Flüchtlingswelle gestoppt – Ein außenpolitischer Pyrrhussieg

11.09.2017/EG aus der NRO Ärzte ohne Grenzen, Berlin/Tripolis

Offener Brief von Joanne Liu, Internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen, an die Staats- und Regierungschefs der EU

„Ich habe in der vergangenen Woche mehrere dieser Internierungslager besucht – und wir wissen, dass diese offiziellen Zentren nur die Spitze des Eisberges darstellen. Menschen werden wie Waren behandelt, die man ausbeuten kann. Sie werden in dunkle, schmutzige und stickige Räume gepfercht, in denen sie oft so wenig Platz haben, dass sie aufeinanderliegen müssen. (…) Frauen werden vergewaltigt und dann gezwungen, ihre Familien zu Hause anzurufen und von ihnen Geld zu verlangen, damit sie freikommen. Alle, mit denen ich geredet habe, fragten mich mit Tränen in den Augen immer wieder, wann sie freigelassen würden. Ihre Verzweiflung war überwältigend.“ aerzte-ohne-grenzen.de

Zum Thema

Flüchtlingshilfswerk der UN (UNHCR) plant Aufnahmezentrum für maximal 1.000 Flüchtlinge in Libyen. dw.com

Ein Blick nach Libyen

02.09.2017/EG aus der NEUEN ZÜRICHER ZEITUNG (NZZ), Zürich

Christian Weisflog, Redakteur, über kriminelle Partner der EU zur Lösung des Flüchtlingproblems

„Und wie ein aktueller Bericht der Uno zeigt, handelt es sich bei dem Fall nicht um eine Ausnahme, sondern um die Regel in Libyen. Demnach ist etwa auch der Chef der sogenannten «Wächter der Erdölinfrastruktur» in Zawiya am Schmuggel mit dem schwarzen Gold beteiligt. Einer seiner Geschäftspartner ist dabei auch der Kommandant der lokalen Küstenwache, Abd al-Rahman Milad. Dieser entscheidet darüber, welche Schiffe in See stechen können, und nützt seine Machtstellung gnadenlos aus, um abzukassieren. Egal ob die Boote mit Erdöl oder Menschen gefüllt sind.“ nzz.ch

Ein Blick nach Libyen

23.08.2016/EG

USA, Großbritannien und Frankreich stürzten im Jahr 2011 Libyen in ein Chaos

Nach Angaben des ehemaligen Außenministers von Australien, Gareth Evans, hatte die NATO-Koalition – entgegen dem Mandat des UN-Sicherheitsrates – nur ein Ziel¹: den Sturz Gaddafis und dessen Regime. Heute, fünf Jahre später, warnt das Auswärtige Amt wegen „bewaffneter Auseinandersetzungen“, „erhöhten Entführungsrisiko für Ausländer“ und „bewaffneten Raub“ weiterhin vor Reisen nach Libyen. Nach Erkenntnissen der Bundesregierung sind über 1.000 bewaffnete Milizen² aktiv. Gestern versagte das international anerkannte, libysche Parlament der sogenannten Einheitsregierung erneut das Vertrauen. Ergänzende Informationen zur desaströsen Lage in Libyen lesen Sie hierarte.tv.

¹ Quelle qantara.de

² Quelle: bundestag.de

Ein Blick nach Libyen

23.08.2016/EG

USA, Großbritannien und Frankreich stürzten im Jahr 2011 Libyen in ein Chaos

Nach Angaben des ehemaligen Außenministers von Australien, Gareth Evans, hatte die NATO-Koalition – entgegen dem Mandat des UN-Sicherheitsrates – nur ein Ziel¹: den Sturz Gaddafis und dessen Regime. Heute, fünf Jahre später, warnt das Auswärtige Amt wegen „bewaffneter Auseinandersetzungen“, „erhöhter Entführungsrisiken für Ausländer“ und „bewaffneten Raub“ weiterhin vor Reisen nach Libyen. Nach Erkenntnissen der Bundesregierung sind über 1.000 bewaffnete Milizen² aktiv. Gestern versagte das international anerkannte, libysche Parlament der sogenannten Einheitsregierung erneut das Vertrauen. Ergänzende Informationen zur desaströsen Lage in Libyen lesen Sie hierarte.tv.

¹ Quelle: qantara.de
² Quelle: bundestag.de