Schlagwort: Gesellschaft

  • Politische Bildung wird von den Landesregierungen sehr unterschiedlich gepflegt

    29.03.2019/EG
    Quelle: Universität Bielefeld

    Studie ‘Politische Bildung an allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I im Bundesländervergleich‘ / Mahir Gökbudak, Lehrer im Hochschuldienst, und Reinhold Hedtke, Sozialwissenschaftler, erforschten den Stellenwert der politischen Bildung an allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I

    „Die Bundesländer schneiden dabei so unterschiedlich ab, dass von einer bundesweiten Gleichwertigkeit des Rechts von Kindern und Jugendlichen auf politische Bildung in der Schule keine Rede sein kann. Die Situation der politischen Bildung an den Schulen hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert. Die Gruppe der Unterdurchschnittlichen umfasst dieselben Länder wie im Ranking 2017: Bayern, Thüringen, Berlin und Rheinland-Pfalz.“

    Die Studie vergleicht die rechtlich verbindlichen bildungspolitischen Vorgaben (der Landesregierungen) für die Verteilung von Lernzeit.

    „Die bildungspolitischen Entscheidungen über die absolute und relative Lernzeit für die politische Bildung in den Schulen der Sekundarstufe I beeinflussen die politischen und demokratischen Kompetenzen der jungen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Damit erzeugen sie Wirkungen auf den Prozess der Erneuerung der Grundlagen der Demokratie von Generation zu Generation.“ uni-bielefeld.de

  • Buchtipp: Der Zerfall der Demokratie

    29.03.2019/EG

    Yascha Mounk: Der Zerfall der Demokratie
    Wie der Populismus den Rechtsstaat bedroht

    Sachbuch (Demokratie, Gesellschaft, Parteien, Politik, Recht, Ungleichheit)

    Die Demokratie droht zu sterben. Politik-Verweigerung und rechts-populistische Parteien wie AfD, FPÖ, Lega und Front National untergraben stabile Regierungen. Der Havard-Politologe Yascha Mounk legt in diesem politischen Sachbuch Gründe und Mechanismen offen, die westliche liberale Rechtsstaaten – so auch die USA unter Donald Trump – erodieren lassen.

    Die Demokratie steckt weltweit in einer tiefen Krise. Die Zahl der Protest-Wähler steigt, Populisten erstarken, traditionelle Parteien-Systeme kollabieren. Der renommierte Politologe Yascha Mounk untersucht diesen alarmierenden Zustand, der zwei Muster erkennen lässt: Entweder werden wie in den USA, Ungarn, Polen und der Türkei Demagogen ins Amt gewählt, die die Rechte von Minderheiten mit Füßen treten, oder eine Regierung verschanzt sich, freiheitliche Rechte garantierend, hinter technokratischen Entscheidungen – und verliert wie in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zunehmend an Volksnähe. (mehr …)

  • Auch in KiTa werden Fachkräfte nicht angemessen bezahlt

    28.03.2019/EG
    Quelle: Verband Bildung und Erziehung (VBE), Berlin

    DKLK-Studie 2019: 66 % der Befragten öffentlicher Kindertagesstätten finden, dass die Bezahlung der pädagogischen Fachkräfte unangemessen ist / Fast 75 % der Leitungskräfte sind mit den – von Landesregierungen gesetzten – Rahmenbedingungen unzufrieden

    „Bereits seit mehreren Jahren stellt der Fachkräftemangel eines der größten Probleme im Kita-Bereich dar. Während die Zahl der Einrichtungen und damit auch die Nachfrage nach pädagogischen Fachkräften kontinuierlich ansteigen, wird immer deutlicher, dass es bei Weitem nicht genügend gut ausgebildete Erzieher/innen gibt, um alle freien Stellen zu besetzen. Umso beunruhigender ist es, dass pädagogische Fachkräfte nach Einschätzung der befragten Leitungskräfte nach wie vor nicht angemessen bezahlt werden.“ ↗vbe.de

    Zum Thema

    Ein Viertel der Nachwuchskräfte verlässt das Arbeitsfeld Kita ↗weiterbildungsinitiative.de

  • Globaler Umweltbericht: Umweltzustand ist auch in Deutschland „teilweise kritisch“

    25.03.2019/EG
    Quelle: Umweltbundesamt, Dessau

    6. Globaler Umweltbericht (GEO-6) 2019: Analyse der Implikationen für Deutschland

    „Zusammengefasst ist der Umweltzustand also auch in Deutschland teilweise kritisch. Zugleich beeinflusst Deutschland – manchmal direkt, meist jedoch eher indirekt – die ökologische Situation im Ausland: Die Art und Weise, wie wir in Deutschland konsumieren und produzieren, der Umfang, in dem wir Rohstoffe, Zwischenprodukte und Güter im- und exportieren, hinterlässt einen „ökologischen Fußabdruck“ in anderen Teilen der Welt. Zwar führt die deutsche Wirtschaft Umweltschutztechnologien in die Welt aus, die dort Verschmutzung und Verbräuche mindern. Sie exportiert aber auch eine Vielzahl von Gütern, die Umweltrisiken und -verbräuche im Ausland erhöhen – von gentechnisch veränderten Pflanzen über Kraftfahrzeuge bis hin zu Atomkraftwerken. Zudem beansprucht der hiesige Konsum in hohem Maße Ressourcen aus dem Ausland: Viele in Deutschland genutzte Konsumgüter und Arzneimittel werden in anderen Weltregionen hergestellt, die entsprechenden Ressourcenverbräuche, Schadstoffbelastungen oder Resistenzbildungen dorthin verlagert. Über die Hälfte des Wassers, das direkt oder indirekt in Produkte fließt, die zu uns importiert werden, stammt aus dem Ausland und kann dort zu Wasserknappheit und Nutzungskonflikten führen. Zwei Drittel der Flächen, die für das hiesige Wirtschaften in Anspruch genommen werden, liegen im Ausland, wovon rund die Hälfte für die Herstellung tierischer Produkte belegt wird. Auf der anderen Seite werden deutsche Exportgüter wie Fleisch, Strom aus Braunkohle oder Industriesalze hierzulande umweltintensiv hergestellt.“ umweltbundesamt.de (Seite 14)

    Zum Thema

    Wissenschaftler der University of California untersuchten Populationsmerkmale von Autismus-Spektrum-Störungen im Central Valley:
    Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich das Risiko einer Autismus-Spektrum-Störung für den Nachwuchs erhöht, wenn der Nachwuchs während der Schwangerschaft innerhalb von 2.000 Meter vom Wohnort mit Pestiziden in Berührung kommt. Kinder, die im Central Valley aufwuchsen, einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region in Kalifornien, erkrankten häufiger an Autismus, wenn sie vor der Geburt oder im ersten Lebensjahr Pestiziden ausgesetzt waren. bmj.com

  • Krankenhäuser sind unterfinanziert

    22.03.2019/EG
    Quelle: GKV-Spitzenverband, Spitzenverband Bund der Krankenkassen, Bonn

    Landesregierungen kommen ihrer Verpflichtung zur Finanzierung der (Krankenhaus-)Investitionen nicht nach

    „Der bestandserhaltende Investitionsbedarf der Krankenhäuser liegt bundesweit deutlich über sechs Milliarden Euro pro Jahr. Dies zeigt die aktuelle Investitions-Analyse für das laufende Jahr 2019, auf die sich der GKV-Spitzenverband, der Verband der Privaten Krankenversicherung und die Deutsche Krankenhausgesellschaft jetzt verständigt haben. Die bereits zum sechsten Mal veröffentlichte Analyse von Investitionsbewertungsrelationen soll den Bundesländern helfen, die von ihnen bereitzustellenden Investitionsmittel für Krankenhäuser besser zu kalkulieren und gezielter zu verteilen. Derzeit decken die Bundesländer mit ihren Zahlungen aber gerade einmal die Hälfte der benötigten Gelder für Investitionen tatsächlich ab.
    (…).
    Die Finanzierung von Krankenhäusern erfolgt in Deutschland über zwei Säulen. Die gesetzlichen Krankenkassen und die privaten Krankenversicherungen tragen die Betriebskosten, wie z. B. die Kosten für die abgerechneten medizinischen Leistungen und für das Klinikpersonal. Die Bundesländer hingegen zeichnen für die Investitionen verantwortlich. Dabei ist in der Gesamtheit festzustellen, dass unzureichende Investitionsmittel zur Verfügung gestellt werden, auch wenn dies von Land zu Land durchaus unterschiedlich ist. Keine der letzten Krankenhausreformen hat daran etwas geändert.“ gkv-spitzenverband.de