Schlagwort: Bildung

  • Ökonomik: Lehre weist deutliche Mängel an Pluralität auf

    13.02.2019/EG
    Quelle: Makronom, Berlin

    Helge Peukert, Wirtschafts- und Staatswissenschaftler, über das einseitige, marktliberal-konservative Weltbild der Lehrbücher in Deutschland

    „Zu den Kernbereichen der VWL gehören die Einführungsveranstaltungen der Mikro- und Makroökonomie, die sich mit dem Verhalten der einzelnen Haushalte und Unternehmen bzw. der gesamten Volkswirtschaft (Wachstumsrate, Einkommensverteilung usw.) befassen. Um untersuchen zu können, welche Schwerpunkte diese Veranstaltungen aufweisen, wurden alle laut Modulhandbüchern an deutschen Hochschulen verwendeten Lehrbücher durchgesehen (jeweils rund 60) und die jeweils zwei sehr deutlich dominierenden Lehrbücher kapitelweise hinsichtlich Pluralität, Wissenschaftlichkeit usw. untersucht. Anschließend wurden die Inhalte der beiden exemplarischen Lehrbücher mit den anderen Lehrbüchern verglichen. Es stellte sich heraus, dass es kaum Abweichungen gab.“ makronom.de

  • Privatisierung der Bildung am Beispiel Ethik-Institut an der TUM

    Bearbeiten

    31.01.2019/EG
    Quelle: Studis Online, Hamburg

    ‘facebook‘ finanziert Technischer Universität München (TUM) ein Institut, das ethische Fragen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) erforscht

    Der US-amerikanische Social-Media-Konzern ‘facebook‘ unterstützt mit 6,5 Millionen Euro die TUM zur Erforschung ethischer Implikationen der KI.

    Christian Kreiß, Wirtschaftswissenschaftler an der Hochschule Aalen: „Das neue Ethik-Institut beginnt mit einem Ethikbruch. Bei der Besetzung von Instituten an staatlichen Hochschulen sollten nach Art. 33 II Grundgesetz diejenigen Bewerber zum Zug kommen, die am besten geeignet sind. Wer das ist, ermittelt man normalerweise durch öffentliche Stellenausschreibungen, Bewerbungsverfahren und anschließende Auswahl durch ein unabhängiges Expertengremium, etwa eine Berufungskommission.
    Im Fall des neu gegründeten TUM-Instituts hat man ein solches Auswahlverfahren offenbar umgangen und im wohlwollenden Einvernehmen mit dem Geldgeber Facebook lieber gleich einen Institutsleiter eingesetzt, von dem man weiß, dass er der Großindustrie sehr gewogen ist. Dadurch hatten leider andere ausgewiesene Ethikexperten, die beispielsweise der Denkrichtung der „integrativen Wirtschaftsethik“ angehören, keine Chance. Andererseits muss man zugeben, dass deren Vertreter ziemlich kritische Köpfe sind. Die wollte man dem spendablen US-Konzern möglicherweise lieber ersparen.
    Was wir erleben, ist also durchaus kein gelungener Start, aber ganz in der Tradition von Facebook, Ethikregeln ständig zu brechen.“ ↗studis-online.de

  • Ökonomische Prozesse liquidieren die Bildung

    05.01.2019/EG
    Quelle: agora42, Berlin

    Aga Trnka-Kwiecinski, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Donau-Universität Krems, über Deformierungstendenzen in der Bildungslandschaft

    „Das Paradox ist, dass Bildungseinrichtungen einem ökonomischen Denken unterworfen sind, das unsere gesamte Gesellschaft durchzogen hat. Nicht das Lernen als (überaus sinnliches – im Verständnis von „mit allen Sinnen“ zu erfahrendes) Erlebnis steht im Vordergrund, sondern das messbare Ergebnis, das zum Gradmesser des Erfolges wird. Absurderweise sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrenden.“ agora42.de

    Zum Thema

    Jochen Krautz, Bildungswissenschaftler, über die Zersetzung von Bildung:

    „Faktisch wird hier jedoch Bildung von ihrem möglichen Renditevolumen abhängig gemacht: Denn was geschieht, wenn Bildung nicht mehr hinreichend Gewinn abwirft? Wird dann nicht mehr in sie investiert? (…) Merkwürdigerweise führen gerade die im Namen „der Wirtschaft“ durch OECD und EU konzipierten und national von großen Wirtschaftsverbänden und Stiftungen forcierten Bildungsreformen zu einem rapiden Verfall von realem Können und Wissen von Schülern und Studierenden. Dies wird mittlerweile gerade aus der Wirtschaft selbst beklagt. Die „kompetenzorientiert“ trainierten Absolventen können schlicht nicht mehr hinreichend lesen, schreiben und rechnen, geschweige denn organisieren und unter Belastung den Überblick behalten. Der Inflation von Abschlüssen entspricht ein Absinken des realen Bildungsniveaus.“ ↗www.kunst.uni-wuppertal.de

  • Aufstieg durch Bildung ist nur die halbe Wahrheit

    11.12.2018/EG Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

    Studie von Martin Ehlert und Christian Ebner, beide Sozialwissenschaftler: Kurse und Lehrgänge ohne anerkannten Abschluss fördern den beruflichen Aufstieg nicht

    „Weiterbildung und lebenslanges Lernen gelten heute als Patentrezept für den beruflichen Aufstieg. Ihr Ertrag für die Karriere ist jedoch geringer als gedacht. Denn für Beförderungen, ein höheres Einkommen und größere soziale Mobilität bringen Weiterbildungsmaßnahmen meist nur dann etwas, wenn sie zu einem anerkannten beruflichen Abschluss führen. Berufsbegleitende Kurse und Lehrgänge ohne formalen Abschluss haben dagegen einen viel geringeren Effekt auf die Karriere.“ wzb.eu

    Zum Thema

    Erst der Markt, dann die Bildung? Peter Michael Balk, Studiendekan Business Psychology (MA) Hochschule Fresenius für Wirtschaft und Medien GmbH, Köln, über marktgerechte Fähigkeiten und Kompetenzen bildung-wissen.eu.

  • Soziale Herkunft prägt Lebenssituation von Kindern in Deutschland

    14.11.2018/EG
    Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

    Anteil der armutsgefährdeten Kinder stagniert trotz eine der längsten Aufschwungphasen der Nachkriegszeit

    Fachleute aus amtlicher Statistik und Sozialforschung haben im heute vorgestellten ‘Datenreport 2018 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland‘ Zahlen und Fakten zu wichtigen Lebensbereichen zusammengestellt, insbesondere zur Lebenssituation von Kindern:

    • Steigende Kinderarmut erschwert kulturelle, soziale und politische Teilhabe
    • Je gebildeter und wohlhabender die Eltern, desto gesünder die Kinder
    • Bildungschancen von Kindern in Deutschland hängen stark vom Bildungsstand ihrer Eltern ab
    • Hauptschüler in der Schule mehr belastet
    • Zahl der Kinder in Deutschland ist in den letzten 20 Jahren um 14 % gesunken

    wzb.eu

    Der Datenreport wird herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt (Destatis), dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).