‘Leitkultur‘

20.07.2017/EG aus dem Medium NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, Zürich

Andreas Urs Sommer, Philosoph, über die Kulturdebatte

„Kultur ist nichts anderes als der Möglichkeitsraum, den sich die Angehörigen unserer Spezies gegen die Natur, gegen die Zwänge des blossen physischen Daseins geschaffen haben.
(…)
Wir leben in einer reflexiven, ja längst selbstreflexiven Relativierungskultur – in einer Kultur, die unterschiedlichste Blickrichtungen nicht nur erlaubt, sondern erzwingt. Niemand sichert mehr die letzte Wahrheit, die letzte Objektivität – keine Kirche, auch keine Wissenschaft und erst recht keine Politik. Wir haben es mit der besten aller bisher möglichen Kulturen zu tun, weil sie unentwegt Möglichkeiten schafft.“ nzz.ch

Was ist ein Märtyrer?

17.07.2017/EG aus dem Medium DAILY SABAH, Istanbul

Was man im Türkischen unter einem ‘Märtyrer‘ versteht

Laut dem Wörterbuch DUDEN ist der Märtyrer „jemand, der um des christlichen Glaubens willen Verfolgungen, schweres körperliches Leid, den Tod auf sich nimmt oder jemand, der sich für seine Überzeugung opfert oder Verfolgungen auf sich nimmt“. Doch im Vergleich zum Türkischen Übersetzungswort „Şehit“ gibt es einen großen Unterschied. Denn es gibt nicht nur eine Art des Märtyrertums. Der Begriff wird auch für andere Todesfälle verwendet, die nicht direkt mit dem Glauben im Bezug stehen – er ist nicht immer religiös geprägt. Man wird laut islamischen Glauben Märtyrer, wenn man: … ↗dailysabah.com

Abseits der medialen Salbungsrituale um Kardinal Meisner

07.07.2017/EG aus dem Medium Nachdenkseiten, Bad Bergzabern

Nachdenkseiten mit einem kritischen Abbild von Kardinal Joachim Meisner

„Unter Meisner explodierten die Geldanlagen des Erzbistums, getarnt durch Briefkastenfirmen. Hochpreisige Seniorenresidenzen wie die neben dem Dom, Luxus-Immobilien auf der Düsseldorfer Königsallee, am Hamburger Neuen Wall und im Kölner Einkaufszentrum bringen hohe Renditen. Die Mieter Gucci, Armani, Mediamarkt, C&A, H&M und Tamaris zahlen hohe Mieten. Die „BRD Domkloster Cologne B.V.“ wird vom Briefkasten-Treuhänder TMF in Amsterdam verwaltet, wo auch die US-Investmentbanken J.P. Morgan und Morgan Stanley ihre Steuern hinterziehen, pardon „gestalten“. Das nutzt auch das Kölner Erzbistum, einer der großen Abgreifer von Steuermitteln in Deutschland.“ nachdenkseiten.de

Iran und Saudi-Arabien oder Sunna und Schia

29.06.2017/EG aus dem Medium Qantara, Berlin

Charlotte Wiedemann, Journalistin, über die Unterschiede zweier Kulturen

„Irans Revolutionsführer Ali Khamenei nannte Saudi-Arabien kürzlich eine „rückwärtsgewandte Stammesgesellschaft“, während in Iran gerade 40 Millionen Menschen zu einer Wahl gegangen seien. Viele Iraner, auch wenn sie dem Regime nicht nahestehen, dürften sich in Khameneis Beurteilung wiederfinden. Wie Donald Trump sie schmäht und die Saudis preist, empfinden sie als große Kränkung.“ qantara.de

Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche

04.06.2017/EG aus der NRO Transparency International, Berlin

Thomas von Mitschke-Collande, Mitglied im Stiftungsrat der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, zur Glaubwürdigkeitskrise der katholischen Kirche

„Die katholische Kirche muss hier radikale Schritte tun, um ihre Glaubwürdigkeitskrise zu berwinden. Denkbar wäre zum Beispiel der Verzicht auf „Staatsleistungen“. Diese gehen zurück auf den Verlust des Kirchenbesitzes durch die Säkularisation 1803. Beide Kirchen haben einen klaren, verfassungsmäßig verbürgten Rechtsanspruch für diese Leistungen, die sich allein für die katholische Kirche auf mehr als 240 Millionen Euro pro Jahr beläuft. Bislang lehnen kirchliche Vertreter einen Verzicht vehement ab. Finanziell wäre dieser Verlust jedoch ohne Weiteres verkraftbar. Im Laufe von 200 Jahren sind den Kirchen bis heute neue, beachtliche Vermögenswerte zugewachsen. Die Kirchensteuer als Hauptfinanzierungsquelle ist hinzugekommen, allein 2015 waren es 6,1 Milliarden Euro. Die Kirchen sollten deshalb auf diese Staatsleistungen verzichten, dies jedoch mit einer Bedingung verknüpfen: …“ transparency.de (Seite 8)