Freihandel: Der Operationsraum der Konzerne ist die Welt

22.07.2017/EG aus dem Medium ‘ver.di PUBLIK‘, Berlin

Werner Rügemer, Publizist, über grenzenlose Investitionsmöglichkeiten bzw. Arbeitsplatzverlagerungen

„Die Lufthansa – Miteigentümer ist wie bei Post und Bahn der deutsche Staat – baut ihre deutschen Technikzentren ab und lässt ihre Flugzeuge auf den Philippinen, in Puerto Rico und Bulgarien (Mindestlohn pro Stunde 1,24 Euro) reparieren. Ingenieure kriegt man dort für 600 statt für 4.000 Euro im Monat. Und Afrika soll das neue Mexiko werden.“ publik.verdi.de

Der Arbeitsmarkt oder der schwindende Wert der Arbeit

18.07.2017/EG aus dem Medium MAKROSKOP, Wiesbaden

Michael Paetz, Wirtschaftswissenschaftler, über starre Anpassungsforderungen an die Werktätigen

„Laut Ökonomenpanel der CESifo Gruppe und der FAZ ist die überwiegende Mehrheit deutscher Ökonomen der Auffassung, die derzeit relativ gute Situation Deutschlands sei auf die Politik Gerhard Schröders zurückzuführen. Einer Reform der Agenda Politik erteilen die Ökonomen daher mehrheitlich eine Absage. (…) In den vergangenen Jahrzehnten haben Flexibilisierungen in Deutschland regelmäßig nichts gebracht außer der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Häufig haben sie zudem die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer geschwächt und wurden daher von einer sehr schwachen Lohnentwicklung begleitet, die sowohl der deutschen als auch der europäischen Wirtschaft abträglich war und den Wettbewerb um Innovationen gesenkt hat. Die Phase ungenügender Lohnsteigerungen begann nicht erst mit der Agenda 2010.“ makroskop.eu

Die Ergebnisse der Juli-Umfrage des vorgenannten Ökonomenpanels lesen Sie hier cesifo-group.de.

Zum Thema

Über 60.000 ehrenamtliche Tafel- Helferinnen und -Helfer retten Tag für Tag tausende Tonnen genießbarer Lebensmittel und geben diese an rund 1,5 Millionen Bedürftige weiter. Die Zahl der Tafeln und der unterstützenden Personen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. tafel.de.

Stefan Sell, Sozialwissenschaftler: „Betriebswirtschaftlich gesehen sind Löhne immer Kosten, die man zu senken versuchen wird, während volkswirtschaftlich gesehen die Löhne das Rückgrat der Binnennachfrage darstellen, so dass zu starke Lohnsenkungen, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht für das einzelne Unternehmen sinnvoll sein können, in der Gesamtwirtschaft mit verheerenden Folgewirkungen verbunden wären.“ aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de

Dienstbotenklasse – Arbeit auf Abruf

14.07.2017/EG aus dem Medium Blätter für deutsche und internationale Politik, Berlin

Georgia Palmer, Studentin mit Nebenjob Fahrradkurier, über eine noch wenig bekannte Arbeitswelt

„Im Namen der Flexibilität unterwandern Deliveroo und Foodora arbeitsrechtliche Mindeststandards. Hinter ihrem freundlichen Image verbirgt sich knallharte Kalkulation zulasten der Beschäftigten. Zusammen mit Uber, Amazon und Co. stehen die beiden Start-ups damit für eine Entwicklung, die unter Schlagworten wie „Gig-Economy“, „Arbeit auf Abruf“ und „Plattform-Kapitalismus“ zunehmend Eingang in die öffentliche Debatte findet. An die Stelle von festen Arbeitszeiten treten dabei einzelne Aufträge („gigs“) oder kurze Schichten, die ganz nach Bedarf der jeweiligen Unternehmen kurzfristig vergeben werden; …“ blaetter.de

Mexiko: Autokonzerne profitieren – Arbeiter nicht

13.07.2017/EG aus dem Nachrichtenpool Lateinamerika (npla), Berlin

UAM/CILAS-Studie: Von 32 Automobilfabriken haben nur drei unabhängige Gewerkschaften (darunter Volkswagen und Nissan)

„Nach einer Untersuchung der Autonomen Metropolitan Universität (UAM) und dem Zentrum für Arbeitsforschung und Gewerkschaftsberatung (Cilas) verdienen die Beschäftigten in der mexikanischen Autoindustrie immer weniger als ihre Kollegen in anderen Ländern. Bei gleich geleisteter Arbeit und gleicher Produktivität ist demnach der Lohn in Südkorea inzwischen um das 3,3-fache höher als in Mexiko, in Japan um das 4,5-fache. In Deutschland wird laut der Untersuchung 7,6-mal mehr Lohn in der Autoindustrie gezahlt.“ npla.de

Zum Thema

Den Produktionsstandort Mexiko nutzen die deutschen Automobilkonzerne Volkswagen mit den Marken MAN (Bus und LKW), Audi (Q5) und VW (Beetle, Clasico, Golf Variant, Jetta, Tiguan XL), ab 2018 Daimler (Mercedes A-Klasse/GLA) und ab 2019 BMW (3er).

Tarifeinheitsgesetz weitgehend mit Grundgesetz vereinbar

12.07.2017/EG

Bundesverfassungsgerichts: Regelungen des Tarifeinheitsgesetzes weitgehend mit dem Grundgesetz vereinbar

„Mit heute verkündetem Urteil hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass die Regelungen des Tarifeinheitsgesetzes weitgehend mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Die Auslegung und Handhabung des Gesetzes muss allerdings der in Art. 9 Abs. 3 GG grundrechtlich geschützten Tarifautonomie Rechnung tragen; über im Einzelnen noch offene Fragen haben die Fachgerichte zu entscheiden. Unvereinbar ist das Gesetz mit der Verfassung nur insoweit, als Vorkehrungen dagegen fehlen, dass die Belange der Angehörigen einzelner Berufsgruppen oder Branchen bei der Verdrängung bestehender Tarifverträge einseitig vernachlässigt werden. Der Gesetzgeber muss insofern Abhilfe schaffen. Weiterlesen