Gericht der EU/Glyphosat: Toxizität und krebserregende Wirkung müssen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden

07.03.2019/EG
Quelle: Gericht der Europäischen Union, Luxemburg

Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verweigerte den Zugang u. a. mit der Begründung „Die Verbreitung dieser Informationen könne ernsthaft die geschäftlichen und finanziellen Interessen der Unternehmen beeinträchtigen, die die Studienberichte vorgelegt hätten“

Mit seinen Urteilen von heute weist das Gericht zunächst auf die Vermutung hin, nach der gilt, dass an der Verbreitung von Informationen, die „Emissionen in die Umwelt betreffen“, mit Ausnahme der Untersuchungen betreffenden Informationen, ein öffentliches Interesse besteht, welches das Interesse am Schutz der geschäftlichen Interessen einer natürlichen oder juristischen Person überwiegt, so dass der Schutz dieser geschäftlichen Interessen der Verbreitung der betreffenden Informationen nicht entgegengehalten werden kann. Das bedeutet, dass ein mit einem Antrag auf Zugang zu einem Dokument befasstes Unionsorgan seine Ablehnung der Offenlegung des Dokuments nicht mit der Ausnahme zum Schutz der geschäftlichen Interessen einer natürlichen oder juristischen Person rechtfertigen kann, wenn die in diesem Dokument enthaltenen Informationen solche sind, die „Emissionen in die Umwelt betreffen“. curia.europa.eu

Der ‚Wert‘ der Natur

06.03.2019/EG
Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

Bundesregierung: „Derzeit existieren noch keine international abgestimmten Rahmenwerke zur einheitlichen Berücksichtigung von Ökosystemleistungen in den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR).“

„Der Verlust natürlicher Auen ist mitverantwortlich für die Schäden durch Hochwasserkatastrophen, die in Deutschland in den letzten Jahrzehnten dramatisch hoch waren.“ Hochwasser im Elbe- und Donaueinzugsgebiet verursachten in den Jahren 2002 und 2013 wirtschaftliche Schäden in Höhe von etwa 18 Milliarden Euro.

„In der Vergangenheit wurden 95 Prozent der ehemaligen Moore bzw. Moorböden (1,8 Mio. ha) überwiegend für land-, teilweise aber auch für forstwirtschaftliche Zwecke sowie für den Torfabbau entwässert.“ Die gesellschaftlichen Kosten betrugen im Jahr 2018 etwa 27,3 Milliarden Euro.

„Durch die in der Vergangenheit erfolgte Umwandlung von Dauergrünland in Acker sind wichtige Ökosystemleistungen verloren gegangen: Speicherung von Kohlenstoff als Beitrag zum Klimaschutz, Minderung von Nitrateinträgen in das Grundwasser, Erhaltung der biologischen Vielfalt und Erosionsschutz.“ Die gesellschaftlichen Kosten werden auf 440 bis 3.000 Euro pro Hektar und Jahr geschätzt. In Deutschland wurden im Jahr 2018 etwa 16,7 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzt.

„Nach dem European Nitrogen Assessment aus dem Jahr 2011 führt der Einsatz von Düngemitteln in der Europäischen Union (EU-27) zu gesellschaftlichen Kosten durch gesundheitliche Schäden, Klimaschäden und Schäden an Ökosystemen (u. a. Binnengewässer, Meere und andere empfindliche Ökosysteme) von jährlich 20 bis 150 Mrd. Euro. (…). In einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2017 wurde geschätzt, dass die Aufwendungen der Wasserversorger zur Einhaltung niedriger Nitratwerte zwischen 580 und 767 Mio. Euro pro Jahr liegen.“

„In Deutschland sind ca. 13 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion von Bestäubung durch Insekten abhängig. Das entspricht einem Wert von ca. 1,1 Mrd. Euro.“ bundestag.de

Zum Thema
Studie: Der Wert der Natur für Wirtschaft und Gesellschaft bfn.de

Studie: Werte der Natur aufzeigen und in Entscheidungen integrieren ufz.de

Erderwärmung: Daten belegen Klimawandel

08.02.2019/EG
Quelle: National Aeronautics and Space Administration (NASA), Goddard Institute for Space Studies (GISS), New York

Nach unabhängigen Analysen der NASA und der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) waren die globalen Oberflächentemperaturen der Erde im Jahr 2018 die viertwärmste seit 1880 / Ökosysteme stehen vor massiven Veränderungen

Die globalen Temperaturen waren im Jahr 2018 um 0,83 Grad Celsius wärmer als der Mittelwert von 1951 bis 1980, so Wissenschaftler des NASA Goddard Institute for Space Studies (GISS) in New York. Weltweit liegen die Temperaturen des Jahres 2018 hinter denen der Jahre 2017, 2016 und 2015 zurück. Die letzten fünf Jahre sind zusammengenommen die wärmsten Jahre der modernen Geschichte. giss.nasa.gov

Zum Thema

„Das Dach der Welt schmilzt.“ Hindukusch-Himalaya-Region versorgt fast zwei Milliarden Menschen mit Wasser. klimareporter.de

Buchtipp: Mythos Markt. Mythos Neoklassik

08.02.2019/EG

Walter Otto Ötsch: Mythos Markt. Mythos Neoklassik
Das Elend des Marktfundamentalismus

Sachbuch (Gesellschaft, Markt, Politik, Umweltschutz, Ungleichheit, Wirtschaft)

Die gegenwärtige Gesellschaft kann als ökonomisiert verstanden werden. Viele Bereiche der Gesellschaft, die früher eigenen Regeln gefolgt sind, haben sich einer wirtschaftlichen Effizienzlogik unterworfen. Die Ökonomik hat damit den Status einer gesellschaftlichen Leitwissenschaft erworben. Das Buch beschreibt

  • die Transformation der Ökonomik in eine Wissenschaft von „dem Markt“,
  • wie sich dieses Konzept durchgesetzt hat,
  • wie dadurch die Gesellschaft verändert wurde und
  • welche Folgen dies hatte – bis hin zur Finanzkrise 2008, zur Klima(wandel)leugnung und zum Rechtspopulismus, der als neue Politikform „des Marktes“ interpretiert wird.

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Autoabgase belasten Umwelt und Gesundheit!

24.01.2019/EG
Quelle: Deutschlandfunk, Berlin

Barbara Hoffmann, Professorin Fachgebiet „Umweltmedizinische Epidemiologie“ an der Universität Düsseldorf:

„Es ist richtig, dass Feinstäube und Stickoxide gesundheitsschädlich sind. Das wird eigentlich gar nicht in Frage gestellt. Ich weiß auch nicht, wieso Herr Köhler das in Frage stellt, weil wir dazu wirklich umfassende Studien mit ganz unterschiedlichen Methoden haben, die zweifelsfrei darlegen, dass Feinstäube und auch Stickoxide gesundheitsschädlich sind.“ deutschlandfunk.de

Zum Thema

NOx und Feinstaub – Grenzwerte bei Lungenärzten umstritten

Dieter Köhler, Lungenfacharzt, ehemals Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, lehrte an den Universitäten Marburg und Freiburg:
„Die Gesundheitsgefahren durch Feinstaub und Stickoxide werden bewusst aufgebauscht“ swr.de.

Die Stellungnahme zur Gesundheitsgefährdung durch umweltbedingte Luftverschmutzung, insbesondere Feinstaub und Stickstoffverbindungen (NOx) von Dieter Köhler lesen Sie hier lungenaerzte-im-netz.de.

Die Liste der unterstützenden Lungenärzte und Forscher lesen Sie hier ↗lungenaerzte-im-netz.de.

Das umstrittene Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin „Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit“ lesen Sie hier pneumologie.de.