Buchtipp: Gleichheit!

24.11.2017/EG

Jochen Dahm / Thomas Hartmann / Max Ostermayer (Hg.): Gleichheit!
wirtschaftlich richtig, politisch notwendig, sozial gerecht

Sachbuch (Armut, Gesellschaft, Reichtum, Ungleichheit)

Wachsende soziale Ungleichheit gefährdet die Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Wachstum und Wohlstand. Was ist zu tun? Dieser Band nimmt die Ursachen und Wirkungen verschiedener Arten von Ungleichheit in den Blick und schließt seinen Analysen konkrete Lösungsvorschläge an.

Lange hielt sich die Mär, dass Ungleichheit für Wachstum unabdingbar sei. Inzwischen sind Ökonomen eher vom Gegenteil überzeugt. Immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt, marginalisiert, andere haben Angst vor dem sozialen Abstieg, zu viele wenden sich enttäuscht von Demokratie und Parlamentarismus ab. Passend zu einer Zeit, die das Thema Ungleichheit endlich wieder progressiv diskutiert, entsteht ein spannendes Bild an Möglichkeiten. Denn klar ist: Eine gute Gesellschaft braucht mehr Gleichheit.

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Lohnungleichheit

21.11.2017/EG aus dem Statistischen Bundesamt (Destatis), Wiesbaden

26. Wissenschaftliches Kolloquium am 23. und 24. November 2017 mit Fakten zur Lohnungleichheit

Bernd Fitzenberger, Wirtschaftswissenschaftler: „In Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ein deutlicher Anstieg der Lohnungleichheit zu beobachten, der sich bis zum Beginn der 1990er Jahre auf den oberen Bereich der Lohnverteilung beschränkte und sich bis 2010 kontinuierlich sowohl im oberen als auch im unteren Bereich der Lohnverteilung fortsetzte (Dustmann et al. 2009, Antonczyk et al. 2010a, 2010b, Card et al. 2013). Aktuell gibt es erste Hinweise auf eine „Trendwende“ dahingehend, dass der Anstieg der Lohnungleichheit seit 2011 gestoppt ist (Möller 2016). Der Lohnungleichheit ging mit dem Anwachsen des Niedriglohnsektors eine Stagnation oder gar ein Rückgang der Reallöhne am unteren Ende der Lohnverteilung einher. U. a. in Reaktion auf diese Entwicklung wurden inzwischen Mindestlöhne in Deutschland eingeführt. Andererseits wird häufig der Anstieg der Lohnungleichheit als Voraussetzung für die notwendige Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die dadurch bewirkte gute Beschäftigungsentwicklung angesehen (Dustmann et al. 2014).“ destatis.de

Das komplette Programm zum 26. Wissenschaftliches Kolloquiums lesen Sie hier destatis.de.

Vermögensverwalter haben ein ‘Problem‘

05.11.2017/EG aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC), Düsseldorf

PwC-Studie: Verwaltete Vermögen steigen bis 2025 weltweit um 70 % / Erwartete Zunahme der Vermögen in Europa in Höhe von 8,5 % pro Jahr in den nächsten vier Jahren

„In Asien managen Vermögensverwalter zurzeit 12,1 Billionen Dollar – bis 2025 werden es dem Basisszenario zufolge 29,6 Billionen Dollar sein, eine Zunahme um das Zweieinhalbfache. In Europa hingegen wird das prozentuale Wachstum nach 2020 allmählich abflachen. Während PwC für die kommenden vier Jahre noch ein durchschnittliches jährliches Plus von knapp achteinhalb Prozent prognostiziert, dürften es danach nur noch rund dreieinhalb Prozent sein. Trotzdem steht auch in Europa unter dem Strich ein markanter Zuwachs von 21,9 Billionen Dollar auf 35,7 Billionen Dollar. Der mit Abstand größte Markt für das Asset & Wealth Management bleibt unterdessen Nordamerika. Hier rechnet PwC bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts mit einer Steigerung von 46,9 auf 71,2 Billionen Dollar.“ pwc.de

Billiger Konsum = billige Arbeit

05.11.2017/EG

Beispiel Hennes & Mauritz AB: Beschäftigte beklagen schlechte Arbeitsbedingungen / Inhaberfamilie zählt zu den vermögendsten Familien in Schweden

„H&M fällt immer wieder durch schlechte Arbeitsbedingungen auf. Das Unternehmen versucht hierzulande, aktive Betriebsräte mit fadenscheinigen Begründungen zu kündigen oder bietet vielen Beschäftigten nur Verträge mit geringsten Stundenzahlen an. Davon kann niemand leben und faktisch arbeiten viele Beschäftigte kurzfristig auf Abruf. In Ländern wie etwa Indien, Bangladesch oder Sri Lanka herrschen in vielen Zulieferfabriken, in denen auch H&M produzieren lässt, immer noch menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Beschäftigte werden etwa willkürlich entlassen, angegriffen, diskriminiert und schlecht bezahlt. Die Aktionen am Freitag setzen ein Zeichen, dass Menschen entlang der Produktionskette nicht gewillt sind, diese Zustände hinzunehmen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. ↗verdi.de

H&M: „Mode und Qualität zum besten Preis auf nachhaltige Weise.“ Die Anteilseigner der Aktiengesellschaft sind Stefan Persson und Familie mit 40,3 %, 5,4 % Lottie Tham und Familie, 3,7 % State Street Bank and Trust Omnibus sowie 50,6 % Streubesitz. Der aktuelle Börsenwert liegt bei rund 35 Mrd. Euro. Das Vermögen von Stefan Persson bewertet das Medium Bloomberg aktuell auf rund 22 Mrd. US-Dollar (darunter 17.700 Hektar Land in Wiltshire/England). bloomberg.com

Niedrige berufliche Stellung wirkt gesundheitsbelastend

26.10.2017/EG aus der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Sebastian Günther, Anja Knöchelmann, Irene Moor und Matthias Richter, alle Sozialwissenschaftler an der Universität Halle-Wittenberg, untersuchten den Einfluss beruflicher Auf- und Abstiege auf die Gesundheit der Beschäftigten

„Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen intergenerationaler Mobilität und gesundheitlicher Ungleichheit im Erwachsenenalter:
Männer und Frauen, die wie ihre Eltern eine niedrige berufliche Stellung erreichten, berichteten eine deutlich schlechtere Gesundheit. Ein sozialer Aufstieg wirkt sich im Vergleich zur elterlichen beruflichen Stellung eher positiv, ein sozialer Abstieg negativ auf die Gesundheit aus.“ (Seite 33, Fazit, Punkt 2) boeckler.de