Kategorie: Allgemein

  • Der Steuerwettbewerb im ‚WWW‘

    20.12.2018/EG
    Quelle: MAKRONOM, Berlin

    Johannes Becker, Wirtschaftswissenschaftler, und Joachim Englisch, Rechtswissenschaftler, über Versuche der Bundesregierung zur Besteuerung digitaler Geschäftsprozesse

    „Die zentrale Frage lautet, ob es dem besteuernden Staat möglich ist, die effektive Steuerlast des Unternehmens überhaupt zu erfassen. Das ist schon aufgrund der von Land zu Land unterschiedlichen Gewinnermittlungsvorschriften keine triviale Aufgabe. Die Schwierigkeiten nehmen absehbar noch zu, wenn mehrere Zwischenstationen nachgeschaltet (aus Sicht des Staates, in dem die Zahlung stattfindet) oder vorgeschaltet sind (aus Sicht des Ansässigkeitsstaates).“ makronom.de

  • Arbeitsmarkt IT: Mangelt es an Fachkräften oder an der Entlohnung?

    18.12.2018/EG
    Quelle: bitkom, Berlin

    82.000 offene Stellen für IT-Experten / Bewerber fordern zu viel Gehalt

    „Die Besetzung von IT-Stellen scheitert vor allem am Geld, aber auch an fehlender Qualifikation und Kompetenz. So lässt die starke Nachfrage nach IT-Spezialisten auch die Gehaltsvorstellungen der Bewerber steigen. Drei von vier Unternehmen (76 Prozent) erklären, die Bewerber forderten zu viel Gehalt.“ bitkom.org

    Zum Thema

    Markt
    Definition
    „Mikroökonomik: Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage, aufgrund dessen sich Preise bilden. Märkte lassen sich nach dem Institutionalisierungsgrad, der Art des Marktzutritts, dem Autonomiegrad der Marktteilnehmer und den vorherrschenden Präferenzen unterscheiden.“ wirtschaftslexikon.gabler.de

  • Arbeitsmarkt oder der Verkauf des Arbeitsvermögens

    18.12.2018/EG
    Quelle: TELEPOLIS, Berlin

    Heinz-Josef Bontrup, Wirtschaftswissenschaftler, über die ‘Vollbeschäftigung‘

    „Nur Demagogen und Populisten reden von einer fast erreichten Vollbeschäftigung. Mit der Realität hat das leider nichts zu tun. Wir haben weiter Massenarbeitslosigkeit im Land und ich gehe noch weiter: Die Arbeitsmärkte waren in Deutschland, zählt man das gesamte Prekariat der Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten, die befristet Beschäftigten, die Praktikantenverträge und die Leiharbeiter dazu, noch nie in einem so schlechten Zustand. (…)
    Eine jüngst veröffentlichte Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) kommt zu dem Befund, dass insbesondere die Klagen der Unternehmerverbände widersprüchlich und deutlich überhöht sind. Die Klagen sind mehr Ausdruck eines Bestrebens, die Arbeitseinkommen niedrig zu halten. „Ursächlich ist also kein Mangel an Fachkräften, sondern an Zahlungsbereitschaft.“ Der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft, Paul Krugman, hat US-amerikanischen Unternehmern bezüglich ihres Jammerns für fehlende Arbeitskräfte geantwortet: „Zahlen Sie anständig, dann werden Sie auch schnell ihre benötigten Arbeitskräfte finden.““ heise.de

    KenFM im Gespräch mit Heinz-Josef Bontrup ↗kenfm.de.

  • Exportüberschuss: Deutsches Netto-Auslandsvermögen ist auf rund zwei Billionen Euro angewachsen

    17.12.2018/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Deutsche Bundesbank Monatsbericht Dezember 2018: Deutsches Netto-Auslandsvermögen bis 2017 auf 1,8 Billionen Euro gestiegen / 2018 werden weitere 200 Milliarden Euro auflaufen

    Das deutsche Nettovermögen im Ausland ist in den vergangenen Jahren nahezu kontinuierlich gestiegen und belief sich Ende 2017 auf 1,8 Billionen Euro. Dies entsprach 54 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.“ „Das wachsende Netto-Auslandsvermögen reflektiert die Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands in den vergangenen zehn Jahren““, heißt es im Monatsbericht Dezember. Lediglich während der globalen Finanzkrise hätten Bewertungseffekte den Anstieg gebremst.
    Das hohe deutsche Auslandsvermögen wird bisweilen kritisiert, da es grundsätzlich den Gegenpart zu Auslandsverbindlichkeiten in anderen Teilen der Welt darstellt. Allerdings sei nur etwa die Hälfe der deutschen Forderungen gegenüber dem Ausland Ende 2017 mit unbedingten Zahlungsverpflichtungen der Gegenseite verbunden gewesen, so das Fazit im Monatsbericht Dezember. bundesbank.de

    Die Zahlungsbilanz Januar bis Oktober 2018 lesen Sie hierbundesbank.de.

    Zum Thema

    „Der Welthandel ist ein Nullsummenspiel, bei dem die Überschüsse des einen die Defizite des anderen sind.“makronom.de

    „Ungesunder Überschuss“↗boeckler.de

    „Das süße Gift der Exportüberschüsse“makronom.de

    IMK-Report zur Rolle der Nominallöhne für die Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse boeckler.de

  • 13,7 Millionen Menschen leben in Deutschland in Armut

    14.12.2018/EG
    Quelle: DER PARITÄTISCHE Gesamtverband, Berlin

    Paritätischer Wohlfahrtsverband legt Armutsbericht 2018 vor / ‘Bildung schützt vor Armut‘ ist ein Mythos

    Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes (Auszug):
    „Mit einer Armutsquote von 16,8 Prozent ist erneut eine neue traurige Rekordmarke seit der Vereinigung erreicht. Es geht um mindestens 13,7 Millionen Menschen, die aktuell zu den Armen gezählt werden müssen. Dabei sind in der Statistik lediglich Menschen erfasst, die über einen eigenen Haushalt verfügen. Völlig außen vor bleiben jedoch beispielsweise die 800.000 bis 1.000.000 wohnungslose Menschen unter uns, die über 800.000 Bewohner von Pflegeheimen, von denen rund die Hälfte auf Sozialhilfe angewiesen ist, oder aber die über 200.000 Menschen mit Behinderungen in Wohnheimen, die ebenfalls in aller Regel Sozialhilfe beziehen. Faktisch werden es daher in Deutschland durchaus noch mehr Menschen als die 13,7 Millionen sein, die unter die Armutsgrenze fallen. In der längerfristigen Betrachtung der Armutsentwicklung ist dabei seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, als die Armutsquote noch 11 Prozent betrug, ein ganz klarer Aufwärtstrend erkennbar. Die neuesten Ergebnisse lassen es nicht mehr zu, von einer Stabilisierung der Armutsentwicklung zu sprechen, wie dies beispielsweise noch der letzte Armutsbericht der Bundesregierung tat. Es ist tatsächlich ein Aufwärtstrend, der uns angesichts der guten Wirtschaftsdaten der letzten Jahre alarmieren muss: Wirtschaftsentwicklung und Armutsentwicklung sind ganz offensichtlich gänzlich voneinander abgekoppelt. Mit anderen Worten: die Armut ist nicht wirtschaftlich bedingt, sie ist politisch hausgemacht.
    (…)
    Mit Blick auf die aktuellen Befunde sind weitere Maßnahmen zu einer wirksamen Bekämpfung der Armut in der Breite unerlässlich und unaufschiebbar:

    • die Anhebung des Rentenniveaus auf wieder 53 Prozent,
    • der Einbau eines armutsfesten Sockels in der Rente für langjährige Beitragszahler,
    • die Reform der Altersgrundsicherung mit auskömmlichen Regelsätzen und einer deutlichen Besserstellung von Rentnern,
    • die Erhöhung des Mindestlohns auf 12,63 Euro,
    • die konsequente Eindämmung von Leiharbeit,
    • die Abschaffung sachgrundlos befristeter Beschäftigungsverhältnisse sowie
    • der Umbau von Kindergeld und Kinderzuschlag zu einer echten existenzsichernden Kindergrundsicherung, wie sie mittlerweile von einer Vielzahl von Fachverbänden im Bündnis Kindergrundsicherung gefordert wird.“ ↗der-paritaetische.de