Riester-Rente fehlt es an Solidität?

06.06.2018/EG aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

Kornelia Hagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DIW, über ein mangelhaftes Produkt für die (private) Altersvorsorge

„Zwar zeigen Produkttests von Ökotest und Stiftung Warentest, dass es möglich ist, günstige Riester-Produkte zu finden. Aber zweifelsohne riskieren gerade finanziell Unwissende – dazu gehören rund 40 Prozent der Bevölkerung – einen schlechten, weil renditeschwachen Vertrag abzuschließen, zumal Verkauf und Beratung von Provisionen getrieben wird. Auch die 2017 eingeführten standardisierten Produktinformationsblätter führten bislang zu keinem Erfolg.
Vielen gilt die private geförderte Altersvorsorge als nicht verhandelbar. Ich halte sie für einen Irrweg. Zur langfristigen Sicherung einer auskömmlichen Versorgung im Alter sollte besser die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung gestärkt werden. Diese Option wird aber gegenwärtig eher ignoriert und teilweise diskreditiert; sie findet vermutlich absehbar keine politischen Mehrheiten.“ diw.de

Zum Thema

Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, mit ergänzenden Informationen aktuelle-sozialpolitik.blogspot.com.

Rente: Daten zur privaten Altersvorsorge

19.03.2018/EG

Riester-Verträge: Jeder fünfte Riester-Vertrag ist ruhend gestellt – Bundesregierung hält 10 % Verwaltungskosten „für angemessen und sachgerecht“ (die gesetzliche Rentenversicherung verursacht etwa 1,5 % Verwaltungskosten)

Rund 3,3 von 16,5 Millionen Riester-Verträgen (Stand: September 2017) sind, nach Angaben des Bundesministeriums der Finanzen, ruhend gestellt. markus-kurth.de

Zum Thema

Holger Balodis, Autor, über die “Vorsorgelüge“ ardmediathek.de (Video 44 Minuten).

Walter Riester zum “Erfolgsmodell Riester-Rente“ walterriester.de.

Walter Riester Tätigkeiten – neben dem Bundestagsmandat welt.de.

Die Private Altersvorsorge im Rückblick – mit Max Uthoff, Claus von Wagner, Jochen Busse, Christoph Sieber, Timo Wopp und Norbert Blüm (Die Anstalt) youtube.com

Buchtipp: Die große Rentenlüge

18.08.2017/EG

Holger Balodis, Dagmar Hühne: Die große Rentenlüge
Warum eine gute und bezahlbare Alterssicherung für alle möglich ist

Sachbuch (Klima, Politik, Daten)

Rund die Hälfte der heute Erwerbstätigen ist im Alter akut von Altersarmut bedroht. Das ist die unmittelbare Folge eines politisch gewollten Zerstörungsprozesses, sagen die Bestseller-Autoren Holger Balodis und Dagmar Hühne. In ihrem neuen Buch „Die große Rentenlüge“ fordern sie einen radikalen Kurswechsel in der Altersversorgung und deutlich mehr Geld für alle Rentner. Und sie zeigen auch, wie es geht: Weg mit der Riester-Rente und dem Popanz des Drei-Säulen-Modells. Statt die Finanzwirtschaft zu subventionieren, muss sich Altersvorsorge auf den Kern konzentrieren: die gesetzliche Rente. Die ist sicher, krisenfest und preiswert. Und sie kann deutlich höher ausfallen, wenn endlich alle einzahlen – auch Politiker, Beamte und Topmanager. Weiterlesen

Betriebsrente: Ein weiteres Produkt der Regierung für die Privatisierung sozialer Altersrisiken

05.06.2017/EG aus dem Blog Aktuelle Sozialpolitik, Remagen

Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, zur neuen ‘betrieblichen‘ Altersversorgung

„Wenn man die Menschen fragen würde, was denn eine Betriebsrente ist, wie wird wohl die Antwort in den meisten Fällen ausfallen? Na klar, es handelt sich um eine zusätzliche Rente, die der Arbeitnehmer von seinem Betrieb bekommt. Als eine Leistung, die an die Arbeit in dem Unternehmen gebunden ist. Und die vom Arbeitgeber kommt. Der zahlt mir eine Betriebsrente. Soweit die Theorie oder der naive Glaube an die einfachen Zusammenhänge …“ aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de

Das Risikoportfolio der Konzerne

26.04.2017/EG aus dem Versicherungsmaklerunternehmen Aon, London/Hamburg

Global Risk Management Survey 2017: Aon wertete Sorgen von Managern weltweit aus

Bei der Erhebung zum ‘Global Risk Management Survey 2017‘ gaben die weltweit befragten Manager die größten Unsicherheitsfaktoren in folgender Reihenfolge an:

1. Image- bzw. Rufschäden
2. Konjunkturschwäche und langsame Erholung
3. Verschärften Wettbewerb
4. Gesetzesänderungen und neue Regulierungen
5. Computerkriminalität
6. Unerfüllte Kundenwünsche
7. Erfolglose Talentwerbung und Verlust von Top-Mitarbeitern
8. Betriebsunterbrechungen
9. Politische Risiken
10. Haftpflichtrisiken

Um zu erkennen, was die Manager in ihrer Risikowahrnehmung beeinflusst, sammelte Aon die dominierenden Schlagzeilen des Jahres 2016: Weiterlesen