Buchtipp: Opfer – Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne

17.11.2017/EG

Svenja Goltermann: Opfer – Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne

Sachbuch (Krieg, Medien)

Ein hochaktueller Essay über ein großes Menschheitsthema: Opfer von Krieg und Gewalt sind in den Medien allgegenwärtig, ob als Bilder von verstümmelten Soldaten, von verängstigten Kindern oder leidenden Zivilisten. Doch wer gilt eigentlich wann und warum als Opfer?
Die Historikerin Svenja Goltermann erzählt, wie das Bild des Opfers, das wir heute kennen, sich erst seit dem 18. Jahrhundert herausgebildet hat: Mit den modernen Gesellschaften entstand das Bedürfnis, die Verluste zu zählen und die Toten zu identifizieren. Zugleich sollte der Krieg humanisiert, Kriegsversehrte sollten versorgt, Überlebende und Hinterbliebene entschädigt werden. So wurde der Begriff des Opfers nach und nach ausgeweitet, von Soldaten auf die zivile Bevölkerung, von körperlichen Verletzungen bis zur Anerkennung des Traumas als seelische Wunde.
Wer jedoch als Opfer überhaupt benannt und anerkannt wird, war und ist eine Frage von Hierarchien und Macht – und damit ein eminent politisches Problem. Weiterlesen

Demokratie: Rundfunkbeitrag selbst verteilen

14.11.2017/EG

Projektgruppe zeigt am konkreten Beispiel, wie mehr Mitbestimmung (Demokratie) im öffentlichen Rundfunk möglich ist

Die Entwickler von ‘Rundfunk MITBESTIMMEN‘, Katharina Ehrhardt, User Experience Designerin aus Potsdam und Robert Schäfer, Student am Hasso-Plattner-Institut, zeigen, dass es technisch möglich ist und nichts kostet, die Motivation und Wünsche der (Rundfunk-)Beitragszahler zu veröffentlichen. Natürlich können die Betreiber nicht ausschließen, dass die Beitragszahler auch gute Entscheidungen treffen können.

Wie würden Sie Ihre Rundfunkgebühr verteilen? Zur Teilnahme geht es hier rundfunk-mitbestimmen.de.

YouTube: CNN konkurriert mit RT

26.10.2017/EG aus dem Medium THE WALL STREET JOURNAL, New York

Russisches Medium RT ist einer der meistgesehenen Nachrichtensendern von YouTube

Der englischsprachige YouTube-Kanal von RT hat 2,1 Milliarden Besucher und 2,2 Millionen Abonnenten, das sind etwa die gleichen Zahlen wie der primäre YouTube-Kanal von CNN. RT hat weitere 3,3 Milliarden Views (Aufrufe) über rund 20 weitere Kanäle und gehört damit zu den meistgesehenen Nachrichtensendern von YouTube. Das US-Unternehmen gibt auch dem russischen Staat die Möglichkeit, Werbeeinnahmen zu generieren, indem es Anzeigen vor Videos von RT schaltet. wsj.com

  • YouTube, Tochterunternehmen von Google Inc./Alphabet Inc., ist ein Video-Portal-Unternehmen mit Sitz in San Bruno/USA
  • CNN, Tochterunternehmen von Time Warner Inc., ist hinter Fox News der zweitgrößte TV-Sender sowie Nachrichtenportal mit Sitz in Atlanta/USA (in Deutschland am Nachrichtensender ‘n-tv‘ beteiligt)
  • RT ist ein staatlich finanzierter TV-Sender und Nachrichtenportal mit Sitz in Moskau/Russland

‘Philanthropen‘ und andere Rassisten

09.10.2017/EG aus dem Medium INFOSPERBER, Spiegel bei Bern

Christian Müller, Redaktionsleitung, über religiöse Denkfabriken

„In den USA gibt es Hunderte von sogenannten Think Tanks. Die meisten von ihnen sind Arbeitsgruppen und Organisationen mit einem erkennbaren Zweck – politisch oder wirtschaftlich. Das Gatestone Institute zum Beispiel, Selbstbezeichnung «International Policy Council», verbreitet in 17 verschiedenen Sprachen politische Artikel – aber alle Artikel haben nur eine Aussage: die westliche – freie! – Welt geht zugrunde, weil die Muslime kommen.“ infosperber.ch

Zum Thema

„Als Denkfabrik – oder auch Thinktank (aus englisch think tank) – werden Institute bezeichnet, die durch Erforschung, Entwicklung und Bewertung von politischen, sozialen und wirtschaftlichen Konzepten und Strategien Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung nehmen und sie so im Sinne von Politikberatung fördern. Einige Denkfabriken vertreten dabei eine bestimmte politische oder ideologische Linie, die aggressiv beworben wird, um politische Debatten zu beeinflussen.“ wikipedia.org

Rente: Das österreichische System aus deutscher Perspektive

22.09.2017/EG

Rente: Reiner Heyse, Blog-Autor SENIORENAUFSTAND zur ‘Aufklärungsarbeit‘ einiger Medien / Florian Blank, Politikwissenschaftler WSI, über die Leistungsfähigkeit einer Sozialversicherung

Reiner Heyse: „Das österreichische Rentensystem bedroht die Pfründe der Versicherungskonzerne hierzulande. Allzu deutlich beweist es, dass eine ausreichende Rentenhöhe, Rentenverlässlichkeit und soziale Gerechtigkeit mit einem Umverteilungssystem deutlich besser erreicht werden können als mit spekulativen und völlig unsicheren Sparanlagen auf den Finanzmärkten. Eine Reihe von Fernsehbeiträgen und Presseartikel haben das gut dokumentiert.“ seniorenaufstand.de

Florian Blank: „In Deutschland wird lebhaft über Pensionen (bzw. eigentlich „Renten“, wie es hier heißt) gestritten. Im Fokus stand zuletzt die Wiederkehr von Altersarmut und endlich auch wieder das allgemeine Rentenniveau – also die Höhe der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Immer wieder taucht in den Debatten das Beispiel Österreich auf. Bei den Verfechtern des deutschen Systems mit „Riester-Rente“ etc. sorgt das für erhebliche Irritation.“ blog.arbeit-wirtschaft.at