Medien: ARD und ZDF vernachlässigen Bildung und Wissen?

15.02.2018/EG aus dem Medium HEISE, Berlin

Eine ‘UEFA Nations League‘ Übertragung kostet etwa so viel wie die Nachrichtensendungen von ARD-aktuell (Tagesschau, Tagesthemen und Nachtmagazin) für ein Jahr: rund 10 Mio. Euro

Thorolf Lipp, Filmemacher: „Innerhalb des ERSTEN der ARD verschlingt der Sport circa 25 Prozent der Programmbeschaffungskosten, füllt damit aber nur circa acht Prozent der Sendezeit. Auf der anderen Seite erhält der Programmbereich Wissen und Bildung, hier Zahlen des Bayerischen Fernsehens innerhalb des ARD Verbundes, nur einen Anteil von circa sechs Prozent des Programmetats, muss damit aber circa 15 Prozent der Sendezeit füllen. Das ist offenkundig ein eklatantes Ungleichgewicht zugunsten eines Programmbereiches, der auch anders finanziert werden könnte.“ heise.de

Wie das neue Unterhaltungsformat ‘UEFA Nations League‘ funktionieren soll, lesen Sie hier sportschau.de.

Zum Thema

Nach welchen Kriterien wählt die ARD-aktuell-Redaktion die Nachrichten aus?
„Die journalistischen Kriterien für die Nachrichtenauswahl lassen sich übergreifend mit den Begriffen Relevanz, Neuigkeitswert und vermutetes Zuschauerinteresse umschreiben. Feste Regeln kann es bei der Nachrichten-Auswahl nicht geben; aufgrund von Ausbildung und Erfahrung entwickeln die Redakteure jedoch ein sicheres Gespür für den Nachrichtenwert einer Meldung. Die Struktur der Redaktionsarbeit stellt sicher, dass die Nachrichtenauswahl nicht in den Händen eines Einzelnen liegt, sondern im Team entwickelt wird. Auf diese Weise wird auch Konsens über den Nachrichtenwert einer Meldung erzielt.“ ndr.de

Die Kosten einer Erstsendeminute für Nachrichtensendungen von ARD-aktuell betragen 1.820 Euro. ard.de

Koalitionsvertrag: Neue Bundesregierung ‘Hand in Hand‘ mit Printmedien

11.02.2018/EG

Printmedien werden ‘subventioniert‘: CDU, CSU und SPD senken “zur Sicherung der bundesweiten Versorgung mit Presseerzeugnissen“ den Arbeitgeber-Beitrag zur Rentenversicherung

„Demokratie braucht eine informierte und vielfältige Öffentlichkeit. Presse- und Medienfreiheit, Medienvielfalt und -qualität sind für uns grundlegende Werte, die wir insbesondere im digitalen Zeitalter stärken müssen. Nur ein freier Zugang zu Medien und Informationen, qualitativ hochwertige journalistisch-redaktionelle Angebote und die notwendige Medienkompetenz ermöglichen kommunikative Chancenfreiheit und gleichberechtigte Teilhabe aller.“ (Seite 173, Zeilen 8188 bis 8193)
„Zur Sicherung der bundesweiten Versorgung mit Presseerzeugnissen für alle Haushalte – in Stadt und Land gleichermaßen – wird bei Minijobs von Zeitungszustellerinnen und Zeitungszustellern der Beitrag zur Rentenversicherung, den die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu tragen haben, befristet für die Dauer von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2022, von 15 auf 5 Prozent abgesenkt.“ (Seite 93, Zeilen 4323 bis 4327)
Den kompletten Koalitionsvertrag lesen Sie hier cdu.de.

Zum Thema

Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, über die erfolgreichen Lobby-Aktivitäten der Zeitungsverleger aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de.

Auflagen der Printmedien (ohne E-Abo) brechen ein, siehe meedia.de und meedia.de.

Medien: Unterhaltung ist das Produkt

05.02.2018/EG aus dem Medium INFOSPERBER, Spiegel bei Bern

Urs P. Gasche, Publizist, über Auslassungen und einseitigen Darstellungen im Nachrichtengeschäft

„Die Einseitigkeit beschränkt sich nicht auf die drei Beispiele Wahlen Russland/Ägypten, Korridorsicherung Russland/Türkei und Aleppo/Mossul.
Das Anprangern von Verletzungen der Menschenrechte und des Völkerrechts wirkt unglaubwürdig, wenn es einseitig gegen «feindliche» Länder wie Iran, Nordkorea oder Venezuela gerichtet ist, und «freundliche» Länder wie Saudi-Arabien, Ägypten oder Honduras mit Kritik weitgehend verschont bleiben.
Diese Einseitigkeit hat Geschichte. Während des Kalten Kriegs gehörten Despoten wie Mobutu Sese Seko in Zaire (heute Kongo), der Schah von Iran oder General Augusto Pinochet in Chile zu den Freunden der USA und des Westens. Sie wurden hofiert, unterstützt und mit Waffen beliefert, Wegen Verletzungen von Menschenrechten und des Völkerrechts wurden einseitig die Sowjetunion, Kuba und China angeprangert.“infosperber.ch

Angst wird konsumiert

03.02.2018/EG

Was macht Angst? Wer sind die Koproduzenten?

Die scheinbaren Auslöser von Angstgefühlen haben sich in den letzten Jahren vermehrt: Finanzkrise, (Terror-)Anschläge, finanzielle Verluste, Armut, Fremde/Überfremdung, Verlust an Einfluss und/oder Status, Verlust der Identität, Katastrophen und so weiter.

Dirk Gieselmann, Journalist: „Eine Beobachtung ist, dass der klassische Marktplatz als Ort der Kommunikation im Verschwinden begriffen ist. Viele Kleinstädte haben sich uns so dargestellt, dass irgendwo draußen eine riesige Mall eröffnet. Da fahren die Leute hin, kaufen ein, als würde der atomare Winter kurzbevorstehen, fahren dann nach Hause, lassen die Jalousien runter und setzen sich vor ihren Riesen-Plasma-Bildschirm, um sich mit Angst aufzuladen, die dann durch nichts mehr relativiert wird. Nicht durch den Austausch mit dem Nachbarn – wie siehst du das, übertreibe ich vielleicht mit meiner Angst, lass uns mal drüber reden -, sondern die Angst wird durch Konsum der Angst immer weiter vergrößert.“ deutschlandfunk.de

Harald Welzer, Sozialwissenschaftler, zum Thema, insbesondere über die ‚Profiteure‘ der Angst, 3sat.de.

Medien: „Tagesschau“ manipuliert Nachrichten?

30.01.2018/EG

„Tagesschau“ verstärkt Buhrufe gegen den US-Präsidenten Donald J. Trump

Die „Tagesschau“ hat in ihren Social-Media-Kanälen einen O-Ton-Ausschnitt zu Donald Trumps Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Buhrufe aus dem Publikum hörbarer gemischt. Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell und somit verantwortlich für Inhalte der Sendungen „Tagesschau“, „Tagesthemen“ und „Nachtmagazin“, spricht von „journalistischer Präzision“. meedia.de