Europäische Kommission verhängt 4,34 Mrd. Euro Buße gegen Google

18.07.2018/EG aus der Europäischen Kommission, Brüssel

Google hat Android (Betriebssystem für Mobilgeräte) zur Festigung der marktbeherrschenden Stellung (weltweiter Marktanteil: rund 80 %) seiner Suchmaschine benutzt

Google muss dieses Verhalten nun innerhalb von 90 Tagen endgültig abstellen, da ihm ansonsten Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen weltweiten Tagesumsatzes von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, drohen.

Google hat

  • von allen Herstellern von Android-Geräten als Bedingung für eine Lizenzierung des App-Store von Google (Play Store) verlangt, die Anwendung („App“) Google-Suche und die Google-eigene Browser-App (Chrome) auf ihren Geräten vorzuinstallieren,
  • Zahlungen an bestimmte große Hersteller und Mobilfunknetzbetreiber geleistet, wenn diese ausschließlich die App Google-Suche auf ihren Geräten vorinstallierten, und
  • Hersteller, die Apps von Google auf ihren Geräten vorinstallieren wollten, daran gehindert, auch nur einziges intelligentes Mobilgerät zu verkaufen, das über eine alternative, von Google nicht genehmigte Android-Version – einen sogenannten Android-Fork – betrieben wird.

Die komplette Meldung lesen Sie hier ec.europa.eu.

Zum Thema

Zum Google-Konzern (Alphabet Holding) gehören u. a. Ads, Android, Chrome, Gmail, Maps, Search und YouTube. Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2018 lesen Sie hier abc.xyz

Ergänzende Informationen über Google lesen Sie hier lobbypedia.de.

Einkommen: Marktmacht hat negativen Einfluss auf die Lohnentwicklung

07.05.2018/EG aus dem Blog ECONOFACT, Medford/USA

Ioana Elena Marinescu, Wirtschaftswissenschaftlerin, untersuchte die Macht branchen- bzw. marktführender Unternehmen auf Lohnabschlüsse in USA

„Die Löhne für den typischen amerikanischen Arbeiter stagnieren seit den späten 1970er Jahren. Der zunehmende Wettbewerb mit Niedriglohnarbeitern im Ausland, die Automatisierung, die abnehmende Macht der Gewerkschaften und das langsame Produktivitätswachstum werden häufig als mögliche Erklärungen für diese schlechte Lohnentwicklung, insbesondere für weniger gut ausgebildete Arbeitnehmer, angeführt. Aber ein weiterer möglicher Faktor ist in letzter Zeit zunehmend in den Blickpunkt gerückt: der fehlende Wettbewerb zwischen den Unternehmen um die Arbeitnehmer.“ econofact.org

Video-Tipp: „Kaufen für die Müllhalde“

21.01.2018/EG aus dem Kultursender ARTE, Strasbourg

Dokumentation (75 Min.) über unsere – auf Konsum – dressierte Gesellschaft

Bei zahlreichen Produkten ist der Verschleiß vorprogrammiert. Diese beabsichtigte limitierte Lebensdauer nennt man „geplante Obsoleszenz“. Aktuell sieht sich Apple mit einer Untersuchung durch Frankreichs Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde konfrontiert: Setzt der Konzern illegaler Weise beim ‚iPhone‘ auf geplante Obsoleszenz? Die Doku hinterfragt die moderne Wegwerfgesellschaft. ↗arte.tv

Wegweisende Empfehlungen

26.10.2016/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Monopolkommission stellt 500-Seiten-Gutachten vor / Regulierungen für neue Geschäftsmodelle der digitalen Ökonomie sollen nicht zum Schutz bestehender Modelle führen / Mehr Mitsprache für Zuschauer bei (TV-)Vermarktung der Fußball-Bundesliga / Wettbewerb: Auch Minderheitsbeteiligungen können zu „wettbewerbsschädigendem Verhalten“ führen

Im 21. Hauptgutachten der Monopolkommission 2016 beschäftigen sich Autoren auch mit den neueren Entwicklungen in der digitalen Ökonomie. Die Monopolkommission hat hierzu Regulierungsempfehlungen zur Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs zwischen traditionellen Unternehmen und neue Unternehmen der Sharing Economy sowie FinTech-Dienste empfohlen. Ein weiteres Thema ist die Zentralvermarktung der Fußball-Bundesliga: „In Anbetracht der hohen Bedeutung der Zuschauerpräferenz für die wettbewerbliche Beurteilung hält es die Monopolkommission für erforderlich, dass Zuschauerbefragungen ein höheres Gewicht bei der Beurteilung künftiger Zentralvermarktungsmodelle eingeräumt wird.“

Beim Thema Wettbewerb erkennt die Monopolkommission weiteren Klärungsbedarf zu „Unternehmensverflechtungen institutioneller Anleger und die Bedeutung von Anteilseignern mit Wettbewerbsinteresse sowie die Auswirkungen auf das Marktergebnis“. (Auf Seite 277 ist der Kapitalanteil von BlackRock am Aktienkapital von DAX-Unternehmen abgebildet.)

Video-Tipp: Geld regiert die Welt

Philosoph und Publizist Hon.-Prof Dr. Richard David Precht im Interview (44 Minuten) mit Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zum Machtverhältnis politischer und wirtschaftlicher Interessen

Gesellschaftliche und ökonomische Verwerfungen (Armut, Finanzkrisen, Monopolisierungstendenzen, Wirtschaftskrisen, …) lassen politische Entscheider zunehmend überfordert wirken. Bei Gastgeber Precht gibt der Ökonom Fratzscher einige sehr interessante und wenig publizierte Antworten. zdf.de