Buchtipp: Schwarze Flaggen

23.05.2017/EG

Joby Warrick: Schwarze Flaggen
Der Aufstieg des IS und die USA

Sachbuch (IS, USA, Terror)

Es ist der 4. Februar 2015. Eine Frau wird gehenkt. Zusammen mit anderen IS-Kämpfern hatte sie eine Hochzeitsgesellschaft gestürmt. Bilder von zerfetzten Menschen gingen darauf durch das arabische Fernsehen. Warum fühlte sich diese Frau von der Terrororganisation und den Botschaften ihres Gründers Al-Zarqawi angezogen? Warum sind es so viele, die sich dem IS anschließen? Und was hat das noch mit Religion zu tun? Diesen Fragen ist der Reporter und zweifache Pulitzer-Preisträger Joby Warrick nachgegangen, er hat Gefängnisse besucht, mit Beamten, Terroristen und Agenten gesprochen. Warrick fördert dabei Unglaubliches zu Tage: In seiner wegweisenden Reportage beschreibt er die Beteiligung der US-Regierung unter George W. Bush und Barack Obama an der blutigen Karriere Al-Zarqawis. Der Blick auf die Wurzeln des IS zeigt auch, welche neue Kraft – anstelle der Religion – den Terror heute antreibt. Weiterlesen

Ein Blick nach Mexiko

19.06.2017/EG aus dem Medium STANDARD, Wien

Juan Villoro, Literaturwissenschaftler, im Standard-Interview: „Obama war das lachende Gesicht einer diskriminierenden Politik“

„Die PRI hat 71 Jahre Erfahrung, wie man sich an der Macht hält, und wir Mexikaner haben es leider nicht geschafft, das zu überwinden. Deshalb hat der Schriftsteller Mario Vargas Llosa gesagt, dass Mexiko die perfekte Diktatur sei, weil es nicht offensichtlich diktatorisch regiert wird, sondern dies durch Wahlbetrug erreicht wird.“ derstandard.at

Zum Thema

Regierungspartei PRI verliert bei Regionalwahlen in Mexiko / Wahlbetrug in zwei Bundesstaaten angeprangert amerika21.de.

Ein Blick nach Afghanistan

15.06.2017/EG aus dem Medium ‘acTViSM‘, München

TRNN-Video: Matthew Hoh, Mitglied der Washingtoner Denkfabrik ‘Center for International Policy‘, über den längsten Krieg in der US-Geschichte

Warum entsenden die USA weitere Truppen nach Afghanistan, obwohl dort bereits 9.000 stationiert sind? Welche Optionen sollten die USA darüber hinaus in Erwägung ziehen? Sind Verhandlungen mit den Taliban eine davon? Wären sie daran überhaupt interessiert? Können weitere militärische Interventionen jemals Frieden und Stabilität bringen? Wieso unterstützten die USA weiterhin Pakistan, obwohl Teile der pakistanischen Regierung die Taliban unterstützen? actvism.org

Ein Blick nach Venezuela

12.06.2017/EG aus dem Medium THE REAL NEWS NETWORK (TRNN), Baltimore/USA

Abby Martin, Journalistin, berichtet von ihren Erlebnissen aus Venezuela – mit gewalttätigen Oppositionsdemonstranten

„Wir gingen dahin und waren sehr überrascht, dass die Realität ganz anders war, als die, die uns erzählt wurde. (…) Wir sehen ein Land von dem man denkt, dass die ganze Presse vom Staat kontrolliert wird. (…) Es war das Gegenteil. Ich meine, ich hatte keine Probleme, etwas zu filmen. Die Angriffe auf die Presse waren von der Opposition, die nicht will, dass Sie die Wahrheit berichtet wird. Ich meine, sie stellen die freie Presse als dieses Leuchtfeuer auf, aber sie wollen nicht, dass Sie irgendetwas melden, was ihrer Erzählung widerspricht, auch wenn es von dem Generalstaatsanwalt selbst völlig bewiesen ist, … Wenn wir es wagen, über die Tatsache, dass die Opposition für die Hälfte der Tode verantwortlich war, zu berichten (die Hälfte der Geschichten wurde von den westlichen Medien und diesen Menschenrechtsbeobachtungsorganisationen weggelassen), würden wir einem Lynch-Mob unterworfen.“ therealnews.com

Zum Thema

„Es gibt, ganz unumwunden, eine direkte Einmischung sowohl durch das Außenministerium und das Verteidigungsministerium der USA und …“, von Aram Aharonian, Journalistamerika21.de.

Naher/Mittlerer Osten: Fortsetzung der Destabilisierungspolitik

10.06.2017/EG aus dem Medium Qantara.de, Berlin

Matthias Sailer, Promotionsstipendiat der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), zur aktuellen Konfliktdebatte um eine rohstoffreiche Region

„Für Saudi-Arabien ist vor allem die Beziehung Qatars zum Iran ein Dorn im Auge. Das Emirat unterhält ein gemeinsames Gasfeld mit dem Iran und ist schon allein deswegen auf pragmatische Beziehungen mit dem Iran angewiesen. In der jüngsten Anti-Qatar-Kampagne beschuldigten saudische Medien denn auch Emir Tamim, sich geheim mit dem iranischen General Qassem Soleimani, dem Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden, in Bagdad getroffen zu haben. (…) Einige Analysten spekulieren bereits über mögliche saudische Mobilisierungsversuche von wahhabitischen Minderheiten innerhalb Irans gegen die Führung in Teheran.“ qantara.de

Zum Thema

Ergänzende Informationen über Qatar sehen Sie im Video (12 Minuten) mit dem verstorbenen Jean-Christophe Victor in der ARTE-Sendung ‘Mit offenen Karten‘ vom März 2015youtube.com.

Iran fordert UN auf, die Ursachen der Teheraner Terroranschläge zu betrachten:

Irans Gesandter und ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen Gholam Ali Choshroo rufte in einem Brief den Generalsekretär der Vereinten Nationen an, mehr Aufmerksamkeit auf die jüngsten Terroranschläge in Teheran und die Motive und Verschwörungen hinter diesen Angriffen zu lenken. „In meinem früheren Brief am 4. Mai 2017 hatte ich vor der unverantwortlichen, provokativen und unglücklichen Politik von Saudi-Arabien bei der Förderung und Finanzierung extremistischer Gruppen und ihres kurzsichtigen und selbstsüchtigen Adventurismus (Abenteurtum) in der Region gewarnt, die im klaren Gegensatz mit den Zielen und Grundsätzen der Charta von Vereinten Nationen stehen.“ irna.ir