Buchtipp: Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche

05.06.2020/EG

Reni Eddo-Lodge: Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche

Sachbuch (Gesellschaft, Rassismus)

„Viel zu lange wurde Rassismus als reines Problem rechter Extremisten definiert. Doch die subtileren, nicht weniger gefährlichen Vorurteile finden sich dort, wo man am wenigsten mit ihnen rechnen würde – im Herzen der achtbaren Gesellschaft.
Was bedeutet es, in einer Welt, in der Weißsein als die selbstverständliche Norm gilt, nicht weiß zu sein? Reni Eddo-Lodge spürt den historischen Wurzeln der Vorurteile nach, und zeigt unmissverständlich, dass die Ungleichbehandlung Weißer und Nicht-Weißer unseren Systemen seit Generationen eingeschrieben ist.
Ob in Politik oder Popkultur – nicht nur in der europaweiten Angst vor Immigration, sondern auch in aufwogenden Protestwellen gegen eine schwarze Hermine oder einen dunkelhäutigen Stormtrooper wird klar: Diskriminierende Tendenzen werden nicht nur von offenen Rassisten, sondern auch von vermeintlich toleranten Menschen praktiziert. Weiterlesen

Buchtipp: Gegen Trump

28.09.2018/EG

Naomi Klein: Gegen Trump
Der Aufstieg der neuen Schock-Politik und was wir jetzt tun können

Sachbuch (Gesellschaft, Kapital, Politik)

Wie konnte es dazu kommen, dass Donald Trump Präsident der USA wurde? Wie konnte seine Schock-Politik so um sich greifen? Der mit »alternativen Fakten« gegen Einwanderer, gegen Frauen, gegen Wissenschaft, gegen Pressefreiheit hetzt und seine populistische Agenda schamlos durchsetzt?

Überzeugend zeigt Naomi Klein, dass Trump weder aus dem Nichts aufgetaucht noch ein politischer Unfall ist. Seine Wahl ist die konsequente Fortsetzung einer Entwicklung, die schon vor Jahren begann. Trump ist Agent eines ungezügelten Kapitalismus, zunehmender Ungleichheit, zunehmenden Rassismus und Protektionismus. Sein Handeln, das zeigt Naomi Klein, lässt sich aber nur angemessen verstehen, wenn man ihn als Marke betrachtet – immer zielt er darauf, seinen Markenkern zu stärken. Aus ihrer messerscharfen Analyse entwickelt die bekannte Aktivistin und Bestsellerautorin Naomi Klein aber auch eine ganz konkrete, optimistische Strategie des neuen Widerstands. Denn ein »Nein« allein reicht nicht aus. Weiterlesen

Buchtipp: Das Buch der Begegnungen

10.08.2018/EG

Alexander von Humboldt: Das Buch der Begegnungen
Menschen, Kulturen, Geschichten.

Aus den amerikanischen Reisetagebüchern

Sachbuch (USA-Reise 1799 bis 1804)

Wagemut und Wissbegier, ein feines Beobachtungs- und Differenzierungsvermögen und vor allem die unbändige Lust an immer neuen Begegnungen machten Alexander von Humboldt vor 200 Jahren zu einem epochalen Weltentdecker. «Das Buch der Begegnungen», das die emphatischsten Zeugnisse aus den «Amerikanischen Reisetagebüchern» versammelt, zeigt einen warmherzigen Menschen ohne Berührungsängste. Auf seiner Reise in die amerikanischen Tropen von 1799 bis 1804 hielt der preußische Kosmopolit eine Vielzahl exotischer Physiognomien fest und sah die Welt, wie sie vor ihm noch keiner gesehen hatte. Als einer der ersten Europäer überhaupt kritisierte er Kolonialismus, Sklavenhandel und christlichen Bekehrungseifer. Dagegen betonte er die Würde und den kulturellen Reichtum vermeintlich primitiver Völker. Überzeugt davon, dass es keine unterlegenen oder gar minderwertigen Ethnien gebe, war er seinen Zeitgenossen weit voraus. Und selbst im 21. Jahrhundert kommt Alexander von Humboldt als Anwalt einer universellen Humanität wie gerufen. Weiterlesen

Jobcenter neigen zur Diskriminierung?

08.09.2017/EG aus dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

WZB-Forscher: Jobcenter benachteiligen bei Anfragen Menschen mit ausländischen Namen

„In dem Experiment haben die Forscher in den Jahren 2014 und 2015 fiktive E-Mails an 408 Jobcenter geschickt. Die Forscher verwendeten sechs deutsch, türkisch und rumänisch klingende Namen. Die Mails variierten unter anderem in Berufsbezeichnung, Geschlecht und Sprachstil. (…) Die Jobcenter beantworteten unabhängig vom Namen alle Mails, aber die Fragesteller mit ausländischen Namen erhielten häufiger unzureichende und weniger detaillierte Informationen. Das Informationsdefizit hätte sie davon abhalten können, einen Antrag auf eine Grundsicherung nach Hartz IV zu stellen.“ wzb.de

Menschenrechte in Deutschland

27.02.2017/EG aus der NRO Amnesty International, Berlin

Hohe Zahl rassistischer Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte ohne wirksame Gegenmaßnahmen von Behörden / Sinkende Zahl Asylsuchender – steigende Zahl von Straftaten gegen Flüchtlinge

2016 nahm die Zahl neuer Asylsuchender gegenüber dem Vorjahr erheblich ab. Die Regierung registrierte in etwa 280.000 neu eingereiste Asylsuchende, verglichen mit 890.000 im Jahr 2015.

In den ersten neun Monaten des Jahres (2016) registrierten die deutschen Behörden 813 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte. Im selben Zeitraum registrierten die Behörden 1803 Straftaten gegen Asylsuchende, bei denen 254 Menschen verletzt wurden. Die Behörden entwickelten keine angemessene nationale Strategie, um Angriffe gegen Flüchtlingsunterkünfte zu verhindern. amnesty.de

Die aktuelle Datenlage zum Thema lesen Sie hierdw.com.