Griechenland: ‘Rettungsversuche‘

22.07.2017/EG aus der Blätter Verlagsgesellschaft, Berlin

Egbert Scheunemann, Politologe, über die verordnete Verarmung Griechenlands / Profitable Staatsunternehmen zu Schleuderpreisen privatisiert

„Um die Absurdität der bisherigen ‘Rettungsversuche‘ zu verstehen, hilft zunächst ein Blick auf die bloßen Summen, die bisher zwischen Gläubigern und Griechenland geflossen sind: Addiert man alle drei bisherigen Hilfspakete, wurde Griechenland ein Kreditrahmen von 368,6 Mrd. Euro gewährt – eine gewaltige Summe, gemessen am griechischen BIP von 176 Mrd. Euro im Jahr 2015. Allerdings wurde dieser Kreditrahmen bis 2015 nur im Umfang von 215,9 Mrd. Euro ausgeschöpft, und davon sind weniger als fünf Prozent, nämlich 10,8 Mrd. Euro, wirklich in den griechischen Staatshaushalt geflossen – wohlgemerkt als rückzahlbare, verzinsliche Kredite. Der weit überwiegende Teil floss …“ blaetter.de

Freihandel: Der Operationsraum der Konzerne ist die Welt

22.07.2017/EG aus dem Medium ‘ver.di PUBLIK‘, Berlin

Werner Rügemer, Publizist, über grenzenlose Investitionsmöglichkeiten bzw. Arbeitsplatzverlagerungen

„Die Lufthansa – Miteigentümer ist wie bei Post und Bahn der deutsche Staat – baut ihre deutschen Technikzentren ab und lässt ihre Flugzeuge auf den Philippinen, in Puerto Rico und Bulgarien (Mindestlohn pro Stunde 1,24 Euro) reparieren. Ingenieure kriegt man dort für 600 statt für 4.000 Euro im Monat. Und Afrika soll das neue Mexiko werden.“ publik.verdi.de

G20 und andere Formen der Gewalt

15.07.2017/EG aus dem Medium ‘der Freitag‘, Hamburg

Jakob Augstein, Journalist, über legale und illegale Gewalt

„Die G20 stehen für ein Weltmachtsystem, in dem acht Menschen ebenso viel besitzen wie 3,7 Milliarden. Diese Zahl ist der Inbegriff schierer Gewalt. Und auch der Gipfel selbst, der eine stolze, freie Stadt als Geisel nahm, war ein Akt der Gewalt. Hunderttausende von selbstbewussten Bürgern wurden zu Statisten einer quasi-monarchischen Show degradiert, die alle Werte konterkariert, die wir gerade im Zeitalter der Globalisierung hochhalten müssen.“ freitag.de

Zum Thema

Jörg Baberowski, Historiker und Gewaltforscher, über den elitären und politischen Beitrag zur Auflösung der Bürgergesellschaft

„Die politische Elite hat sich von den sozialen Strukturen befreit, deren Teil sie einmal gewesen war, sie schwebt ohne Bodenhaftung in einer Welt von Gesinnungsfreunden, in der es kein anderes Ziel mehr zu geben scheint als jenes, die Nation als Organisationsprinzip des Politischen zu zerstören. (…) So hat die Elite leichtes Spiel, ihre Sicht auf die Welt zur Sicht aller zu erklären. Sie braucht ihre Weltanschauung nicht einmal durchzusetzen, weil sich ihr gar nichts mehr entgegenstellt.“ nzz.ch

Ergänzung am 16.07.2017

Verschlusssache Rahmenbefehl: „Der Schutz und die Sicherheit der Gäste haben höchste Prioritätspiegel.de

Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Wahl Hamburgs als Tagungsort: „Wir haben den Ort gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden und der Stadt Hamburg ausgesucht„. hamburg.de

Buchtipp: Herrschaft der Dinge

14.09.2017/EG

Frank Trentmann: Herrschaft der Dinge
Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute

Sachbuch (Geschichte, Globalisierung, Konsum)

Was wir konsumieren, ist zu einem bestimmenden Aspekt des modernen Lebens geworden. Wir definieren uns über unseren Besitz, und der immer üppigere Lebensstil hat enorme Folgen für die Erde. Wie kam es dazu, dass wir heute mit einer derart großen Menge an Dingen leben, und wie hat das den Lauf der Geschichte verändert? Weiterlesen

Ein Blick nach Ghana

12.07.2017/EG aus dem Medium Le Monde diplomatique, Paris/Berlin

Billige Dosentomaten aus China verhindern Auskommen ghanaischer Kleinbauern und deren Familie / Tomaten machen in Ghana ein Drittel allen verkauften Gemüses aus

„Am 24. Februar 1966 wurde der sozialistische Präsident Nkrumah durch einen vom CIA unterstützten Militärputsch gestürzt. Es folgten viele Jahre politischer Instabilität. (…) Ende der 1980er Jahre wurden im Zuge der vom IWF geforderten Strukturreformen auch die Verarbeitungsbetriebe für Tomaten geschlossen. Von ihnen sind nur Berge von rostigem Schrott übrig geblieben. (…) In ganz Ghana gibt es 90.000 Kleinproduzenten. 2014 wurden laut offizieller Statistik 366.772 Tonnen geerntet. (…) Tomaten wurden während der Kolonialzeit ins Land gebracht, heute sind sie fester Bestandteil der ghanaischen Küche und machen ein Drittel allen verkauften Gemüses aus. Doch auf den Märkten von Techiman werden die Händler ihre Frischtomaten kaum los, während die billigen Dosen „Made in China“ reißenden Absatz finden. monde-diplomatique.de

Zum Thema

Für den Handel mit der EU zahlen afrikanische Länder einen hohen ‘Preis‘. attac.de.