Kategorie: Allgemein

  • Ungleichheit wirkt auf die Lebenserwartung

    03.05.2024/EG
    Quelle: Robert Koch Institut (RKI), Berlin

    Spreizung der Lebenserwartung hat zugenommen

    „Dass Menschen in sozioökonomisch benachteiligten Wohngegenden früher sterben als Menschen in wohlhabenden Gegenden, wurde bereits vielfach nachgewiesen, auch für Deutschland. Ein Forschungsteam unter Federführung des Robert Koch-Instituts (RKI) hat nun gezeigt, dass die Lebenserwartung zwischen Deutschlands benachteiligten und wohlhabenden Regionen heute noch weiter auseinanderklafft als vor gut 20 Jahren – und erstmals die Todesursachen dahinter untersucht. […]. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs trugen am meisten zur sozial ungleichen Lebenserwartung in Deutschland bei, aber auch andere Ursachen wie chronische Lungenerkrankungen spielten eine Rolle. Dass sich die Ungleichheit in der Lebenserwartung vergrößert hat, geht den Forschenden zufolge vor allem auf Veränderungen im Krebsgeschehen zurück: So ist die Krebssterblichkeit in den vergangenen Jahren zwar insgesamt zurückgegangen, in den benachteiligten Regionen war dieser Rückgang jedoch nicht zu beobachten oder fiel geringer aus als in den wohlhabenderen. Vor allem frühe Krebssterbefälle, die vor einem Alter von 75 Jahren auftraten, trugen so zur Vergrößerung der Ungleichheiten in der Lebenserwartung bei. In der Pandemie kam hinzu, dass die COVID-19-Sterblichkeit in sozioökonomisch benachteiligten Regionen besonders hoch lag. Die Studienergebnisse machen deutlich, dass die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet ein wichtiges Handlungsfeld ist, um die gesundheitliche Chancengleichheit in Deutschland zu verbessern, schreiben die Forschenden.“

    Die Mitteilung sowie ergänzende Informationen lesen Sie hier.

  • Straßenverkehr stark subventioniert

    03.05.2024/EG
    Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Potsdam

    Dienstwagenprivileg, Dieselsteuerprivileg, Entfernungspauschale

    „Einkommensstarke Haushalte profitieren überproportional von den Subventionen. Die Entfernungspauschale entlastet die mittleren bis höheren Einkommensgruppen mit über 1 % des Nettoeinkommens. Die Verteilungswirkungen des Dieselsteuerprivilegs sind gesamtwirtschaftlich moderat, aber bei den Betroffenen durchaus relevant, vor allem bei mittlerem Einkommen. Die Privilegien bei der Dienstwagenbesteuerung begünstigen vor allem Haushalte mit hohem Einkommen, denn nur wenige Erwerbstätige mit geringeren oder mittleren Einkommen haben einen Dienstwagen.“ (Auszug, Seite 2)

    Die Kurzfassung der Studie lesen Sie hier.

    Ergänzende Informationen lesen Sie hier.

  • Buchtipp: „Verkaufte Menschen“

    03.05.2024/EG

    Manfred Paulus: Verkaufte Menschen
    Roma in der Prostitution

    Sachbuch (Kriminalität, Prostitution, Recht)

    „Zigtausende Roma-Frauen und Roma-Kinder gehen innerhalb der Europäischen Union der Prostitution nach. Die Frage, ob sie das freiwillig oder unter Zwang tun, ist von elementarer Bedeutung, wird jedoch nur selten gestellt: Weil man weiß oder ahnt, dass sie zur Prostitution gezwungen werden? Weil die Antwort lange Schatten auf höchst angesehene Mitbürger werfen könnte, die sich der Romnja am Straßenrand oder in Bordellen bedienen …“

    Autor

    Manfred Paulus, geboren 1943, trat 1963 in den Polizeidienst ein und leitete lange Jahre das Dezernat Sexualdelikte und Rotlichtkriminalität bei der Kriminalpolizei Ulm. Im September 2020 erhielt Paulus wegen seines Engagements gegen Menschenhandel das Bundesverdienstkreuz der BRD.

    Promedia Verlag, ISBN 978-3-85371-527-7, Buch

  • Buchtipp: „Limitarismus“

    26.04.2024/EG

    Ingrid Robeyns: Limitarismus
    Warum Reichtum begrenzt werden muss

    Sachbuch (Politik, Steuer, Vermögen)

    „Wenn die Armen ärmer werden, merken wir es alle: an zunehmender Obdachlosigkeit oder Schlangen vor der Essensausgabe. Aber wenn die Reichen reicher werden, gibt es in der Öffentlichkeit nicht viel zu sehen, und für die meisten von uns ändert sich der Alltag nicht. Zumindest nicht sofort.
    Mit dieser verblüffenden, augenöffnenden Intervention legt die weltweit renommierte Philosophin und Ökonomin Ingrid Robeyns das wahre Ausmaß unseres Wohlstandsproblems offen, das in den letzten fünfzig Jahren stillschweigend außer Kontrolle geraten ist. Sie zeigt, dass extremer Reichtum aus moralischer, politischer, ökonomischer, sozialer, ökologischer und psychologischer Hinsicht nicht nur nicht gerechtfertigt werden kann, sondern uns allen zutiefst schadet – auch den …“

    Autorin

    Ingrid Robeyns, 1972 in Löwen, Belgien, geboren, ist Professorin für Ethik an der Universität Utrecht. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie promovierte sie an der University of Cambridge bei Amartya Sen. Sie gilt als Begründerin des Limitarismus und trägt wesentlich zur Verbreitung des Konzepts bei. Zur Unterstützung ihrer Forschung erhielt sie 2022 den Vici Grant des Dutch Research Council (NWO). Robeyns lebt mit ihrer Familie in Utrecht.

    S. Fischer Verlage, ISBN 978-3-10-491620-0, E-Buch

  • Tafel ist seit 30 Jahren aktiv

    20.04.2024/EG
    Quelle: Tafel Deutschland, Berlin

    Tafelbewegungen sind Armutszeugnisse für unterlassene Regierungsarbeiten

    „30 Jahre Tafel bedeuten aber nicht nur 30 Jahre beeindruckendes ehrenamtliches Engagement. Sie zeigen auch, dass die politischen Maßnahmen gegen Armut und Lebensmittelverschwendung seit drei Jahrzehnten nicht ausreichen, um nachhaltige Veränderungen zu schaffen. Immer mehr Menschen leben in Armut, immer mehr Menschen sind auf die Unterstützung der Tafel angewiesen. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise bringen viele an ihre Grenzen. Mit politischen Forderungen nach armutssicheren Gehältern, Renten und Sozialleistungen setzt sich Tafel Deutschland seit Jahren für eine sozial gerechte und nachhaltige Gesellschaft ein.
    Ein Schwerpunkt bildet dabei der Abbau von Kinderarmut. Schon heute ist in Deutschland jedes fünfte Kind von Armut bedroht, oft mit dramatischen Folgen: Kinder aus armutsbetroffenen Familien haben geringere Bildungschancen und ein deutlich höheres Risiko, später selbst in Armut zu leben. Dennoch hat die Bundesregierung die 2023 beschlossene Kindergrundsicherung nicht mit genug Budget ausgestattet, um Kinderarmut zu bekämpfen und allen Kindern einen gleichberechtigten Start ins Leben zu ermöglichen.“

    Den kompletten Beitrag lesen Sie hier.