Schlagwort: Ungleichheit

  • Klimapaket kontra Klimaziele

    17.10.2019/EG
    Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    Stefan Bach, Claudia Kemfert und Nicole Wagner, alle Forscher am DIW, untersuchten die Wirkungen von CO2-Bepreisung und Rückvergütung des Klimapakets / CO2-Bepreisung belastet die armen Haushalte deutlich stärker als die reichen Haushalte

    „Am 20. September hat die Bundesregierung ein Klimapaket beschlossen, mit dem die Klimaziele 2030 in den Sektoren Verkehr und Gebäude erreicht werden sollen. Doch bereits jetzt ist absehbar, dass der vorgeschlagene CO2-Preispfad und der anschließende Emissionshandel mit festgelegter Preisobergrenze als alleinige Instrumente nicht ausreichen. Insbesondere im Verkehrssektor werden die Maßnahmen die Emissionen nicht annähernd genügend mindern, zeigen die Berechnungen des DIW Berlin zur Lenkungswirkung. Trotz Senkung der EEG-Umlage und erhöhter Entfernungspauschale werden die öffentlichen Haushalte durch die die CO2-Bepreisung per Saldo bis zu zwölf Milliarden Euro im Jahr mehr einnehmen. Die privaten Haushalte mit niedrigen Einkommen werden dabei deutlich stärker belastet als die hohen Einkommen.“ diw.de

    Zum Thema

    In der Sendung „Die Anstalt“ vom 01.10.2019 erklären die Physiker Isaac Newton (Max Uthoff) und Angela Merkel (Claus von Wagner) warum Deutschland von dem Pfad zum Ziel 100% erneuerbare Energien mittlerweile so weit abgekommen ist ↗zdf.de.

  • Geldvermögen privater Haushalte erreicht 6,2 Billionen Euro

    15.10.2019/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Geldvermögen der privaten Haushalte* in Deutschland lag zum Ende des zweiten Quartals 2019 bei 6.237 Milliarden Euro (+ 4,6 % gegenüber II/2018)

    Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland stieg zum Ende des zweiten Quartals 2019 bei 6.237 Milliarden Euro; gegenüber dem vierten Quartal 2018 stieg es damit um 272,3 Milliarden Euro oder 4,6 Prozent. „Wie in den vergangenen Quartalen erhöhten die privaten Haushalte insbesondere ihre Bestände an Bargeld und Einlagen sowie ihre Ansprüche gegenüber Versicherungen. Die Präferenz für liquide oder als risikoarm empfundene Anlageformen hielt damit weiter an. Darüber hinaus trugen Bewertungsgewinne erneut zum Anstieg des Geldvermögens bei.“ bundesbank.de

    *Private Haushalte sind Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

    Zum Thema

    Geld- und Immobilienvermögen IV/2018: 6,25 Billionen Euro Geldvermögen und 8,08 Billionen Euro Immobilienvermögen bundestag.de

    Zusammensetzung des Finanz,- Sach- und Immobilienvermögens der privaten Haushalte nach seiner Höhe / „Wie ungleich die Verteilung ist, lässt sich demnach auch am Anteil des Vermögens ablesen, das den oberen 10 % der Nettovermögensverteilung gehört. Diese Gruppe nannte in Deutschland im Jahr 2017 etwa 55 % des gesamten Nettovermögens ihr Eigen.“ bundesbank.de

    Einkommens- und Verbrauchsstichprobe / Geld- und Immobilienvermögen sowie Schulden privater Haushalte destatis.de

  • Mit der Armut sinkt die Lebenserwartung

    10.10.2019/EG
    Quelle: Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR), Rostock

    Pavel Grigoriev, Rembrandt Scholz und Vladimir M. Shkolnikov, alle MPIDR-Forscher, berechneten den Einfluss von Bildung, Einkommen und Beschäftigungsstatus auf das Sterberisiko

    „Arbeitslosigkeit verdoppelt das Sterberisiko. Noch wichtiger ist das Einkommen, vor allem für die Männer: Die Sterblichkeit des am schlechtesten verdienenden Fünftels lag um 150 Prozent über dem des am besten verdienenden Fünftels. Schlechtere Bildung erhöhte das Sterberisiko für Männer hingegen nur um etwa 30 Prozent.
    Das Sterberisiko steht für die Wahrscheinlichkeit zu sterben – und zwar unabhängig vom Alter. Um die Sterberisiken vergleichbar zu machen, rechneten die Forscher den Einfluss des Alters heraus. So spielt es etwa keine Rolle, dass Arbeitslose im Durchschnitt älter sind als Menschen mit Job, und schon daher häufiger sterben. Vielmehr wurde die Altersstruktur aller Bevölkerungsgruppen statistisch so angeglichen, dass alle die gleiche Zusammensetzung hatten. Sterblichkeitsunterschiede sind darum nur noch auf die verbleibenden Faktoren wie Arbeitslosigkeit oder Einkommen zurückzuführen.“ ↗mpg.de

  • Finanztransaktionssteuer: Eine Steuer mit Potenzial?

    08.10.2019/EG
    Quelle: A&W-blog, Wien

    Atanas Pekanov, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Wien, und Margit W. Schratzenstaller-Altzinger, Wirtschaftswissenschaftlerin am WIFO, untersuchten die Vorteile und Herausforderungen einer Steuer auf Finanztransaktionen

    „Nach Schätzungen der UNCTAD impliziert die Erreichung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung eine Finanzierungslücke von 2,5 Billionen US-Dollar. Eine globale Finanztransaktionssteuer könnte eine Antwort auf diese Finanzierungserfordernisse darstellen.
    (…).
    Im Basisszenario ergeben sich Einnahmen in Höhe von 73 Milliarden US-Dollar für die USA (0,37 Prozent des BIP), 119 Milliarden US-Dollar für die EU (0,69 Prozent des BIP), 10 Milliarden US-Dollar für Deutschland (0,27 Prozent des BIP), 10 Milliarden US-Dollar für Frankreich (0,39 Prozent des BIP) und 20 Milliarden US-Dollar für Japan (0,41 Prozent des BIP).“ awblog.at

  • Gesellschaftliche Spaltung wird immer deutlicher

    07.10.2019/EG
    Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

    WSI-Verteilungsbericht 2019 zur wachsenden Einkommensungleichheit

    „Erst jüngst griff der IWF das Thema in seinem aktuellen Deutschlandbericht auf (IMF2019): Er kritisiert, dass die großen Leistungsbilanzüberschüsse, die Deutschland als führende Exportnation erwirtschaftet, lediglich den Reichen zufließen und so die Konzentration der Einkommen an der Spitze verschärft wird. Treibende Kraft für diese Entwicklung sind, so der IWF, mittelständische Familienunternehmen.
    (…).
    Den größten Veränderungen unterworfen sind insbesondere die Ränder der Verteilung, dabei sind das oberste und das unterste Dezil als Extrema zu nennen. Die Entwicklung, die sich nachteilig für das unterste Dezil und vorteilhaft für die oberen Dezile ausgewirkt hat, konzentriert sich auf den Zeitraum seit 2009 – ein deutlicher Hinweis darauf, dass in diesen Jahren die Einkommensungleichheit wieder steigt.“ boeckler.de

    Zum Thema

    Im Jahr 2018 bestritt in Deutschland knapp die Hälfte (47 %) der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch ihre eigene Erwerbstätigkeit. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand von Ergebnissen des Mikrozensus weiter mitteilt, waren für fast jede vierte Person (24 %) Einkünfte von Angehörigen (zum Beispiel von Partnerin oder Partner, Eltern) die Haupteinkommensquelle. Weitere 22 % lebten hauptsächlich von Renten- und Pensionszahlungen. Für 7 % der Bevölkerung waren öffentliche Leistungen die Haupteinkommensquelle (zum Beispiel Arbeitslosengeld I und II, Grundsicherung im Alter, BAföG, Elterngeld). Nur knapp 1 % der Bevölkerung finanzierte seinen Lebensunterhalt überwiegend durch das eigene Vermögen (einschließlich Ersparnisse, Zinsen sowie Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung). destatis.de

    Amin Schäfer, Politikwissenschaftler an der Universität Münster an der Uni Witten/Herdecke, im Vortrag „Demokratie in Gefahr: Politische Ungleichheit in Deutschland“: „Wer über den Erfolg des Rechtspopulismus spricht, darf über politische Ungleichheit nicht schweigen.armin-schaefer.de

    Michael Hartmann, Sozialwissenschaftler, über die Einkommens- und Vermögensverteilung ↗vimeo.com

    Werner Vontobel, Wirtschaftswissenschaftler und Journalist: Was uns die Ungleichheit wirklich kostet ↗werner-vontobel.ch