Missbrauch von Kindergeld wird maßlos überschätzt

21.11.2018/EG
Quelle: Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh

Studie: Vorurteile gegenüber Eltern in einkommensschwachen Haushalten haben wenig mit der Realität zu tun

„Entgegen bestehender Vorurteile werden diese sogenannten Direktzahlungen von den Eltern in der Regel nicht zweckentfremdet und etwa für Alkohol, Tabak oder Unterhaltungselektronik ausgegeben. Sie werden vielmehr in größere Wohnungen, aber auch in bessere Betreuung, Bildung und in die Hobbys der Kinder investiert: Je 100 Euro Kindergeld steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eine Kindertagesbetreuung besucht, um fünf Prozentpunkte; Kinder gehen zudem häufiger zum Kinderturnen (Anstieg um acht Prozentpunkte) oder zur Musikerziehung (Anstieg bei Kindern unter sechs Jahren um sieben Prozentpunkte, bei jenen zwischen sechs und 16 Jahren sogar um elf Prozentpunkte). Zudem reduzieren Eltern aufgrund des Kindergelds nicht ihre Arbeitszeit.“ bertelsmann-Stiftung.de

Ergänzende Informationen über die Bertelsmann-Stiftung lobbypedia.de

Hörfunk-Tipp: Macht Armut krank?

15.11.2018/EG
Quelle: Bayerischer Rundfunk (BR), München

BR Gesundheitsgespräch: Prof. Dr. med. Gerhard Trabert und Dr. med. Marianne Koch sprechen über unser Gesundheitssystem: „Die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland und weltweit ist die Mutter aller politischen Probleme.“

„Arme sterben im Durchschnitt fast zehn Jahre früher als Reiche. Sie leiden häufiger und eher an chronischen Krankheiten. Zahlreiche Studien belegen, dass mit dem Geld auch die Gesundheit ungleich verteilt ist.“ br.de

Soziale Herkunft prägt Lebenssituation von Kindern in Deutschland

14.11.2018/EG
Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

Anteil der armutsgefährdeten Kinder stagniert trotz eine der längsten Aufschwungphasen der Nachkriegszeit

Fachleute aus amtlicher Statistik und Sozialforschung haben im heute vorgestellten ‘Datenreport 2018 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland‘ Zahlen und Fakten zu wichtigen Lebensbereichen zusammengestellt, insbesondere zur Lebenssituation von Kindern:

  • Steigende Kinderarmut erschwert kulturelle, soziale und politische Teilhabe
  • Je gebildeter und wohlhabender die Eltern, desto gesünder die Kinder
  • Bildungschancen von Kindern in Deutschland hängen stark vom Bildungsstand ihrer Eltern ab
  • Hauptschüler in der Schule mehr belastet
  • Zahl der Kinder in Deutschland ist in den letzten 20 Jahren um 14 % gesunken

wzb.eu

Der Datenreport wird herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt (Destatis), dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Arme bleiben notleidend und Reiche bleiben vermögend

05.11.2018/EG
Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Düsseldorf

WSI-Verteilungsbericht 2018 belegt Verfestigung von Armut und Reichtum

„Der diesjährige Verteilungsbericht des WSI zeigt, dass Armut und Reichtum zunehmend dauerhafter werden. (…) Die Analysen belegen: Vor allem Armut hat in sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verfestigt, aber auch Reichtum wird immer dauerhafter. Besonders ausgeprägt sind diese Prozesse in Ostdeutschland. Die Verfestigung von Armut und Reichtum hat gravierende gesellschaftspolitische Folgen. Wer dauerhaft in Armut lebt, läuft Gefahr, massiv in seiner sozialen Teilhabe eingeschränkt zu sein. Verfestigter Reichtum wiederum droht zu einem geschlossenen Zirkel zu werden, der sich zunehmend von der Mitte der Gesellschaft entfernt.“ ↗boeckler.de

Das WSI ist ein Institut der Hans-Böckler-Stiftung. Die Hans-Böckler-Stiftung ist das „Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk“ des DGB.

Einkommensungleichheit steigt

31.10.2018/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Ungleichheit ist zwischen 2000 und 2015 gemäß Sozio-ökonomischen Panel (SOEP inkl. Immobilienbesitz) um 15,3 % und gemäß SOEP/OECD (exkl. Immobilienbesitz) um 11,0 % gestiegen

Nach Angaben der Bundesregierung haben im Jahr 2014 rund 3,5 Millionen unbeschränkt Steuerpflichtige ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 65.000 Euro bezogen. bundestag.de

Zum Thema

Im Jahr 2017 waren 15,5 Mio. Menschen bzw. 19,0 % der Bevölkerung Deutschlands von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht destatis.de

Erhebliche materielle Entbehrung liegt nach der EU-Definition für EU-SILC dann vor, wenn aufgrund der Selbsteinschätzung des Haushalts mindestens vier der folgenden neun Kriterien erfüllt sind:

  • Finanzielles Problem, die Miete, Hypotheken oder Rechnungen für Versorgungsleistungen rechtzeitig zu be­zahlen.
  • Finanzielles Problem, die Wohnung angemessen heizen zu können.
  • Finanzielles Problem, unerwartete Ausgaben in einer bestimmten Höhe aus eigenen finanziellen Mitteln bestreiten zu können.
  • Finanzielles Problem, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahlzeit einnehmen zu können.
  • Finanzielles Problem, jährlich eine Woche Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen.
  • Fehlen eines Pkw im Haushalt aus finanziellen Gründen.
  • Fehlen einer Waschmaschine im Haushalt aus finanziellen Gründen.
  • Fehlen eines Farbfernsehgeräts im Haushalt aus finanziellen Gründen.
  • Fehlen eines Telefons im Haushalt aus finanziellen Gründen.

Parteien, die im vorgenannten Zeitraum die Regierungsgeschäfte verantworteten:

  • Seit März 2018: CDU/CSU/SPD
  • 2013 bis 2018: CDU/CSU/SPD
  • 2009 bis 2013: CDU/CSU/FDP
  • 2005 bis 2009: CDU/CSU/SPD
  • 2002 bis 2005: SPD/DIE GRÜNEN
  • 1998 bis 2002: SPD/DIE GRÜNEN