Kategorie: Allgemein

  • Steuer und Steuerzahler

    07.03.2024/EG
    Quelle: Netzwerk Steuergerechtigkeit, Berlin

    Deutschland ist Hochsteuerland für Arbeitnehmer und Niedrigsteuerland für Superreiche

    Die Nichtregierungsorganisation „Netzwerk Steuergerechtigkeit“ erfasst im „Jahrbuch Steuergerechtigkeit 2024“ die Gerechtigkeitslücken im deutschen Steuersystem:

    Indikator 1: „Deutschland ist Hochsteuerland für Arbeit und Niedrigsteuerland für Superreiche. Der typische Multimillionär zahlt auf sein Millioneneinkommen nur 24 Prozent Steuern und Abgaben …“
    Indikator 2: „Die großen Digitalkonzerne zahlten 2023 in Deutschland unverändert nur etwa 3 Prozent Steuern auf ihre hier erwirtschafteten Gewinne …“
    Indikator 3: „Seit 2013 hat sich der Wert der deutschen Milliardenvermögen auf zuletzt knapp 1.000 Milliarden Euro fast verdreifacht …“
    Indikator 4: „24 Erbinnen und Beschenkte, die 2022 mehr als 26 Millionen Euro erhielten, zahlten darauf im Schnitt nur 4,5 Prozent Steuern …“ Indikator 5: „Während auf Fleischersatz und Sojamilch 19 Prozent Umsatzsteuer fällig wurden, waren es bei Fleisch aus Massentierhaltung und Gummibärchen nur …“ Indikator 6: „Im Jahr 2022 waren nur 2.498 Steuerfahnderinnen im Einsatz für mehr Steuergerechtigkeit …“
    Indikator 7: „Mitte 2023 waren nur 63 Prozent der eintragungspflichtigen GmbHs im Transparenzregister eingetragen, obwohl die Pflicht zur Eintragung mittlerweile seit sechs Jahren besteht …“
    Indikator 8: „Der direkte Schaden der Länder des globalen Südens durch Gewinnverschiebung der großen Konzerne und Offshore-Vermögen belief sich auf rund 90 Milliarden US-Dollar …“

    Das „Jahrbuch Steuergerechtigkeit 2024“ lesen Sie hier.

  • Buchtipp: „Zerfallserscheinungen der Demokratie“

    01.03.2024/EG

    Craig Calhoun, Dilip Parameshwar Gaonkar, Charles Taylor: Zerfallserscheinungen der Demokratie

    Sachbuch (Demokratie, Parteien, Politik)

    „Mit analytischer Schärfe zeichnen Craig Calhoun, Dilip Parameshwar Gaonkar und Charles Taylor in diesem Buch aus unterschiedlichen Perspektiven die Aushöhlung unserer Demokratie nach. Sie beleuchten, wie die herrschenden Eliten versuchen, ihre Privilegien zu sichern, und wie individuelle Freiheit zum Feind von Gleichheit und Solidarität wurde. Aber sie zeigen auch Wege einer möglichen demokratischen Erneuerung auf: Zum einen gilt es, die Idee des Gemeinwohls wiederzuentdecken und an republikanische Traditionen anzuschließen, zum anderen könnten soziale Bewegungen wie Black Lives Matter oder der Green New Deal als Kompass dienen. Ein Weckruf.“

    Autoren

    Craig Calhoun ist Professor für Sozialwissenschaften an der Arizona State University in Phoenix. Zuvor war er Direktor der London School of Economics and Political Science und Präsident des Social Science Research Council.

    Dilip Parameshwar Gaonkar ist Direktor des Zentrums für Transkulturelle Studien und Professor für Rhetorik und öffentliche Kultur an der Northwestern University in Evanston.

    Charles Taylor ist emeritierter Professor für Philosophie an der McGill University in Montreal und einer der einflussreichsten Sozialphilosophen der Gegenwart.

    Suhrkamp Verlag, ISBN 978-3-518-77716-9, E-Buch

  • Wohnen in Überschwemmungsgebieten

    27.02.2024/EG
    Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin

    GDV fordert ein klares Bauverbot für Neubauten in Überschwemmungsgebieten

    Der GDV hat die von Hochwasser bedrohten Adressen in Deutschland untersuchen lassen. Danach liegen rund 300.000 Adressen in Deutschland in Überschwemmungsgebieten.

    Die Daten zu den einzelnen Bundesländern lesen Sie hier.

  • Buchtipp: „Im Moralgefängnis“

    23.02.2024/EG

    Michael Andrick: Im Moralgefängnis
    Spaltung verstehen und überwinden

    Sachbuch (Meinungsvielfalt, Politik)

    „Wieso enden unsere Meinungsverschiedenheiten in bitteren Fehden, die uns entzweien? Warum können wir nicht mehr gesittet streiten? Woher rührt das peinliche Schweigen in Familien, unter Freunden und Kollegen, sobald es um Politik geht? Ob Coronakrise, Zuwanderung oder Ukrainekrieg: Dass die Gesellschaft wahlweise „polarisiert“ oder „gespalten“ sei und das Diskussionsklima „vergiftet“, hören wir seit Jahren. Doch bisher fehlte eine überzeugende Erklärung dieser verbreiteten Überzeugungen, die nicht einfach solche Floskeln wiederholt.
    Der Philosoph Michael Andrick zeigt, dass unser Diskurs-Elend aus einer Verhaltensweise entsteht, die wir alle beherrschen: Spaltung ist eine Infektion der Kommunikationswege mit dem Virus der Moralisierung. Dieses Buch klärt auf, wie wir uns derart voneinander entfremden konnten, wohin dies die Gesellschaft führt – und wie neue Verständigung gelingen kann.“

    Autor

    Michael Andrick ist promovierter Philosoph. Als Kolumnist schreibt er für die Berliner Zeitung und den Verbund Schwäbische Zeitung/Nordkurier. Sein Buch »Erfolgsleere« von 2020 analysiert das Leben und Funktionieren in der Industriegesellschaft, mit der er seit 2006 in der Wirtschaft Erfahrung sammelt. Für die stilistische Klarheit und Prägnanz seiner Texte erhielt er 2022 den Jürgen-Moll-Preis.

    Westend Verlag, ISBN 978-3-987-91037-1, E-Buch

  • Sozialstaatliche Ausgaben

    20.02.2024/EG
    Quelle: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

    Sebastian Dullien, Wirtschaftwissenschaftler an der HTW Berlin, und Katja Rietzler, Referatsleitung Steuer- und Finanzpolitik am IMK, untersuchten die deutschen Sozialausgaben im internationalen Vergleich

    „Aktuelle öffentliche Debatten vermitteln häufig den Eindruck, in Deutschland seien die Sozialausgaben in den vergangenen Jahren explodiert und der Staat über alle Maße aufgebläht worden. Ein genauer Blick auf die Statistiken – auch im internationalen Vergleich – zeigt: Dieser Eindruck ist von Fakten nicht gedeckt.“

    Die Studie lesen Sie hier.

    Zum Thema

    Einen Überblick über das Leistungsspektrum und die Finanzierung der sozialen Sicherung in Deutschland lesen Sie hier.

    Ergänzung am 26.02.2024:
    Einen Beitrag von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin, über populistische Äußerungen verschiedener Politiker zu und über Sozialleistungen, lesen Sie hier.