Rente: Armutsrisiko steigt und …

11.06.2018/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Armutsrisikoquote der Bevölkerung ab 65 Jahren ist in den Jahren 2006 bis 2016 von 10,4 % auf 14,8 % gestiegen

Nach Variante 2-A der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wird sich die Bevölkerung im Alter ab 65 Jahren von rund 17 Millionen im Jahr 2015 auf rund 22 Millionen Personen im Jahr 2030 erhöhen. (…) Im Rentenversicherungsbericht (RVB) 2017 wird in der mittleren Variante der Modellrechnungen davon ausgegangen, dass die gesamtdeutsche Beschäftigung – ausgehend von rund 38 Millionen Personen im Jahr 2017 – bis zum Ende des Vorausberechnungszeitraums im Jahr 2031 auf rund 35,3 Millionen Beschäftigte abnimmt. bundestag.de

Zum Thema

Existenzsichernde Stundenlöhne portal-sozialpolitik.de

Diskriminierungen am Arbeitsplatz sind keine Einzelfälle

09.06.2018/EG aus dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

WZB-Forscher Ruud Koopmans, Susanne Veit und Ruta Yemane veröffentlichen Studie „Ethnische Hierarchien in der Bewerberauswahl: Ein Feldexperiment zu den Ursachen von Arbeitsmarktdiskriminierung“

„Die Ergebnisse unserer Studien zeigen eindeutig, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland bei der Suche nach einem Arbeitsplatz diskriminiert werden. Diese Diskriminierung unterscheidet sich jedoch stark zwischen Herkunftsländern, der Religionszugehörigkeit und dem Phänotyp. So werden vor allem Muslime und Menschen mit schwarzem Phänotyp diskriminiert. (…) Auch wenn Arbeitgeber in unserer Studie auf einzelne produktivitätsrelevante Indikatoren wie gute Noten reagieren, lässt sich mit Blick auf die deskriptiven Befunde festhalten, dass Migranten im Vergleich zu deutschen Bewerbern keinen unmittelbaren Nutzen aus besseren Noten, guten Referenzen oder dem Signal eines unbefristeten Arbeitsvertrags ziehen. (…) Unsere Ergebnisse zeigen, dass Arbeitgeber starke Annahmen über die Unterscheide in Werte- und Normvorstellungen einzelner Migrantengruppen haben und sich dies auch in ihrem Verhalten widerspiegelt. So bevorzugen Arbeitgeber diejenigen Bewerber, die ihnen am ähnlichsten sind, also ähnliche Werte teilen wie die Mehrheitsbevölkerung in Deutschland.“ wzb.de

Buchtipp: Der Weg zur Prosperität

01.06.2018/EG

Stephan Schulmeister: Der Weg zur Prosperität

Sachbuch (Arbeitswelt, Armut, Gesellschaft, Leben, Ungleichheit, Vermögen, Wirtschaft, Politik)

Seit 45 Jahren nehmen Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung und Armut zu. Der Sozialstaat wurde geschwächt, Millionen Menschen in Europa leiden Not. Immer mehr erhoffen sich soziale Wärme in der nationalen Volksgemeinschaft. Was hat die herrschende Wirtschaftstheorie damit zu tun? Weshalb vertiefen ihre Empfehlungen die Krise? Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? Und wie prägt eine Ideologie, nach der nur die Konkurrenz das ökonomisch Beste ermöglicht, unser Zusammenleben? Der Ökonom Stephan Schulmeister erklärt den »marktreligiösen« Charakter der neoliberalen Theorien und entwirft eine neue »Navigationskarte« für den Weg zur Prosperität in einem gemeinsamen Europa. Weiterlesen

Tarifbindung nimmt weiter ab – Mindeststandards auch

26.05.2018/EG aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg

IAB, Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit: In Ostdeutschland arbeitet nur noch jeder Dritte in einem Betrieb mit Branchentarif

„Arbeitnehmer und Arbeitgeber verhandeln über Löhne und Arbeitsbedingungen. Dafür bieten Tarifverträge beiden Seiten ein institutionelles Gefüge. Doch seit Jahren gehen die Tarifbindung der Betriebe und damit auch ihre Bedeutung für die Beschäftigten zurück. Gerade in Ostdeutschland ziehen es Betriebe vor, außerhalb von Tarifverträgen zu agieren.“ iab-forum.de

Zum Thema

Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, zur abnehmenden Tarifbindung aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de

Europäische Kommission will Betriebsverlagerungen in der EU erleichtern

22.05.2018/EG aus der Arbeitnehmer nahen Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Verschärft die Europäische Kommission den Wettbewerb um die günstigsten Standortbedingungen? / Eric Bonse, Journalist, zur geplanten Lockerung grenzüberschreitender Betriebsverlagerungen im EU-Binnenmarkt

„Statt die Rechte für Arbeitnehmer abzusichern und die Mitbestimmung als Element guter Unternehmensführung auszuweiten, liegt der Fokus in Brüssel seit langem auf den Anliegen von Arbeitgebern und Unternehmen. Dies zeigt auch der neue Vorschlag zum Gesellschaftsrecht, den die Kommission am 25. April, kurz vor dem Europäischen Gespräch, vorgelegt hat. Im Mittelpunkt steht das Ziel, die grenzüberschreitende Verlagerung von Unternehmen zu erleichtern.“ magazin-mitbestimmung.de