Russland: Internet ohne US-Zugriff

10.08.2017/EG aus dem Medium LE MOND diplomatique, Paris/Berlin

Kevin Limonier, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Paris VIII (Geopolitik und Cyberpolitik in Russland), über ein von US-Unternehmen unabhängiges System von Plattformen und Diensten im Internet

Tatsächlich verfügt Russland als einziges Land der Welt über ein umfassendes System von Plattformen und Diensten, die unabhängig vom Silicon Valley sind. Sie wurden von Russen gegründet und unterliegen dem russischen Recht. Während ein Großteil der Weltbevölkerung täglich Google, Amazon, Facebook und Apple nutzt, ohne auf überzeugende lokale Alternativen ausweichen zu können, haben die Russen und ihre Nachbarn also die Wahl zwischen den kalifornischen Giganten und dem, was üblicherweise als Runet bezeichnet wird: dem russischsprachigen Teil des Internets mit den dazugehörigen Diensten. Yandex ist doppelt so beliebt wie der Konkurrent Google, und VKontakte, das Pendant zu Facebook, ist mit Abstand die in Russland am häufigsten aufgerufene Website.
Diese weltweit einzigartige Situa­tion – selbst in China gibt es nichts Vergleichbares – ist … monde-diplomatique.de

CCC kritisiert StreamOn-Tarif der Deutschen Telekom AG

23.06.2017/EG aus dem Chaos Computer Club (CCC), Hamburg

CCC: ‘StreamOn‘ drosselt Videoqualität in billigen Tarifen auf das Qualitätsniveau von 1995

„Die Bundesnetzagentur prüft derzeit den StreamOn-Tarif der Deutschen Telekom. Aus Sicht des Chaos Computer Clubs (CCC) verstößt das Produkt eindeutig gegen die EU-Verordnung zur Netzneutralität und belegt, dass Kunden schon längst für mehr Datenvolumen zahlen, als sie derzeit bekommen. (…) Um auch Deutschland endlich im einundzwanzigsten Jahrhundert ankommen zu lassen, muss die Bundesnetzagentur das Netzneutralitätsgesetz jedoch erst konsequent durchsetzen.“ ccc.de

Zum Thema

Aus einer aktuellen Werbung der Deutschen Telekom AG: „Mit StreamOn können Sie die Musik- und Video-Streamingdienste teilnehmender Partner jetzt auch unterwegs sorglos nutzen – ohne sich Gedanken um Ihr Highspeed-Datenvolumen zu machen!“

Glasfaserausbau ruckelt

11.05.2017/EG aus der Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

Studie zur Realität im ‘schnellen‘ Internet: Ruckelnde Internet-Videos, stockende Uploads, ländliche Gemeinden ohne Breitbandanschluss

„Fast alle OECD-Staaten investieren in Glasfasernetze und bauen Überholspuren für ihre Datenautobahnen. Deutschland hingegen fährt immer noch auf der Kriechspur. Warum hinken wir beim Ausbau des Glasfasernetzes so hinterher? Es liegt an zu niedrig gesteckten Zielen, einer fehlenden gesamtstaatlichen Strategie, unkoordinierten Förderprogrammen und fehlendem Mut, konsequent auf Glasfasertechnologien zu setzen. Zu diesem Urteil kommt unsere Studie, die wir zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) durchgeführt haben. Dabei macht das Ausland vor, wie es besser gehen könnte.“ bertelsmann-stiftung.de

Breitbandanschluss: Deutschland nur im Mittelfeld

19.01.2017/EG aus dem Statistischen Bundesamt (Destatis), Wiesbaden

Breitbandanschluss: Spitzenplätze in der EU belegten im Jahr 2016 Dänemark (65 %) und Schweden (59 %)

Etwa 38 Prozent aller Unternehmen in Deutschland mit 10 und mehr Beschäftigten verfügten im Jahr 2016 über einen schnellen Internetanschluss. Darunter wird ein fester Breitbandanschluss mit einer vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate von mindestens 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) verstanden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag Deutschland damit, wie schon im Jahr davor, im europäischen Mittelfeld. destatis.de