Das deutsche Rentenniveau

21.04.2019/EG
Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

Ende 2017: Rund 16,4 Millionen* in Deutschland lebende Menschen bezogen die Altersrente und davon bezogen 4,07 Millionen bzw. jeder vierte Rentner (wegen Alters) Beträge unter 500 Euro monatlich.

Nach Berechnungen der Bundesregierung bezogen Ende 2017 rund vier Millionen in Deutschland lebende Menschen Altersrenten in Höhe von unter 500 Euro sowie über sieben Millionen im Inland lebende Menschen Altersrenten in Höhe von unter 800 Euro monatlich. bundestag.de

Wie niedrig darf das Existenzminimum sein? Die errechneten Armutsgefährdungsgrenzen verschiedener Einrichtungen:

  • EU-SILC, Europäische Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen: 1.096 Euro pro Monat.
    SOEP, Sozio-oekonomisches Panel (Stand: Ende 2015): 1.086 Euro pro Monat.
    Nach den Richtwerten der EU-SILC sowie des SOEP bezogen 57,4 Prozent aller im Inland lebenden Rentner einen Rentenzahlbetrag der Klasse unter 1.200 Euro.
  • Staatliche Erhebung „Mikrozensus“: 999 Euro pro Monat.
    Nach dem Richtwert der Mikrozensus-Erhebungen bezogen 47,1 Prozent aller im Inland lebenden Rentner einen Rentenzahlbetrag der Klasse unter 1.000 Euro.
  • Sozialgesetzbuch XII, Kapitel 4, im Alter außerhalb von Einrichtungen: 814 Euro pro Monat.
    Nach dem Richtwert des SGB XII bezogen 37,7 Prozent aller im Inland lebenden Rentner einen Rentenzahlbetrag der Klasse unter 850 Euro.
  • Sozialgesetzbuch II: 737 Euro pro Monat.
    Einkommensteuergesetz (EstG) § 32a Einkommensteuertarif, steuerlicher Grundfreibetrag: 735 Euro pro Monat.
    Nach den Richtwerten des SGB II und EStG bezogen 34,7 Prozent aller im Inland lebenden Rentner einen Rentenzahlbetrag der Klasse unter 800 Euro.

Ergänzende Informationen, Hintergrund-Daten zu Löhnen, Renten und Existenzminimum lesen Sie hier portal-sozialpolitik.de.

*In Deutschland bezogen a Stichtag 01.07.2017 rund 18,05 Millionen Menschen die Altersrente. Von diesen 18,05 Millionen Altersrentnern leben etwa 9 Prozent im Ausland bzw. unbekannt. destatis.de (Seite 237)

Wohnen: Ein politisch generiertes Recht für Gutsituierte?

18.04.2019/EG

Wohneigentum 2018*: 31 % der Privathaushalte besaßen ein Einfamilienhaus, 14 % eine Eigentumswohnung, 5 % ein Zweifamilienhaus, 4 % unbebaute Grundstücke, 4 % sonstige Gebäude und 2 % Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen

Claus Michelsen, Forscher im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin:
„Eine aktuelle Untersuchung auf Grundlage der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe zeigt, dass die Wohnkostenbelastung bei der unteren Hälfte der Einkommensbeziehenden seit Beginn der 1990er Jahre erheblich gestiegen ist. Bei den einkommensschwächsten 20 % betragen die Wohnkosten im Durchschnitt fast zwei Fünftel der Einkommen – Tendenz steigend. Und auch bei den unteren 40 % ist die Belastung erheblich, auf nun gut ein Viertel des verfügbaren Einkommens gestiegen. All dies drückt auf die Kaufkraft, die Konsummöglichkeiten und die Ersparnisbildung – unterm Strich verstärkt auch auf das Gerechtigkeitsempfinden. Denn die oberen 20 % profitieren erheblich vom niedrigen Zinsniveau bei der Finanzierung von Immobilieninvestitionen, was die Wohnkostenbelastung der oberen Bevölkerungsschicht reduziert hat.“ oekonomenstimme.org

Studie zur (Preis-)Entwicklung von Wohneigentum in Deutschland sparda-wohnen2019.de

Privatisierung der Sozialwohnungen: Ein aufklärender Beitrag von Christine Prayon, Max Uthoff und Claus von Wagner in der ZDF-Sendung ‘Die Anstalt‘ vom 23.10.2018. zdf.de

Kursentwicklung der Deutschen Wohnen SE in den vergangenen 10 Jahren: + 434 %
Portfolio: rund 163.000 Wohneinheiten
Anteilseigner: 56 % Streubesitz / 10,2 % BlackRock / 9,94 % Massachusetts Financial Services Company / 6,93 % Norges Bank onvista.de

Kursentwicklung der Vonovia SE in den vergangenen 5 Jahren: + 134 %
Portfolio: rund 480.000 Wohneinheiten
Anteilseigner: 54 % Streubesitz / 8,22 % BlackRock / 7,63 % Norges Bank / 6,93 % Barclays Capital Securities Ltd onvista.de

Kursentwicklung der LEG Immobilien AG in den vergangenen 5 Jahren: + 123 %
Portfolio: rund 134.000 Wohneinheiten
Anteilseigner: 54,6 % Streubesitz / 9,77 % BlackRock / 9,3 % MFS onvista.de

Kursentwicklung der TAG Immobilien AG in den vergangenen 10 Jahren: + 1.076 %
Portfolio: rund 83.000 Wohneinheiten
Anteilseigner: 49,9 % Streubesitz / 13,8 % Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder / 11,4 % Massachusetts Financial Services Company (MFS) / 9,9 % The Capital Group Companies Inc. / 5,6 % BlackRock / 4,9 % Bayerninvest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH / 2,98 % Flossbach von Storch SICAV onvista.de

Studie zu Immobilienvermögen und Ungleichheit bundesbank.de

*Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden destatis.de

Geldvermögen privater Haushalte bei über 6 Billionen Euro

16.04.2019/EG
Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

Geldvermögen der privaten Haushalte* in Deutschland lag zum Ende des vierten Quartals 2018 bei 6.016 Milliarden Euro (+ 2,3 % gegenüber IV/2017)

„Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag zum Ende des vierten Quartals 2018 bei 6 016 Mrd €, womit es gegenüber dem dritten Quartal um gut 28 Mrd € gesunken ist. Dies ist der erste Vermögensrückgang seit drei Jahren. Grund hierfür waren deutliche Bewertungsverluste im Umfang von rund 88 Mrd €, die den auf Transaktionen basierenden Geldvermögensaufbau in Höhe von knapp 60 Mrd € überstiegen. Die privaten Haushalte bauten vor allem Bargeld und Einlagen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen auf. Damit hielt die Präferenz der privaten Haushalte für liquide und/oder als risikoarm empfundene Anlagen an.“ bundesbank.de

*Private Haushalte sind Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

Bundesbank stellt hohe Ungleichheit fest

15.04.2019/EG
Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

Bundesbank-Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“: Ungleichheit bleibt hoch

„Die Fachleute der Bundesbank untersuchten auch die Ungleichheit in Deutschland. „Nach wie vor ist Deutschland ein Land, in dem die privaten Vermögen ungleich verteilt sind“, schreiben sie in dem Bericht. Dies lässt sich unter anderem am Anteil ablesen, der den reichsten zehn Prozent der privaten Haushalte gehört. Dazu zählen Haushalte, die im Jahr 2017 mindestens 555.400 Euro Nettovermögen besaßen. Diese Gruppe nannte 2017 in Deutschland etwa 55 Prozent des gesamten Nettovermögens ihr Eigen.“ bundesbank.de

Zum Thema

Geldvermögen der privaten Haushalte übersteigen im dritten Quartal 2018 erstmals 6 Billionen Euro (+ 4,5 % gegenüber III/2017) bundesbank.de

Im Jahr 2018 hatten rund 4,1 Millionen Personen (2017: 3,95 Mio.), zumindest in Teilen ihres zu versteuernden Einkommes, ein gemäß dem Spitzensteuersatz pflichtiges Einkommen. bundestag.de (siehe Punkt 13)

Die Entwicklung des Geldvermögens der privaten Haushalte, im Zeitraum 2004 bis 2018, sehen sie hier bundesbank.de.

Einkommen und soziale Situation beeinflussen zunehmend die Lebenserwartung

13.04.2019/EG
Quelle: Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock

Georg Wenau, Pavel Grigoriev und Vladimir Shkolnikov, Forscher am Max-Planck-Institut untersuchten den Einfluss von Einkommen auf die Lebenserwartung: „Wer eine kleine Rente bekommt, stirbt im Schnitt fünf Jahre früher als sehr gut situierte Rentner.“

„Die Lebenserwartung von Arm und Reich klafft in Deutschland immer weiter auseinander. Das lässt sich besonders deutlich an den erworbenen Rentenpunkten und der Lebenserwartung älterer Männer zeigen. So hatten 65-Jährige mit sehr hohen Altersbezügen im Jahr 2005 eine durchschnittliche verbleibende Lebenserwartung von knapp 19 Jahren. Das unterste Einkommens-Fünftel dagegen erreichte den 80. Geburtstag in der Regel nicht mehr. Ihnen verblieben nach dem 65. Geburtstag im Durchschnitt nur mehr knapp 15 Jahre – also vier Jahre weniger. Bis zum Jahr 2016 vergrößerte sich dieser Unterschied weiter auf über fünf Jahre, während er 1997 noch bei ungefähr drei Jahren gelegen hatte.“ ↗demogr.mpg.de