Kategorie: Allgemein

  • Nutzer füttern Technologiekonzerne – gratis

    20.12.2017/EG

    Bundeskartellamt: Facebook sammelt und verwertet Daten auch von Drittquellen / Jodi Dean, Philosophin, weist auf die Verwertung enteigneter Daten durch Technologie-Konzerne hin

    „Das Bundeskartellamt hat dem Unternehmen Facebook seine vorläufige rechtliche Einschätzung in dem Verfahren wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung übersandt. Die Behörde geht nach dem jetzigen Stand der Dinge davon aus, dass Facebook auf dem deutschen Markt für soziale Netzwerke marktbeherrschend ist. Weiter ist das Amt der Ansicht, dass Facebook missbräuchlich handelt, indem das Unternehmen die Nutzung des sozialen Netzwerks davon abhängig macht, unbegrenzt jegliche Art von Nutzerdaten aus Drittquellen sammeln und mit dem Facebook-Konto zusammenführen zu dürfen. Zu diesen Drittseiten gehören zum Einen konzerneigene Dienste wie WhatsApp oder Instagram. Hierzu gehören aber auch Webseiten und Apps anderer Betreiber, auf die Facebook über Schnittstellen zugreifen kann.“ ↗bundeskartellamt.de

    „Immer, wenn wir unsere Smartphones, Laptops, Tablets benutzen, wird alles, was wir produzieren, zu einer Ressource für das Kapital, also die Daten, die für Google so wertvoll sind, die sie speichern und für Werbung weiterverkaufen, die sie auswerten um Muster zu finden, mit denen sie dann neue Geschäftsmodelle kreieren, die sie dann als Plattformen und Wissen an andere Unternehmen verkaufen können. Egal, wie wir elektronisch kommunizieren, jemand anderes besitzt das, was daraus entsteht.“ ↗rosalux.de

  • TV-Tipp: Grundeinkommen bedingungslos – Das finnische Experiment

    19.12.2017/EG aus dem Kultursender ‘arte‘, Strasbourg

    Heute Abend ab 19:40 Uhr auf ‘arte‘: Reportage über das bedingungslose Grundeinkommen

    Im Januar 2017 ging es los – zwei Jahre lang zahlt der finnische Staat 2000 ausgewählten arbeitslosen Bürgern 560 Euro im Monat aus. Zum ersten Mal ein offizielles, bedingungsloses Grundeinkommen. Wie verändert es das Leben seiner Empfänger? Befördert ein bedingungsloses Grundeinkommen vollendetes Nichtstun – wie Kritiker meinen –, oder verursacht es nicht vielmehr die Freisetzung ungeahnter kreativer Kräfte, die letztlich die gesamte Volkswirtschaft stärken? ↗3sat.de

  • Arbeitswelt: Geht uns die Arbeit aus?

    18.12.2017/EG aus dem Beratungsunternehmen ‘The Boston Consulting Group GmbH‘ (BCG), München

    BCG Report: „Bereits heute sind ca. 40 % aller aktuellen beruflichen Tätigkeiten in Deutschland durch Automatisierung substituierbar.“

    „Die vierte industrielle Revolution führt zu fundamentalen Veränderungen der Arbeitswelt in Deutschland. (…) Niemand kann derzeit mit Gewissheit sagen, ob am Ende dieser Entwicklung insgesamt mehr oder weniger Arbeitskraft zum Einsatz kommen wird als heute. Sicher ist aber, dass ein großer Teil der Beschäftigten neue Kompetenzen benötigen wird, um im Arbeitsmarkt der Zukunft gefragt zu sein. Denn: Bei 40 % der heutigen Tätigkeiten ist davon auszugehen, dass sie mittelfristig durch Automatisierung ersetzt werden, was schon bis 2025 ca. 7,7 Mio. Beschäftigte betreffen dürfte. Über 60 % dieser Betroffenen sind nicht Geringqualifizierte, sondern Fachkräfte. Die notwendige Weiterbildung auf in Zukunft gefragte Kompetenzen ist mit einem finanziellen Aufwand von durchschnittlich € 10 Mrd. pro Jahr deutlich günstiger als die dadurch vermeidbaren Sozialkosten.“ ↗bcg.com

    Zum Thema

    Aus dem Forschungsbericht ‘Wirtschaft 4.0 und die Folgen für Arbeitsmarkt und Ökonomie‘ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit: „In der digitalisierten Welt wird es im Jahr 2025 einerseits 1,5 Mio. Arbeitsplätze, die nach der Basisprojektion noch vorhanden sein werden, nicht mehr geben. Andererseits werden im Wirtschaft 4.0-Szenario ebenfalls 1,5 Mio. Arbeitsplätze entstanden sein, die in der Basisprojektion nicht existieren werden. Zusammengefasst unterscheidet sich das digitalisierte Szenario um rund 7 Prozent (= 3 Mio. von 43,4 Mio. Arbeitsplätzen) von der QuBe-Basisprojektion.“ ↗iab.de.

  • Bitcoin: Digitale Währung mit demokratiefeindlichem Charakter?

    17.12.2017/EG aus dem Medium BLÄTTER FÜR DEUTSCHE UND INTERNATIONALE POLITIK, Berlin

    Daniel Leisegang, Redakteur, über den gesellschaftlichen Preis der Kryptowährung

    „Es fehlt ein demokratisch reguliertes Korrektiv, das die Übermacht einiger weniger Akteure beschneidet. Bleibt eine solche Regulierung aus, wird die Spekulationsblase unweigerlich weiter anwachsen, die Vermögensungleichheit weiter zunehmen und werden die Miner noch mächtiger werden. (…) Die Bitcoin-Währung führt indes allzu deutlich vor Augen, dass dies nicht nur ein gefährlicher, sondern auch ein zutiefst demokratiefeindlicher Irrweg ist.“ ↗blaetter.de

  • EU: Handelsbilanzen der Ungleichen

    15.12.08.2017/EG aus dem statistischen Amt der Europäischen Union ’Eurostat‘, Luxemburg

    Handelsbilanz der EU-Staaten Januar bis Oktober 2017:

    17 von 28 EU-Staaten (60,7 %) melden Defizite / Deutschlands Exportanteil (1.064,6 Mrd. Euro) an allen Ausfuhren der EU28 (4.327,9 Mrd. Euro) liegt bei 24,6 %
    12 von 19 Euro-Staaten (63,1 %) melden Defizite / Deutschlands Exportanteil (1.064,6 Mrd. Euro) an allen Ausfuhren der EU19 (3.341,8 Mrd. Euro) liegt bei 31,9 %

    Das statistischen Amt der Europäischen Union ‘Eurostat‘ meldet die Handelsbilanzsalden der 28 EU-Mitgliedstaaten für die Monate Januar bis Oktober 2017:

    Handelsbilanzsaldo (weltweite Ausfuhren abzüglich weltweite Einfuhren) insgesamt

    • Deutschland: 206,7 Mrd. Euro Exportüberschuss (- 2,1 Prozent gegenüber Jan. bis Okt. 2016)
    • EU27 (ohne Deutschland): 58,1 Mrd. Euro Überschuss (Niederlande) bis 149,3 Mrd. Euro Defizit (Vereinigtes Königreich)

    Handelsbilanzsaldo innerhalb der EU28

    • Deutschland: 58,7 Mrd. Euro Exportüberschuss (- 9,8 Prozent gegenüber Jan. bis Okt. 2016)
    • EU27 (ohne Deutschland): 163,8 Mrd. Euro Überschuss (Niederlande) bis 89,5 Mrd. Euro Defizit (Vereinigtes Königreich)

    Handelsbilanzsaldo der EU28 mit der restlichen Welt

    • Deutschland: 148,1 Mrd. Euro Exportüberschuss (+ 1,4 Prozent gegenüber Jan. bis Okt. 2016)
    • EU27 (ohne Deutschland): 28,3 Mrd. Euro Überschuss (Italien) bis 105,8 Mrd. Euro Defizit (Niederlande)

    Die komplette Mitteilung lesen Sie hier ↗europa.eu.

    Zum Thema

    „Der Welthandel ist ein Nullsummenspiel, bei dem die Überschüsse des einen die Defizite des anderen sind.“↗makronom.de

    „Ungesunder Überschuss“↗boeckler.de

    „Das süße Gift der Exportüberschüsse“ ↗makronom.de

    IMK-Report zur Rolle der Nominallöhne für die Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse ↗boeckler.de