Kategorie: Allgemein

  • Wohnen: Der Markt bestimmt, nicht die Regierung

    18.07.2019/EG
    Quelle: Sozialverband Deutschland (SoVD), Berlin

    1993 bis 2014 ist die mittlere Miete stärker gestiegen als das mittlere Einkommen / In Großstädten fehlen mehr als 1,9 Millionen Wohnungen

    „Die Wohnungskrise ist komplex und beinhaltet mindestens drei Phänomene: einen Mangel an Wohnraum, den die Menschen sich mit weniger als 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens leisten können, Überbelegung bei mehr als zwei Personen pro Wohnung und soziale Segregation. Zu Letztgenanntem kommt es auch dann, wenn in der Stadt insgesamt genügend bezahlbare Wohnungen vorhanden sind, sich die günstigen Wohnungen aber stark auf einzelne Gebiete konzentrieren. Nimmt man alle drei Phänomene zusammen, ist das Wohnungs- und Mietenproblem sogar größer als oft angenommen. Es fehlen noch mehr als 1,9 Millionen Wohnungen in den Großstädten.“ ↗sovd.de

    Zum Thema

    Mietkaufmodell
    Eine Wohnung gehört wie Nahrung und Kleidung zu den unverzichtbaren Grundbedürfnissen aller Menschen – doch viele Menschen selbst mit mittleren Einkommen haben insbesondere in Städten und Ballungsräumen kaum noch Chancen, eine Wohnung zu kaufen, …“ diw.de

    Sozial Spaltung
    Die soziale Spaltung nimmt in vielen deutschen Städten weiter zu. Verschärft wurde diese Entwicklung durch den Zuzug von Zuwanderern. So ist der Anteil von Ausländern besonders in den sozial benachteiligten Stadtteilen gestiegen, …“ wzb.eu

  • Hoher Niedriglohnanteil trotz guter wirtschaftlicher Lage

    17.07.2019/EG
    Quelle: Neue Züricher Zeitung (NZZ), Zürich

    In fast keinem anderen Industrieland verdienen so viele Menschen wenig.“

    „Deutschland kommt laut Berechnungen von Soziologen der Universität Wien im Jahr 2015 auf einen Niedriglohnanteil von 22%, die Schweiz auf einen Anteil von 12%. Deutschland hat innerhalb der OECD denn auch einen der grössten Niedriglohnsektoren.“ nzz.ch

    Zum Thema

    Deutschland 1995 bis 2015: „Von steigenden Löhnen profitieren vor allem Gutverdienende – auch tarifgebundene Betriebe zahlen besser. Doch zugleich wächst der Niedriglohnsektor.boeckler.de (Atlas der Arbeit, Seite 14)

    Gerhard Schröder, ehemaliger Bundeskanzler, am 28. Januar 2005 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: „We have established one of the best low paying sectors in Europe.“ (Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren in Europa etabliert.) ↗gerhard-schroeder.de

    Folgende Parteien gestalteten im vorgenannten Zeitraum die Regierungsarbeit:

    • seit März 2018: CDU/CSU/SPD
    • 2013 bis 2017: CDU/CSU/SPD (Koalitionsverhandlungen dauerten 171 Tage)
    • 2009 bis 2013: CDU/CSU/FDP
    • 2005 bis 2009: CDU/CSU/SPD
    • 2002 bis 2005: SPD/DIE GRÜNEN (Umsetzung ‘Agenda 2010‘)
    • 1998 bis 2002: SPD/DIE GRÜNEN
    • 1982 bis 1998: CDU/CSU/FDP
  • Nur 26 Prozent der Seen und 7 Prozent der Fließgewässer ökologisch in Ordnung?

    15.07.2019/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Zielbereich der Wasserrahmenrichtlinie bleibt unrealistisch

    „Daten zur Bewertung des ökologischen Zustands der Flüsse, Seen, Übergangs- und Küstengewässer werden im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie von den Ländern erhoben. (…). Danach waren im Jahr 2015 24 Prozent der Seen in gutem und 2,3 Prozent in sehr gutem ökologischen Zustand, bei den Fließgewässern waren 6,6 Prozent in gutem und 0,1 Prozent in sehr gutem ökologischen Zustand. Die aktuellen Werte liegen weit vom Zielbereich der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) entfernt. Die Bundesregierung sieht zwar einen Trend zum Zielwert hin, dieser reicht jedoch voraussichtlich nicht aus, um das Ziel der WRRL bis zum Jahr 2027 zu erreichen. Wichtige Ursachen für den derzeitigen Gewässerzustand sind hydromorphologische Veränderungen, fehlende naturnahe Lebensräume, fehlende Durchgängigkeit sowie zu hohe Nährstoff- und Schadstoffeinträge (Bundestagsdrucksache 19/1571 vom 9. April 2018).“ bundestag.de (siehe Seite 2)

    Zum Thema

    „Nach einer aktuellen Auswertung der Daten von mehr als 14.000 Messstellen für den Zeitraum 2013 bis 2016 ist die Belastung des Grundwassers mit Pflanzenschutzmitteln und deren relevanten Abbauprodukten deutlich zurückgegangen. Das liegt aber vor allem daran, dass Wirkstoffe nicht mehr zugelassen sind. Die Belastung mit noch zugelassenen Stoffen ist dagegen gleichbleibend hoch.“ umweltbundesamt.de

    Zusammenfassung der MCC-PIK-Expertise für den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mcc-berlin.net (Seite 5)

  • Geldvermögen privater Haushalte bei 6,17 Billionen Euro

    15.07.2019/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Geldvermögen der privaten Haushalte* in Deutschland lag zum Ende des ersten Quartals 2019 bei 6.170 Milliarden Euro (+ 4,7 % gegenüber I/2018)

    „Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag zum Ende des ersten Quartals 2019 bei 6 170 Mrd €; gegenüber dem vierten Quartal 2018 stieg es damit um gut 153 Mrd € oder 2,6 %. Hauptgrund hierfür war der äußerst kräftige transaktionsbasierte Geldvermögensaufbau in Höhe von knapp 87 Mrd €. Die privaten Haushalte erhöhten vor allem ihre Bestände an Bargeld und Einlagen sowie ihre Ansprüche gegenüber Versicherungen. Damit hielt ihre Präferenz für liquide oder als risikoarm empfundene Anlagen an. Zusätzlich zu diesen transaktionsbedingten Zuwächsen gab es im ersten Vierteljahr Bewertungsgewinne.“
    (…).
    Wie bereits in den Vorquartalen nahmen die privaten Haushalte insbesondere Wohnungsbaukredite bei inländischen Monetären Finanzinstituten auf.“ bundesbank.de

    *Private Haushalte sind Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

    Zum Thema

    IV/2018: 6,25 Billionen Euro Geldvermögen und 8,08 Billionen Euro Immobilienvermögen bundestag.de
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/095/1909562.pdf

    Zusammensetzung des Finanz,- Sach- und Immobilienvermögens der privaten Haushalte nach seiner Höhe bundesbank.de (siehe Grafik Seite 28, durchschnittlich je Haushalt/Vermögensverteilung siehe Seite 22)

  • Wirtschaftserfolg konzentriert sich auf wenige

    12.07.2019/EG
    Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), Washington/Paris

    IWF-Länderfokus Deutschland: Gewinne stark auf die wohlhabendsten Haushalte konzentriert

    „In den meisten der letzten zwei Jahrzehnte, als die Arbeitslosigkeit sank und die Exporte stiegen, blieb das Lohnwachstum hinterher und die Kaufkraft der Haushalte stagnierte, insbesondere bei den Niedriglohnbeziehern.
    So nahm der Anteil des Volkseinkommens in Form von Gewinnen zu, die von Unternehmen einbehalten wurden, deren Eigentum sich stark auf die wohlhabendsten Haushalte konzentriert. Da diese Haushalte tendenziell einen größeren Teil ihres Einkommens sparen, stieg die private Ersparnis und der Leistungsbilanzüberschuss nahm zu.“ ↗imf.org

    Der 1945 gegründete Internationale Währungsfonds (IWF) ist eine Organisation von 189 Ländern, die sich nach eigenen Angaben für die Förderung der globalen Währungszusammenarbeit, die Sicherung der Finanzstabilität, die Erleichterung des internationalen Handels, die Förderung von hoher Beschäftigung und nachhaltigem Wirtschaftswachstum sowie die Verringerung der Armut in der ganzen Welt einsetzt.