komplizenschaft und Korpsgeist bewahren in lautloser Weitergabe ihr Erbe. Die soziale Magie verdeckter Praktiken – unbewusst ins Spiel gebracht – sorgt für die Sicherung ihrer (Macht-)Positionen und das Fortbestehen sozialer Ungleichheit. Hannelore Bublitz deckt diese Automatismen auf, die signifikant von der sozialen Herkunft abhängen und wie eine natürliche Gabe wirken. Sie zeigt, dass man sozialen Aufstieg nicht durch Bildung erlangt, sondern durch Einsätze in einem Spiel, das einen ganzen Schatz an sorgsam gehütetem Wissen voraussetzt – aber im Gewand allen zugänglicher Werte auftritt.

    Autorin

    Hannelore Bublitz (Prof. Dr.), geb. 1947, ist emiritierte Professorin für Soziologie an der Universität Paderborn. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gegenwartsanalysen post- und spätmoderner Gesellschaften und Subjekte, Technologien des Körpers und des Geschlechts sowie Selbsttechnologien.

    Transcript Verlag, ISBN: 978-3-7328-6356-3, E-Buch, 24 Euro

  • Buchtipp: Die Klimaschmutzlobby

    12.08.2022/EG

    Susanne Götze, Annika Joeres: Die Klimaschmutzlobby
    Wie Politiker und Wirtschaftslenker die Zukunft unseres Planeten verkaufen

    Sachbuch (Klimawandel, Politik, Wirtschaft)

    Klimawandelskeptiker und Lobbyisten der Fossilindustrie sind nicht nur in den USA aktiv, sondern auch in Europa. Ihr Ziel: Klimaschutzgesetze torpedieren, die Verbrennung fossiler Rohstoffe fördern und die Staaten dazu bewegen, aus dem Pariser Weltklimaabkommen auszusteigen. Dieses Buch zeigt, mit welchen Strategien, Netzwerken und Argumenten die Klimaschutz-Bremser gegen die europäische Klimaschutzpolitik kämpfen.

    Autorinnen

    Susanne Götze ist promovierte Historikerin, Autorin und Journalistin. Sie arbeitet als Redakteurin für den SPIEGEL. Für ihre Beiträge recherchiert sie in Europa, Afrika sowie Nord- und Südamerika zu den Folgen des Klimawandels und internationaler Klima- und Energiepolitik. Ihr Buch Land unter im Paradies wurde im März 2019 mit dem ITB-Award ausgezeichnet.

    Annika Joeres arbeitet als Klimareporterin für die Investigativ-Redaktion correctiv.org und berichtet für DIE ZEIT aus Frankreich. Sie ist spezialisiert auf grenzüberschreitende Recherchen zu Europa, Energiepolitik und Klimawandel und wurde für ihre Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
    Piper Verlag, ISBN: 978-3-492-99645-7, E-Buch, 12 Euro

  • Audio-Tipp: „Milliardengrab Atomkraft“

    09.08.2022/EG
    Quelle: Bayerischer Rundfunk (BR), München

    BR-Dokumentation über unkalkulierbare Kosten der Atomenergie

    Nach Berechnungen des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) summieren sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Atomenergie im Zeitraum 2007 bis 2021 auf 348 bis 533 Milliarden Euro. Das Radiofeature von Tom Schimmeck über die realen Kosten der Atomkraft hören Sie hier ↗br.de.

    Zum Thema

    Die Studie im Auftrag von Greenpeace Energy eG „Gesellschaftliche Kosten der Atomenergie in Deutschland“ lesen Sie hier foes.de.

    Eine Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages zu den Gestehungskosten von Strom lesen Sie hier bundestag.de.

    Atomkraft ist zu teuer und zu gefährlich diw.de.

  • Buchtipp: Das gelbe Haus

    05.08.2022/EG

    Sarah M. Broom: Das gelbe Haus

    Memoir (Gesellschaft, Ungleichheit, USA)

    „Ein gelbes Holzhaus in einem vernachlässigten Viertel New Orleans ist jahrzehntelang das Zentrum der Familie Mae Broom – bis Hurrikan Katrina es zerstört. Ein ganzer Stadtteil wird von der Landkarte gespült und mit ihm die Habseligkeiten und Erinnerungen der Familie. Doch Sarah M. Broom widersetzt sich dem Verlust und der Verdrängung. Lebhaft erinnert sie die Scham, die sie mit diesem Ort verband, die Liebe ihrer Familie und ihren stoischen Widerstand gegen die Gewalt der Natur und der amerikanischen Geschichte. Immer tiefer dringt sie in die Biografie eines Ortes und seiner Bewohner vor und deckt dabei die fatalen Ungleichheiten einer ganzen Gesellschaft auf.“

    Autorin

    Sarah M. Broom, 1979 in New Orleans geboren, ist eine amerikanische Journalistin und Schriftstellerin. Sie schreibt regelmäßig für den New Yorker, The New York Times Magazine und O, The Oprah Magazine. Für ihr erstes Buch, das Memoir „Das gelbe Haus“, erhielt sie u.a. den National Book Award for Nonfiction 2019. Sie lebt in New York.

    Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-27358-0, E-Buch, 20 Euro