Kategorie: Allgemein

  • Auswirkungen ideologischer Wirtschaftspolitik

    18.08.2018/EG aus dem Blog QANTARA, ein Internetportal der Deutschen Welle, Bonn

    Iwan Azis, Wirtschaftswissenschaftler, über die Folgen rein wachstumsorientierter Wirtschaftspolitik

    „Wachsende Ungleichheit führt dazu, dass die Öffentlichkeit die Wirtschaftspolitik irgendwann nicht mehr akzeptiert. Das stimmt sogar dann, wenn die Armut zurückgeht, was in den 1980er Jahren in Indonesien und in den 1990er Jahren in Indien geschah. Menschen denken nicht über absolute Größen nach, sie vergleichen sich mit anderen. Wer sich abgehängt fühlt, wird wütend, das sehen wir heute auch in den USA und Europa. Langfristig geht es also nicht nur darum, marktorientiertes Wachstum zu erleichtern, sondern auch um eine Art Ausgleich für alle, die davon nicht angemessen profitieren. Die Lehre lautet: Verteilungsaspekte müssen berücksichtigt werden. Die größte Wirkung haben Investitionen in das Gesundheits- oder Bildungswesen, weil sie Lebenschancen verbessern.“ ↗qantara.de

  • Buchtipp: Die Abgehobenen

    17.08.2018/EG

    Michael Hartmann: Die Abgehobenen
    Wie die Eliten die Demokratie gefährden

    Sachbuch (Demokratie, Gesellschaft, Vermögen, Ungleichheit)

    Die Eliten werden immer mehr zur geschlossenen Gesellschaft. Das gilt nicht nur für die Wirtschafts-, sondern zunehmend auch für die politische Elite. Ihre Lebenswelten und die der Bevölkerung driften seit Jahrzehnten auseinander. Sie glauben, dass für sie eigene Regeln gelten und produzieren einen Steuer- und Finanzskandal nach dem anderen. Der renommierte Elitenforscher Michael Hartmann benennt die Folgen: Politikverdrossenheit und Rechtspopulismus.

    Die einen schimpfen auf „die da oben“, andere auf das Elitenbashing. Dabei lohnt es sich, genau hinzusehen:

    – Wer sind die Eliten?
    – Wie erneuern sie sich?
    – Wie hängen ihre Haltungen und ihre Herkunft zusammen?

    Hartmanns Befund: Die Eliten sind ein abgehobener Selbstrekrutierungsbetrieb, der die Demokratie aushöhlt. Nur durch eine durchgreifende soziale Öffnung der politischen Elite ist eine Wende möglich.

    Michael Hartmann, renommierter Elitenforscher, setzt mit seinem Buch ein klares politisches Statement zu einem brisanten Thema mit gesellschaftlicher Sprengkraft. (mehr …)

  • Video-Tipp: „Türsteher Europas“

    16.08.2018/EG aus dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), Mainz

    Dokumentation von Jan M. Schäfer und Simone Schlindwein über europäische ‘Außengrenzen‘ auf dem afrikanischen Kontinent

    „Profiteur dieser Politik ist die Rüstungsindustrie. Die EU bildet afrikanische Sicherheitsbehörden aus und liefert Material. In 12 Ländern haben die Autoren der Dokumentation erkundet, wie Europa seine Außengrenzen in den afrikanischen Kontinent verschiebt.

    Bei den Deals hat die EU klare Ziele: Entwicklungshilfe gegen Flüchtlingsstopp. Mehr als acht Milliarden Euro investiert die EU in den kommenden Jahren. Wer beim Kampf gegen Migration als Türsteher der EU agiert bekommt Geld.“ ↗zdf.de

  • EU: Handel unter Ungleichen

    16.08.2018/EG aus dem statistischen Amt der Europäischen Union ’Eurostat‘, Luxemburg

    Handelsbilanz der EU-Staaten Januar bis Juni 2018: Deutschlands Exportüberschuss beträgt 124,2 Mrd. Euro (+ 0,1 % gegenüber 2017)

    Deutschlands Exportanteil (664,8 Mrd. Euro) an den Ausfuhren

    • aller 28 EU-Mitgliedsländer (2.721,4 Mrd. Euro) liegt bei 24,4 Prozent und
    • aller 19 Euro-Länder (2.105,1 Mrd. Euro) liegt bei 31,6 %.

    18 von 28 EU-Staaten (64,3 %) melden Defizite sowie 12 von 19 Euro-Staaten (63,1 %) melden Defizite.

    Die komplette Mitteilung lesen Sie hier ↗europa.eu.

    Zum Thema

    „Der Welthandel ist ein Nullsummenspiel, bei dem die Überschüsse des einen die Defizite des anderen sind.“↗makronom.de

    „Ungesunder Überschuss“↗boeckler.de

    „Das süße Gift der Exportüberschüsse“↗makronom.de

    IMK-Report zur Rolle der Nominallöhne für die Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse ↗boeckler.de

  • Arbeitsmarkt: Hoher Anteil niedriger Löhne trotz Wirschaftswachstum

    14.08.2018/EG aus dem Blog MAKROSKOP, Wiesbaden

    Markus Krüsemann, Soziologe, über den abgehängten Teil des hochgejubelten Arbeitsmarktes

    Nach Jahren des zum Teil freiwilligen Verzichts auf größere Lohnsteigerungen (Bündnis für Arbeit) bemühen sich die großen Gewerkschaften zwar, für die Beschäftigten in den unteren Lohngruppen vergleichsweise höhere Gehaltssteigerungen durchzusetzen, doch bleibt dieser Effekt aufgrund ihrer geschwundenen Verhandlungsmacht sehr begrenzt. Verschärft wird die Lage durch die anhaltende Tarifflucht von Unternehmen, die zudem mit Strategien des Outsourcings gleich zwei entscheidende Hebel zur Durchsetzung von Niedriglöhnen in der Hand haben. ↗makroskop.eu

    Zum Thema

    Dokumentation von ARTE über erfolgreiche Unternehmen, motivierte Mitarbeiter und faire Löhne

    „Die Mondragón Corporación Cooperativa ist mit rund 74.000 Mitarbeitern das siebtgrößte Unternehmen in Spanien. Trotz der Größe des Konzerns hat sich Mondragón die Menschlichkeit auf die Fahnen geschrieben. Noch nie wurde ein Mitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen entlassen. Und ein Manager verdient höchstens das Sechsfache eines einfachen Arbeiters.“ ↗arte.tv/youtube.de